Ein Abstecher zum Rothsee – (Challenge 2018/3h)

Der Zufall will es, dass ich in diesem Jahr gleich drei fränkische Seen auf der Liste meiner persönlichen Neuentdeckungen habe: den Happurger Stausee, den Badesee Niedernberg und jetzt eben den Rothsee, den ich am vergangenen Wochenende einen Besuch abgestattet habe.
Einmal mehr nämlich durchquerte ich das Frankenland auf dem Weg zu einer Veranstaltung im Hessischen. Da fahre ich quasi jedes Mal am Rothsee vorbei. Warum also nicht eben von der Autobahn in Hilpotstein runterhüpfen, ein paar Kilometer fahren und den Stausee,in den 90er Jahren zur Wasserbewirtschaftung Bayerns entstand, erkunden?
Rothssee - Strand HeubergOft genug hat mich das Tourismus-Schild an der Autobahn ja auf die Fränkische Seenplatte hingewiesen, denn es gibt weitaus mehr als nur diesen einen Stausee. Das Ganze heißt übrigens auch Triathlonregion Rothsee, weil hier die Challlenge Roth ihre Heimat gefunden hat, der weltweit größte Langdistanz-Triathlon. Zigtausend Einzelstarter sind dabei, dazu Staffelstarter. Auf Wikipedia lese ich, dass über 260.000 Zuschauer gezählt werden. Die Athleten müssen 3,8 Kilometer schwimmen, 180 Kilometer auf dem Rad zurücklegen und einen Marathon von 42,2 km laufen. Wahnsinn!

Die 3,8 Kilometer reizen mich allerdings auch, das ist, wenn man nur schwimmt, kein Hexenwerk. Statt des Radfahrens und Laufens werde ich nach dem Schwimmen allerdings 328 Kilometer mit dem Auto fahren, bis ich mein Ziel erreiche.
Da ich die Original-Triathlon-Strecke nicht schwimmen kann, denn sie findet nicht im See sondern im benachbarten und dafür gesperrten Main-Donau-Kanal statt, bemühe ich Facebook um Tipps. Schließlich kann ich kaum erwarten, dass der Kanal mal eben auch für mich gesperrt wird. Ich frage in diversen Gruppen im Vorfeld, wo man im Rothsee gut ins Wasser und schwimmen kann, was natürlich dazu führt, dass es zwei Tipps gibt, zwischen denen ich mich entscheiden muss. Entweder eine Runde im kleinen oder eine Runde im großen Rothsee?

Wie, es gibt zwei?

Rothsee - Bleiern
Neugierig macht mich, der Tipp, in dem es heißt, man könne vom Strandbad Heuberg starten und dann am Elefanten vorbei…

Elefant?

Keine Ahnung, wer oder was damit gemeint ist.
Das Geheimnis entschlüsselt sich mir als Ortsfremden erst, als ich tatsächlich im Wasser bin, auf eine Skulptur am Ufer aufmerksam werde, von der ich später erfahre, dass sie die Große Schulter heißt, vermutlich ist das der Elefant. Von dort weitet sich der L-förmige See zum langen Schenkel, fast rechtwinklig geht es am Ufer entlang. Eine Insel liegt dort, irgendwo dahinter werde ich umkehren und den gleichen Weg zurückschwimmen.

Rothsee - Der Elefant

Ohne mich lange aufzuhalten, geht es vom Strandbad los, nicht ohne Boje, in der ich meinen Autoschlüssel verstaut habe. Nahezu alles habe ich im Auto gelassen, denn ich wurde mehrfach darauf hingewiesen, dass am Rothsee gerne mal Schwimmtaschen und -sachen geklaut werden, und das wäre extrem blöd für mich.Im Rothsee mit Boje

Die Sonne sticht unbarmherzig, das Wasser ist viel zu warm, der Sommer haut einmal mehr raus, was er kann. Es ist eine schwere, bleierne Hitze, kaum ein Luftzug geht, trotzdem haben sich ein paar Segler herausgewagt. Die Armen.
Schwimmen macht immer weniger Spaß. Es erfrischt nur nicht, es wird immer anstrengender, das Wasser mit der Zeit immer unappetitlicher, was übrigens nicht nur im Rothsee der Fall ist.Rothsee Hitze
Längst ist die Insel gar keine mehr, man könnte sie nicht nur über die Brücke sondern auch über den trockenen Seegrund erreichen. Umschwimmen? Undenkbar.
Ob viel Wasser dem See entnommen oder einfach so verdunstet ist, weiß ich nicht – ist mir allerdings auch relativ egal.
Lustlos und müde passiere ich das bewaldete und schilfbewachsene Ufer, quäle mich hundert Züge weiter, dann noch mal und ein drittes Mal, dann kehre ich einfach um. Es reicht. Erfrischung? Die gibt es im Freiwasser kaum noch.
Und an die Triathlon-Distanz von 3,8 Kilometern denke ich gar nicht mehr.

Am Ufer hat es sich dermaßen aufgeheizt, dass sich jeder ausgedehnte Aufenthalt verbietet. Die wenigen Schatenplätze sind belegt, ich trockne ab, was nicht ohnehin schon in wenigen Minuten von der Sonne trocken ist, packe meine Siebensachen und mache mich auf den Weg. Ein Stück davon  fahre ich über Land, Erfrischung im klimatisierten Auto ist alles, was ich jetzt brauche.
Dann kommt der Hunger. Irgendwo wird es doch sicher ein Café oder eine Bäckerei mit ein paar schattigen Stühlen für eine ausgiebige Pause geben. Der Weg nach Hessen ist noch weit – und die Staus nehmen eher zu als ab…
Ich sollte öfter daheim bleiben.


Noch zu erledigen:

Fünf Wiederentdeckungen: noch 1
Und außerdem: Jahressoll 480 km / Ranking aktualisieren / Chiemsee – ein neuer Uferabschnitt / Badehosen ausmisten / Chiemsee-Querung / Goldene Stunde / 100km im Freiwasser

Erledigt:
Fünf neue Seen: Tüttensee, Pullinger Weiher, Haager Badesee, Kirchsee, Happurger Stausee, Badesee Niedernberg, Lauser Weiher, Rothsee
Fünf Wiederentdeckungen: Pelhamer See, Thenner Weiher, Feldmochinger See, Klostersee
Und außerdem: Ein 5.000er, Völklingen – ein fremdes Hallenbad, Langbürgner See, Michaelibad – ein fremdes Freibad, Vollmondschwimmen


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1 Antwort

  1. Frau Körb sagt:

    Der Rothsee ist wie die meisten fränkischen Seen zu schnell genutzt worden und zu wenig eingewachsen. Seit Jahren hat es da im Sommer immer schlechtere Wasserqualität, auch wenn die Werte offiziell ganz gut sind.
    Welcher See in der Platte momentan noch zu empfehlen ist, ist der Brombachsee (https://www.fraenkisches-seenland.de/grosser-brombachsee/15Autominuten vom Rothsee entfernt), aber auch der ist am Kippen, wenn es nicht morgen ein ordentliches Frischwassergewitter gibt. Grüße

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