Im Loaner See – es wird das Jahr der Kleingewässer

Immer, wenn Du denkst: Da gibt’s nichts mehr,
kommt irgendwo ein Ratschlag her…

Denn irgendwer kennt immer noch einen Weiher im Landkreis, von dem ich noch nie gehört habe und den man beschwimmen kann und darf. Meist sind es die kleinen, die ich bisher nicht auf dem Schirm hatte, weil es eher Badeteiche als wirkliche Schwimmreviere sind. Aber um zum einen die Liste der entsprechenden Gewässer wachsen zu lassen und zum anderen vielleicht doch zumindest in meinem eigenen Landkreis alle relevanten Freiwasser kennengelernt zu haben, nehme ich jeden Tipp an.

Am Loaner See

Und so wundert es nicht, dass 2022 das „Jahr der Kleingewässer“ wird: Statt ausgiebigen Schwimmens nach der Arbeit in den größeren Seen oder Weihern im Münchner Norden und auf der Strecke nach Hause, zieht es mich in die „Teiche“ im Erdinger Land, also auch zu den Kiesgruben in Tratmoos und bei Moosinning, dem kleinen Notzinger und Finsinger Weiher und jetzt dem Loaner See.
Hinfahren – ein paar Runden schwimmen – Fotos – in die Liste eintragen – abhaken.

Abhaken?

Am Loaner See

Warum? Es ist doch wirklich schön da am Loaner See.
Na ja. Zum schwimmen ist der See nicht besonders attraktiv, viel zu klein, aber er ist landschaftlich reizvoll gelegen. Da lohnt schon deshalb ein Besuch.

Sofern man den Loaner See, gelegentlich auch Loana See geschrieben, überhaupt findet. Denn eigentlich wird er nur so ausgesprochen, geschrieben aber meist Lainer See und selbst das ist irreführend, denn ganz offiziell heißt er Erlensee.

Am Loaner See

Was schon mächtig übertrieben ist. Denn mit See hat der etwas größere Teich, den sich Angler, Bade- und Campinggäste teilen, wenig zu tun. Erlen allerdings gibt es dort.
Dafür strahlt er eine erhabene Ruhe aus. Ein Bilderbuchidyll, über das sich eine Abendgemütlichkeit und -stille legt. Das ist erstaunlich, da nebenan ein Campingplatz samt Blockhüttensiedlung steht. Aber unter der Woche hält sich kaum jemand dort auf – also alles Dauercamper.

Am Loaner See

Wer sich hingegen nicht an die feierabendliche Gemütlichkeit hält, sind die futtergierigen Karpfen, die zu Dutzenden im warmen Wasser dicht unter der Oberfläche einen Futterplatz umkreisen. Kaum, dass jemand den Steg betritt und die fetten Karpfen die Vibrationen wahrnehmen, kommen sie angeschwommen und fordern mauloffen ihr Deputat. Ganz offensichtlich bekommen sie das auch, und zwar gut, reichlich und oft. Sonst wären sie nicht so präsent, so wenig scheu und vor allem nicht so bereit, sich von Seebesuchern, die ihre Hand ins Wasser strecken, anfassen zu lassen. Ist nicht so mein Ding, aber gut, wenn Leute meinen, Karpfen streicheln zu wollen – bitte.

Am Loaner See

Ich halte es da statt Fischestreicheln eher mit Selberschwimmen, drehe meine Ründchen und halte ein wenig Abstand von diesem Bereich. Nein, bei aller Tierliebe, in die Karpfentruppe möchte ich mich nicht hineinbegeben. Und mit weit geöffnetem Maul am Ufer herumschwimmen und auf Futter warten, das jemand hinab wirft, ist auch nicht so mein Bestreben. So weit ist es dann doch noch nicht gekommen.

Nach dem Schwimmen gibt’s dann lieber am Kiosk vom Campingplatz noch ein Eis.

Ach ja, und dann war auch mal wieder Selfietime im Wasser. Denn ich war da – im

( ) Loaner See
( ) Loana See
( ) Lainer See
( ) Erlensee

Mir doch egal, wie der nun wirklich heißt genannt, geschrieben oder ausgesprochen wird.

Mit dem kleinen See habe ich nicht nur den 84. für meine Liste erkundet, ich bin auch an eine „Grenze“ gestoßen: Es ist zum Einen die Grenze des eigenen Landkreises, keine dreihundert Meter weiter stände ich im LK Landshut. Zum Anderen beginnt hinter dem Loaner See Richtung Osten das nahezu seenlose Gebiet entlang  der  A 94 Richtung Mühldorf, Rottal, Pfarrkirchen und Altötting.  Erst deutlich südlich dieser Linie im Chiemgau gibt es viele Freigewässer, die meisten davon kenne ich bereits.


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