Tagebuch zu dem Fotoprojekt „Vielleicht“ (#01): Es geht los.

Ein neues Fotoprojekt steht an.
Wohin geht die Reise? Vielleicht ins Nichts, vielleicht aber auch zu ganz viel Neuem… wer kann das wissen?

Doch von Anfang an.

Ein auf Facebook beworbenes Fotoprojekt weckt meine Aufmerksamkeit. Initiiert wurde es von Kerstin, Marwin und Antje von der Düsseldorfer Fotoschule Drittregel. Es läuft als eine längerfristige Aktion verbunden mit mehreren Zoom-Meetings, Diskussionen und Austausch in einer Facebook Gruppe und haufenweise E-Mails mit Tipps und Informationen.
Zum neunten Mal veranstaltet das Trio ein solches Projekt, für mich ist es das erste Mal, dass ich bei so etwas mitmache. Ich habe selten Zeit oder Geduld, mir fehlt es etwas an langem Atem und offen gestanden auch ein wenig an Teamfähigkeit, mich bei so etwas einzuordnen.

Wenn mir zum Beispiel per Mail ellenlang vorgeschlagen wird, mein Projekt in einem digitalen Wideboard namens Miro zu sortieren, finde ich das zwar einerseits einen guten Ratschlag für alle, die sich nicht organisieren können, fast schon rührend, andererseits auch für mich selbst etwas skurril. Zugegeben, das ist mein eigenes Problem, es ist cool von den Veranstaltern, auch so etwas zu berücksichtigen und es ist ja nur ein Vorschlag. Und zwar für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer, wie viele immer es sein mögen.
Sie wissen ja nicht, wie lang die Flure in meinem Gedankenpalast (Danke Sherlock für dieses tolle Wort) sind und wie viele Zimmer davon abgehen. Und sie können nicht wissen, wer wie seine Projektarbeit organisiert, wer überall an der Wand Zettel kleben hat, wer sich alles digital notiert und wer eben dafür ein Zimmer im Gedankenpalast bereitstellen kann.

Auch ein 18 seitiges PDF, genannt Arbeitsheft voller Tipps und Tricks für Fotoprojekte ist sicherlich hilfreich. Oder auch nur vielleicht. Dabei geht es nicht darum, nichts lernen zu wollen, sich nicht weiterentwickeln zu wollen. Das Problem ist ein anderes.

In diesem Projekt wird enorm auf Dialog gesetzt – und das läuft diametral zu meiner bevorzugten Arbeitsweise.
Ich arbeite am liebsten alleine – ganz alleine. Ich möchte mich nur ungern über meine Ideen austauschen. Ich möchte mir nicht rein- und vor allem nicht im Vorfeld irgendetwas kaputtreden lassen. Wohl, weil ich das schon oft genug erlebt habe.
Was nicht heißt, dass ich wie zum Beispiel bei der Erstellung meiner Bücher nicht auch mit sehr wenigen Leuten darüber rede. Aber generell ist Work in Progress für mich geheime Verschluss-Sache; manchmal, weil ich einfach noch nicht so weit bin, und man sollte nicht allzu viel über ungelegte Eier reden.
Manchmal bin ich sehr zurückhaltend, weil ich in der Tat nicht möchte, dass mir eine in meinen Augen gute Idee geklaut wird. Meist aber möchte ich vermeiden, dass mir zu viele (konträre und von individuellen Geschmäckern und Erfahrungen geprägte) Meinungen im Vorfeld mir den Blick darauf verstellen, wo ICH eigentlich hin will mit dem Ganzen. Weniger reden – mehr machen.
Wer vorher zu viel diskutiert, der kommt möglicherweise nie irgendwo an, vor allem nicht, wenn er auf alle Impulse eingeht und wieder und wieder alles ändert. Und wer Impulse, die von außen kommen, zurückweist, gilt schnell als unbelehrbar und arrogant.

Lege ich überhaupt Wert auf die Meinung anderer, wildfremder Leute, wenn ich Fotos doch sowieso in erster Linie nur für mich selbst, oft für mein Blog und gelegentlich für meine Bücher mache? Denn es soll ja nicht um die Gestaltung (Horizont schief, Sensorfleck, zu viel Schwarz im Bild…) gehen sondern um das high concept. Ich habe da berechtigte Zweifel.

Werde ich mich ändern können? Werde ich mich öffnen können? Oder wollen?
Vielleicht.
Vielleicht auch nicht.
Einen Versuch zumindest ist es wert.


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