Natur im Doppelpack – die zweite Chance für Langwieder und Lußsee (Challenge 2019/10 & 11)

Um der Challenge 2019 die Zähne zu ziehen, nehme ich mir Luß- und Langwieder See im Doppelpack vor. Die beiden Seen, ehemalige Kiesgruben im Münchner Westen, habe ich 2015 das erste und bisher letzte Mal  besucht – bei meiner ersten Challenge, 25 Seen in und um München abzuschwimmen. Ist ne Weile her, besonders angetan war ich damals nicht und so landeten die Seen im Ranking recht weit unten und rutschten nach und nach sogar noch weiter ab.
Also steht die zweite Chance zumindest für die beiden an, den dritten, den Birkensee samt FKK-Area erspare ich mir. Langwieder und Lußsee liegen an schmalster Stelle knapp 40 Meter voneinander entfernt. Nirgendwo ist Seehopping so einfach wie hier . Erst eine Runde im Lußsee, dann eine im Langwieder See und schon habe ich ein paar Kilometer mehr auf dem Zettel, denn auch die 100 Freiwasserkilometer müssen noch zusammenkommen. Es hat sich abgekühlt, Wolken hängen am Himmel, beste Voraussetzungen, den Massen, die sich sonst hier aufhalten zu entgehen.

Lußsee

Teil der Doppelpacks: Der LußseeVon einer Badeplattform im Südwesten, von der ich aus ins Wasser steige, folge ich dem Uferverlauf gegen den Uhrzeigersinn, um- und überschwimme immer wieder Wasserpflanzen, der See ist relativ klar, so dass ich gut sehen kann, was sich unter mir befindet. Schnell bin ich am Westufer angelangt, hier erlaubt sich der künstliche See die meiste Natürlichkeit, von den Hochspannungsleitungen am Himmel einmal abgesehen.

Bewachsenes Ufer im Süden - Lußsee

Um buschige Wasserpflanzen haben sich Schwärme kleiner Fische (keine Ahnung welche) gesammelt. Es wuselt und wimmelt im warmen Wasser. Es lebt. Und so soll es sein.
Bei jedem Kraulzug stieben die Tiere auseinander, sammeln sich aber schnell wieder und bilden einen neuen Schwarm.

Fischschwärme im flachen, warmen Wasser

Das ist so schön zu beobachten, dass ich mich spontan entschließe, eine Pause zu machen, teil dieses „Aquariums“ zu werden. Ich halte meine kleine Kamera einfach unter Wasser und fotografiere, derweil meine Hand samt Fotoapparat neugierig von Hunderten, wenn nicht Tausenden von Fischen umschwommen werden.
Winzige Fische im LußseeFischschwarmAber es ist nicht nur die Hand. Auch meine Beine werden inspiziert und die Haare wohl als Fressbares fehlinterpretiert.
Als ich das Bild schon vor Veröffentlichung dieses Beitrags bei Facebook teile, fange ich mir Kommentare ein, meine Beine seien ja wohl zum Anbeißen, meine amerikanische Cousine merkt an, dass sei einer der Gründe, warum sie nie in Seen schwimmt.

Meiin Bein wird inspiziert

Ich finde das nachvollziehbar, es ist wirklich nicht jedermanns Sache, so eng auf Tuchfühlung mit der Natur zu gehen. Damit steht sie ganz und gar nicht alleine da. Ich persönlich mag die Begegnung mit (den meisten) Tieren und Pflanzen in den heimischen Gewässern, fühle mich weder einer Gefahr ausgesetzt noch angeekelt. Und ich habe eine ganz klare Meinung zu dem Thema, wer hier Gast ist und wer hier in wessen Lebensraum eindringt – egal, ob der See menschengemacht ist oder nicht, wer die größere Daseinsberechtigung hat und wer wen unter Umständen stört.
So oft ich auch im Freiwasser schwimme – ich bin es, der eigentlich nicht hierher gehört, der der Eindringling ist, der sich arrangieren und gegebenenfalls zurückstecken muss. Nicht die Tiere, nicht die Pflanzen.

Als Schwimmer im Lußsee - Teil 1 des Doppelpacks

Langwieder See

Fast schon kühl wird es, als ich in den Langwieder See wechsle. Ein paar Schritte über die Wiese und den Radweg, dann bin ich im Nachbargewässer. Gut, dass ich die frisch erworbenen neuen HotTuna-Badeschuhe angezogen habe. Nachdem ich nämlich in anderen Seen schon mehrfach auf glitschigem Gestein fast auf die Nase gefallen wäre und immer wieder bei von Menschen intensiv genutzen Seen und Weihern von Schnittverletzungen durch Scherben im Wasser höre und auch auf dem Bodengrund so manchen Kronkorken gesehen habe, ist es im Fall des Falles einfach angenehmer, Schuhe zu tragen.

Neue Badeschuhe schützen vor Verletzungen und Ausrutschern

Auch im Langwieder See folge ich in knappem Abstand dem Uferverlauf, dieses Mal allerdings im Uhrzeigersinn.

Langwieder See - Teil 2 des DoppelpacksIm Langwieder See
Auch hier hält sich die Zahl der Badegäste und Schwimmer extrem in Grenzen obwohl im einen wie auch im anderen See die Wassertemperatur bei 23 °C liegt, wie ich gemessen habe.Langwieder See - Längsachse

Da ich hier auf keine Fischschwärme stoße – und selbst wenn , ich habe sie ja schon fotografiert – sind im Langwieder See Teich- und Seerosen Motive meiner Wahl. Denn auch hier krautelt und wächst es üppig von unten herauf. Als Schwimmer habe ich ein etwas angespanntes Verhältnis zu diesen Pflanzen, aber als Naturfreund finde ich sie einfach wunderschön.

Gelbe Teichrose - von unten nach oben

Gelbe Teichrose

Seerose

Erst als mein Kameraakku den Geist aufgibt und mir kalt wird, ist es an der Zeit, meine Runde zu beenden und zum Ausgangspunkt zurückzukehren. Die Fahrt in den Münchner Westen und das Doppelpack jedenfalls haben sich gelohnt.


Noch zu erledigen:

  • Fünf neue Seen: noch 2 / noch 1
  • Fünf Wiederentdeckungen:  noch 1
  • Und außerdem: Jahressoll 480 km / ein fremdes Freibad / Ranking aktualisieren / Langbürgner See / Badehosen ausmisten / Ab in die Alz / Vollmond-Schwimmen / Goldene Stunde / 100km im Freiwasser / Herbstlaubschwimmen

Erledigt:


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2 Antworten

  1. Hartig sagt:

    Hallo Lutz,

    Ich trainiere unter der Woche morgens täglich im Lusssee, bis zu meinem Benefiz Marathon . Abends eher im Langwieder, da ist dann weniger los.
    Wir wohnen in der Nähe ( 2 km ) entfernt.
    Schöne Idee dieses See Ranking.
    Mit freundlichen Grüßen Steffen Hartig

  2. Linsenfutter sagt:

    Tolle, wohl einmalige Bilder. Gratulation.

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