Tagebuch zu dem Fotoprojekt „Vielleicht“ (#02): Brainstorming und Begriffsklärung

Die Katze ist aus dem Sack – schon ein paar Tage:

Vielleicht

also lautet das Thema eines Fotoprojekts der Düsseldorfer Fotoschule Drittregel, das bis zum Sommer läuft, für das ich mich angemeldet habe. Eine Fotoserie soll dazu entstehen, nicht nur eine Fotosammlung.
Das ist nicht gerade einfach. Zumindest ist das kein Thema, das sich an einem bestimmten Sujet abarbeitet oder sich auf eine bestimmte Fotografiertechnik konzentriert. Ich kann nicht einfach die Kamera greifen und losstapfen oder wie bei meinem eigenen Projekt #JedeWocheEinFoto mit offenen Augen auf Motivsuche gehen, bis mir etwas ins Auge springt oder ich plötzlich eine Idee habe. Inspiration ist nicht gefragt, oder zumindest jetzt noch nicht. Das high concept, das, was im Kopf entsteht, ist der erste Schritt. Klar: einfach treiben lassen geht auch. Das führt aber zu nichts, befürchte ich. Die Bilder brauchen mehr als eine gemeinsame Klammer als verbindendes Element. Sie sollen aber auch das widerspiegeln, was ich mit dem vorgegebenen Thema verbinde, wie ich es mit Inhalten fülle und sich dann dem Betrachter von selbst erschließen. Mehr noch: Sie sollen dem Betrachter Einblick in meine Ideen und Gedanken zum Thema geben.

Also:

Vielleicht

Ich gehe im Kopf auf die spontane Suche, finde aber nichts. Vielleicht liegt es daran, dass Vielleicht viel zu unkonkret ist. Zu wage, zu eventuell. Das ist nicht griffig, nicht sperrig, nicht kantig, nicht profiliert. Das ist wachsweich, schwammig, unentschlossen, unentschieden, das ist alles im Nichts und nichts in Allem.

Lottoschein mit Kugelschreiber und einem Glückscent Vielleicht... bin ich ja bald Millionär

Vielleicht… bin ich ja bald Millionär

Daher muss zunächst eine Begriffsdefinition her, was Vielleicht für mich bedeutet. Ein erstes Brainstorming hilft, um mich dem Thema überhaupt zu nähern.

Vielleicht – vor der Entscheidung zwischen Ja oder Nein
Vielleicht... Das ist der Moment, bevor ich mich entscheiden muss, etwas zu tun oder zu lassen. Das wohl abzuwägende Ganz oder Gar nicht , es liegt in meiner Entscheidung.

  • Mach ich das oder lasse ich es?

Vielleicht – die Wahl zwischen Alternativen
Vielleicht ist der Moment, zwischen zwei oder mehreren Alternativen zu wählen.

  • Vielleicht mache ich das so oder eben anders.
  • Vielleicht wähle ich diesen Weg oder jenen.

Vielleicht – die Perspektive auf etwas, das geschehen wird
Vielleicht ist der Blick in die Zukunft mit der Hoffnung, dass etwas passieren wird. Oder gerade nicht. Hier bin nicht ich der handelnde Mensch, ich muss etwas auf mich zukommen lassen, das sich möglicherweise (auch so ein Wort) meinem Einfluss entzieht. Es liegt also nicht in meiner Macht. Das lässt hoffen und bangen.

  • Vielleicht wird das passieren – vielleicht aber auch nicht.
  • Vielleicht wird es auf diese Art oder eben auf eine andere weitergehen.
  • Vielleicht wird es richtig gut -vielleicht aber auch richtig schlecht.

Vielleicht als pure Spekulation
Vielleicht ist schließlich die Basis für Mutmaßungen und Spekulationen zugleich allerdings die Hinterfragung von Tatsachen oder Behauptungen. Es weckt den kritischen Geist, öffnet aber auch die Tür zu allerlei kruden Theorien. Achseln zucken. Fragezeichen tauchen auf, alles wird wage.

  • Vielleicht ist das so – vielleicht aber auch nicht.
  • Vielleicht ist das wahr oder vielleicht falsch.
Vielleicht bringt eine schwarze Katze doch Unglück. Dann werde ich eben nicht Millionär

Vielleicht bringt eine schwarze Katze doch Unglück, dann werde ich eben nicht Millionär.

Es ist spannend und führt zu einem allerersten Brainstorming, doch davon später. Zunächst aber stelle ich fest, dass es im Groben vier Vielleicht gibt, bei zwei Varianten kann ich selbst entscheiden, die anderen beiden hingegen beeinflussen mich mehr als ich sie: Die Ungewissheit des Kommenden und die Spekulation.

Das aktive Vielleicht und das passive Vielleicht.

Das ist doch schon mal ein allererster Ansatz für das Fotoprojekt.
Mit dem ich werde arbeiten können.


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