Was in unserem Garten blüht (03): März

Blüht im März: Die Salweide

Ei der daus… schon ist es März, bzw. sogar schon April, wenn dieser Beitrag erscheint. Das erste Vierteljahr ist um. Die Frühblüher gaben sich regelrecht die Klinke in die Hand. Auffallend, als gäbe es da ein Konzept, ist der Farbwechsel. Das Jahr startete weiß, wechselte im Februar auf sattes Violett, Anfang März ist es eindeutig Gelb, das dominiert, bevor das Violett zurückkehrt.
Die Weidenkätzchen öffnen die Knospen, in Windeseile verbreitet sich die Nachricht in der Insektenwelt. Während die Wildkrokusse auf der Wiese mehr oder weniger abgeerntet und verblüht sind, wird die Weide zum nächsten Magneten für Hummeln und Honigbienen. Es ist ein beständiges Kommen und Gehen und ich schaue gern dabei zu.

1. Schlüsselblume (Primula veris)
Warum überrascht mich nicht, dass die Schlüsselblumen die nächsten sind, die zu blühen beginnen? Vielleicht, weil schon im Februar ein zartes, noch winziges Gelb zu sehen war und ich die Pflanze, die schon etwas länger blüht, erst am ersten März entdecke. Also rechne ich sie erst in diesem Monat mit statt sie nachzutragen.
Primula heißen sie nicht ganz umsonst, die Ersten, auch wenn sie nicht die ersten sind. Die meisten Schlüsselblumen im Garten waren früher Topfpflanzen für den Frühlingstisch oderwuchsen zusammen mit Hyazinthen, Tulpen und anderen in Pflanzschalen. Waren sie verblüht, war das noch lange kein Grund, sie in die Biotonne zu schmeißen. Jede einzelne dieser Pflanzen wurde irgendwo im Garten eingepflanzt. Manche kamen/kommen im nächsten Jahr wieder, manche nicht.
Wild lebende Schlüsselblumen stehen übrigens unter Naturschutz, ein Grund mehr, die Pflanzen, wenn man sie im Topf hat, nicht einfach in die Tonne zu kloppen. Und selbstverständlich auch ein Grund, auf keinen Fall irgendwo welche aus- und im eigenen Garten wieder einzugraben.

Blüht im März: Die Schlüsselblume

2. Narzissen (Narcissus pseudonarcissus)
Was wäre das Frühjahrsgarten ohne Narzissen bzw. Osterglocken, wie sie auch genannt werden? Gleich in den ersten Märztagen lassen sich die knospigen Blüten sehen und dann dauert es nicht mehr lange, bis sich eine nach der anderen öffnet. Narzissen, gehören, seit sie aus Südosteuropa hier bei uns heimisch gemacht wurden, sicher zu den populärsten Pflanzen in unseren Gärten überhaupt. Und das völlig zu Recht.

Blüht im März: Narzissen

3. Forsythie (Forsythia)
Ich weiß, dass ökologisch gesehen Forsythien Rohrkrepierer sind. Ihre Blüten sind leer, für Insekten sind die Sträucher nutzlos. Aber die Forsythie stand bereits dort, als wir das Grundstück samt Haus erworben haben. Sie deshalb wegzureißen, wäre auch falsch, zumal der Garten reichlich Insektennahrung bietet. Da darf die Forsythie gerne bleiben. Denn sie blüht so schön im Frühjahr und spendet im Sommer als eine der Heckenpflanzen zur Straße ein wenig Sichtschutz. Dieses Jahr hält sich die Blüte allerdings sehr in Grenzen, der strenge Erziehungsschnitt des vergangenen Herbstes zahlt sich in dieser Hinsicht heim. Aber nächstes Jahr wird es wieder ein gelbes Blütenwunder geben.

Blüht im März: Die Forsythie

4. Persischer Ehrenpreis (Veronica persica)
Der Erste, der das Farbkonzept „gelb“ durchbricht, ist der persische Ehrenpreis, dessen hellblauer Hauch von Blüte erstmals Mitte März zu sehen ist. Für viele ist der Ehrenpreis ein unscheinbares Gewächs, ein Unkraut, eine Angriffsfläche für Hobbygärtner:innen.
Für mich nicht. Ich lasse den Winzling unbehelligt in einem der Schildkrötengehege wachsen. Selbige, also die Schildkröten, interessieren sich auch nicht für sie, also kann sie wachsen und gedeihen, blühen und verblühen wie das im Vegetationszyklus der Pflanzen eben vorgesehen ist.

5. Gartenhyazinthen ((Hyacinthus orientalis)
Gartenhyazinthen gehören zu meinen absoluten Lieblingsblumen. Oft habe ich schon früh im Jahr welche gekauft und im Haus stehen gehabt. Sie sind nicht nur wunderschön, sie verströmen auch einen atemberaubenden Duft. Spannend war früher, ob sich die Blüten als weiß, rosa, violett oder blau herausstellen, heute steht das oft auf den Töpfen, was die Überraschung stiehlt, aber letztlich muss die Blume ja in das Farbkonzept der „Landlust“-dekowütiger Zeitgenoss:innen passen. Das verstehe ich.
Zumindest, so lange sie frisch sind, duften sie, aber irgendwann ist dann der Punkt gekommen, da riechen sie nur noch streng und unangenehm. Spätestens dann landet die Blume auf der Terrasse, später wird die Zwiebel irgendwo im Garten in der Erde eingegraben. Viele Hyazinthen kommen Jahr für Jahr wieder, nicht mehr so groß wie im Haus, aber trotzdem beharrlich.

Blüten im März: Hyazinthe

6. Balkan-Windröschen (Anemone blanda)
Wo kommt jetzt Ihr her? möchte ich fragen, als ich zwei Balkan-Windröschen im Garten entdecke. Gepflanzt haben wir sie nicht. Ein Blick über den Gartenzaun hilft. Die Windröschen sind Zuwanderer von den Nachbarn, die über den Zaun herüber gekommen und sind und sich selbst ausgesät.
Na dann: Herzlich willkommen auch in unserem Garten.

Blüten im März: Balkan Windröschen

7. Scharbockskraut (Ficaria verna)
Mal mehr mal weniger intensiv breitet sich jedes Jahr das Scharbockskraut aus. Für die meisten ist das Unkraut, uns stört das nicht, so schnell wie es kommt, ist es nach der Blüte auch wieder verschwunden. Im Gegenteil, die gelben kleinen Blüten im Beet sehen sehr schön aus.

Blüten im März: Scharbockskraut

9. Perl- oder armenische Traubenhyazinthe (Muscari armeniacum)
Unter und zwischen den Narzissen wachsen Traubenhyazinthen. Das ist gewollt, ich mag diese kleinen Blumen – die Bienen mögen sie übrigens aus. Wie viele Pflanzen in unseren Gärten stammen auch die Traubenhyzinthen nicht aus Europa. Überhaupt sehe ich beim Verfassen dieses Beitrags eine im wahrsten Sinn des Wortes bunte Mischung von Gewächsen, die zwar bei uns längst heimisch geworden sind, aber deren Ursprünge auf dem Balkan, im Orient oder im Kaukasus liegen. Botanisch also ist unser Garten Multi-Kulti. Und ich finde das gut,

Blüten im März: Perlhyazinthen

10. Blutpflaume (Prunus cerasifera ‚Nigra‘)
Es ist ein Summen und Brummen in der Blutpflaume, kaum, dass sie Mitte März die Blüten öffnet. Sie zieht Insekten in großer Zahl an, was auch einen gewissen Ausgleich für die zwar schöne aber ökologisch nutzlose Forsythie (s.o.) darstellt. Die Blutpflaume, deren Stamm weit hoch mit Efeu überwuchert ist. bildet so nicht nur eine Bienenweide im Frühjahr sondern auch für Singvögel einen Versteck- und Nistplatz.

Blüten im März: Blutpflaume

11. Gewöhnliche Sternhyazinthe (Chionodoxa luciliae / Scilla luciliae)
Da streiten sich die Gelehrten, ob gewöhnliche Sternhyazinthen zur Gattung Chinodoxa oder Scilla gehören; das ist mir sowas von egal. Sollen sie.
Hauptsache, die kleinen Blüten kommen langsam aus der Erde. Die ersten entdecke ich Ende März an einem durch und durch verregneten Tag. Damit machen sie ihrem griechischen Gattungssamen „Schneeglanz“ wenig Ehre. Denn Schnee ist weit und breit keiner mehr zu sehen oder zu erwarten.

Weiter geht es dann Anfang Mai mit dem Beitrag über die Gartenblüten im April.

Die Monate:
JanuarFebruar – März – April – Mai – Juni – Juli – August – September – Oktober – November – Dezember


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3 Antworten

  1. Nati sagt:

    Ausgerechnet das Bild vom Ehrenpreis ist nicht zu sehen.
    Du bist der erste Mann der den Duft von Hyazinthen im Haus mag. Die meisten empfinden ihn zu extrem.
    LG, Nati

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