Am Badeplatz Lüß – wieder ein Zwerg

Ich erwähnte es bereits, 2022 ist das Jahr der kleinen Gewässer: Finsinger Weiher, Loaner See, Taxetweiher usw.
Und noch kleiner geht immer, wie ich am Badeplatz Lüß am dortigen Weiher  feststelle. Das ist aber nicht wirklich überraschend. Als ich die erste Challenge anging mindestens 25 Seen und Weiher zu erkunden, hatte ich eine Riesenauswahl. Und die hat sich in den Folgejahren , als immer neue Seen hinzukamen, nur nach und nach verringert.
Klar, dass ich die großen und attraktiven Seen zuerst angesteuert habe. Mit einer gewissen Hybris bin ich dort hingefahren, wo man „richtig schwimmen“ kann, nicht immer nur im Kreis oder auf kurzer Strecke hin und her.
Da fielen die kleinen Weiher durchs Raster.

Mit den Jahren aber hat sich das geändert und so schaue ich jetzt verstärkt auf die Lücken in meiner Region. Wo war ich noch nicht?
Zum Beispiel am Badeplatz Lüß.
Dass ich die kleinen Gewässer gezielt auswähle hat mehrere, ganz pragmatische Gründe.

Rede ich mit Leuten aus meiner Gegend darüber, dass ich schon über 80 Freigewässer abgeklappert habe, werde ich oft gefragt, ob ich hier oder dort schon gewesen bin, in diesem oder jenem Weiher. Da möchte ich nicht immer wieder „Nein, noch nicht!“ antworten, wenn die ganzen Geheimtipps kommen.

Ja, mit fehlen noch Kochel- und Walchensee, der Sylvenstein Speicher und manch andere größere Seen, hochattraktiv und landschaftlich ganz zauberhaft. Aber es ist eben doch ein ganz schönes Gegurke dahin, nur um schwimmen zu gehen – die Spritpreise und der ökologische Fußabdruck verschaffen mir Unbehagen, für eine Stunde oder mehr im Wasser mal schnell so weit zu fahren. Muss nicht sein, wenn ich das Ganze nicht mit noch wesentlich mehr verbinden kann.
All die kleinen Seen liegen viel näher, fast mit einem winzigen Schlenker auf dem Heimweg nach der Arbeit. Schwimm ich eben im Kreis – oder immer hin und her.
Warum nicht?

Über den Badeplatz, den ich nach Feierabend ansteuere, gibt es nicht wirklich viel zu erzählen. Der Weiher ist klein, die südliche Hälfte ist abgesperrt und für Schwimmer verboten. Der Grund ist aber hier nicht der Naturschutz, hier haben die Angler das Sagen.

Der kleine Weiher liegt mitten im Landkreis Erding, im oft erwähnten Kiesland und das ist ganz offensichtlich auch sein Ursprung: Einst war das eine Kiesgrube.
Wieder einmal lerne ich, dass die Größe des Gewässers allein nichts über die Wassertemperatur aussagt, ich bin überrascht, dass es hier doch einigermaßen frisch im Wasser ist, das hatte ich so nicht erwartet. Das erklärt allerdings, dass es trotz der vielen Fahrzeuge auf dem Parkplatz im Weiher leer ist, die meisten Besucher liegen in der Sonne, die bereits schrägt steht, so dass die Bäume lange Schatten werfen.

Weniger überrascht bin ich, einmal mehr direkt unter Stromleitungen zu schwimmen. Wieder einmal schwimme ich wie z.B. im Finsinger, Echinger, Unterschleißheimer, Tratmooser Weiher oder dem Hollerner oder Lußsee buchstäblich unter Hochspannung.

Die vielen kleinen Wasserkraftwerke am Isarkanal  sind Gründe, das Moosland ein weiterer, warum überall diese riesigen Masten herumstehen, statt die Trassen in die Erde zu verlegen. Ist ja auch billiger und stört ja nicht im Norden von München.  Da wohnen zwar auch Menschen, aber egal. Hauptsache, die Vorzeigelandschaft im Alpenvorland bleibt schön proper.
Setze ich das in Beziehung zur unseligen 10h-Rgelung, mit der die Landesregierung sich vehement seit Jahren gegen Windkraft wehrt, weil es die Landschaft verschandelt, dann kann ich mich nur noch wundern, wo hier die Kongruenz ist. Aber das ist ein anderes Thema.


Es sirrt heftig über den Köpfen, es ist gut zu hören, wenn man den kleinen Weiher zu Fuß umrundet. Und wenn man sich im Wasser bewegt, beschleicht einen das etwas unangenehme Gefühl, sollte jetzt eine Leitung reißen und ins Wasser stürzen, ist man in einem Bruchteil einer Sekunde elektrogegrillt.
Ich kenne Menschen, die genau aus solchen Gründen, all die Gewässer meiden (und das sind hier nicht wenige Weiher).
Aber mal ernsthaft:
Warum sollten die reißen?
Und dann ausgerechnet in diesem Moment?

Schließlich, auch das ist ein guter Grund, möchte ich irgendwann die hundert voll machen. Und da kommen mir die Zwergenweiher ganz gut zu pass.
Hundert Freigewässer mehr oder weniger vor meiner Haustür –  und ich war in jedem einzelnen. Das ist doch ein schönes (Etappen)ziel, denn ich bin sicher. Es werden noch mehr.

 


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