Die Goldene Stunde im Kronthaler Weiher – immerhin ein Versuch (Challenge 2019/22)

Unter schwimmerischen Aspekten ist die Goldene Stunde eher bescheiden – zum Fotografieren aber eignet sie sich allemal. Die eigentliche Herausforderung liegt weder darin, Tempo oder Strecke zu machen. Es ist vielmehr die Kunst, eine solche Stunde überhaupt zu erwischen, sie abzupassen und nicht zu früh und nicht zu spät im Wasser zu sein.
Ist man einmal im Teich, Weiher, See – was auch immer, dann bleibt nichts anderes als zu hoffen, dass die Zeit, kurz bevor die Sonne untergeht auch wirklich golden wird. 2016 hatte ich viel Glück. Es war so unfassbar leicht, dass ich meinte, das ab sofort jedes Jahr wiederholen zu können und auch zu wollen. 2017 war das Ergebnis dank milchig trübem Himmel eher bescheiden, aber als die Wolkenschleiher aufzogen, war ich bereits im Wasser – zu spät. Da hieß es, das beste draus zu machen. Und hinterher am Ufer bombte sich Renate auch noch ins Foto2018 war fast zu schön, um wahr zu sein.

Und 2019?

Beim ersten Anlauf sind die Aussichten nicht gerade optimal. Wieder hat sich ein Wolkenband ins Bild geschoben und kriecht vom Horizont heran. Ich habe zumindest die Hoffnung, dass die Sonne im Sinken „unter“ dem Wolkenband hindurch kommen wird. Bleiern liegt der Weiher vor mir. Der beste Platz, der Sonne beim Versinken zuzusehen, so es das zu sehen gibt, ist allerdings bereits besetzt.

 

Endlich wage ich den Versuch, wechsle in die Badehose. Kappe, Earplugs, Brille, Kamera, alles am Mann, ab ins Wasser. Schwimmen zur Goldenen Stunde…

Es soll nicht gelingen. Zumindest nicht während der Zeit, die ich im Wasser bin. Ich warte darauf, dass die Sonne kurz vor ihrem Untergang den Weiher in ihr goldenes Licht taucht. Aber das findet nicht statt.
Hohe Wolken und Dunst schieben sich mehr und mehr vor die Sonne. Es war wohl der falsche Tag. Also verlasse ich unverrichteter Dinge das Wasser. Und erst als ich mich am Ufer längst abgetrocknet und wieder angezogen habe,  hat das Wolkenband ein Einsehen, verdünnt sich zunehmend und gibt wenigstens einen Teil der Sonne frei. Aber jetzt ist es zu spät. Noch einmal mache ich mich an diesem Tag nicht auf in den Weiher. Andere haben da mehr Glück, sie haben es besser getaktet oder geduldiger und zuversichtlicher gewartet und gehofft, dass die Sonne doch noch zum Zuge kommt.
Statt vom Wasser aus mache ich am Ufer ein paar schnelle Fotos.Goldene Stunde 2019 im Kronthaler Weiher - zu spät, dass sich die Sonne doch wieder blicken lässt

Längst zum Standardmotiv ist dieser tote Teil einer Weide geworden, ich weiß nicht, wie oft ich das Holz schon fotografiert habe. Aber die Bilder sind jedes Mal wieder anders, wieder neu. Also auch dieses Jahr.
Warum ich allerdings wieder in Flip Flops auf rutschigem Geäst herumturne, das Handy nicht in der Hosentasche sondern in der Hand halte, weiß ich auch nicht. Ist ja nicht so, dass ich im Vorjahr bei ähnlicher Situation in der Bretagne unbeschadet hätte Bilder machen können. Einem Ausrutscher auf glitschigem Gestein verdankte ich nicht nur ein aufgeschlagenes Knie sondern auch ein aufgeschlagenes Display. Daraus hätte ich eigentlich was lernen können. Zu Recht weist mich meine Frau an diesem Abend darauf hin. Aber der Mensch lernt nun mal wenig aus seinen Fehlern… Und was tut man nicht alles für ein Foto?

Standardmotiv Totholz vor Sonnenuntergang - Goldene Stunde inklusive

Vielleicht werde ich es an einem anderen Tag noch einmal probieren. Zählt der Versuch? Ist damit die Goldene Stunde 2019 erledigt?
Ich nehme mir vor, einen weiteren Anlauf starten und dann darüber zu schreiben, davon wird in Kürze in diesem Blog die Rede sein.

PS: Handy und Knie sind dieses Jahr heil geblieben. Nur fürs Protokoll.

 


Noch zu erledigen:

  • Und außerdem: Jahressoll 480 km / Ranking aktualisieren / Badehosen ausmisten / Vollmond-Schwimmen / 100km im Freiwasser / Herbstlaubschwimmen

Erledigt:


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