Ein Foto, eine Welle, Fragen, eine Antwort

Fragen zur Welle gab’s zum letzten Juni-Bild der Twitter-Aktion #JedeWocheeinFoto.

Was genau ist das?

Welle, Fontäne, Wasserspritzer

Die Aufgabenstellung war Waterdancing – Wasser in Bewegung.
Da hätte mir viel einfallen können: Leitungswasser, das aus dem Hahn perlt, ein Fluss, ein Wasserfall, Wellen, Springbrunnen, Gartenschlauch… vieles davon habe ich im Archiv.Reichenbach-Wasserfall

Aber wie heißt es so schön: Du sollst kein Archivbild nehmen – ein Gebot, an das ich mich fast immer halte.
Gelegentlich allerdings nicht – nämlich dann, wenn ich unbedingt ein bestimmtes Foto, das mir einfällt, in diese Aktion einbringen will und selbiges nicht noch einmal machen kann oder machen will. Es ist meines Erachtens nämlich vollkommen unsinnig, zum Thema Symmetrie, wenn ich den Hochspannungsmast beim Nachbardorf von unten zeigen will, diesen noch einmal anzufahren und zu fotografieren, wenn ich das gleiche Motiv ein paar Wochen vorher schon fotografiert habe. Der Mast ändert sich nicht, allerhöchstens der Bewölkungszustand des Himmels und der Stand der Sonne je nach Tageszeit. Geschenkt – finde ich jedenfalls.

Symmetrie eines Starkstrommasten

Auch das Waterdancing-Foto stammt aus meinem Archiv. Es zeigt eine selbst erzeugte Mini „Welle“ und wurde in den vergangenen Jahren über 200mal aufgenommen. Nicht immer im gleichen Weiher und wenn doch, dann nicht immer an der gleichen Stelle. Und von den Dutzenden an Fotosessions sind jeweils – wenn überhaupt – ein oder zwei Bilder übrig geblieben. Wiederholen könnte ich das Bild, um der Regel der Aktion zu entsprechen, allerdings mehrmals in der Woche. Immer nämlich dann, wenn ich im Freiwasser unterwegs bin.
Womit wir endlich dazu kommen, was das eigentlich ist.
Eine Welle – von Menschenhand erzeugt, um es kurz zu beantworten. Und wenn ich präziser sein will: Nicht mit der Hand, sondern mit dem Fuß.
Auf dem Rücken im Wasser liegend, was eine gewisse Körperanspannung erfordert und durch den Auftrieb des Neoprenanzugs deutlich erleichtert wird. So geschehen im Thuner See..

Füße hoch im Thuner See. Welle machen

wie auch im Kronthaler Weiher.
Kann ja auch nicht sein, dass ich von jedem Schwimmen, über das ich bloggen will, immer nur Selfies mit meiner Visage mal über, mal unter Wasser mit heim bringe. Warum nicht auch mal die Füße?


Und wenn man schon mal die Beine oben hat, dann kann man sie auch gehörig bewegen und mit dem einen Fuß locker und flockig das Wasser nach oben schlagen, so als wolle man im Fallrückzieher beim Fußball den Ball ins Tor wuchten.
Und gleichzeitig das Ganze mit der Unterwasserkamera so lange fotografieren, bis der Akku leer ist.
Eine Fontäne? Eine Welle? – Wie soll man sowas nennen?

Welle vor Bildbearbeitung

Vorher

Zugegeben – Die Fotoidee war einigermaßen experimentell, aber nicht besonders originell. Sie entstand, als ich die Kamera neu hatte und ihre Möglichkeiten und Grenzen testen wollte. Seitdem habe ich es zigmal probiert.
Offensichtlich erschließt sich das Motiv des Bildes für die Betrachter nicht auf den ersten Blick. Daher die Rückfrage, die ich hier gerne beantworte – so wie einst nach dem Brandungsmotiv an der Versilia.

Gelegentlich geht es im Blog auch aum das Wie? der Fotos – dazu gibt es zum Beispiel mein Bekenntnis zur digitalen Fotomanipulation, dem gezielten „Drum herum Fotografieren von Touristen“, um die Wirklichkeit verfälscht zu zeigen, zur exzessiven Serienfotografie oder dem digital herbei geführten Stilklau.

Die Aktion Wassertreten wiederholte ich zwangsläufig zigmal, betrachtete die Bildausbeute kritisch, löschte alles, machte das Ganze nochmal und nochmal und nochmal. Denn ich wollte, dass man weder den Unterschenkel noch den Fuß sehen kann – also nicht zu früh und nicht zu spät auslösen.

Welle nach Bildbearbeitung

Nachher

Irgendwann kam dann ein Bild dabei heraus, das einer gewissen Politur in der digitalen Nachbereitung bedurfte. Das übliche Programm: 1. Bild drehen zur Horizontbegradigung, 2. Bild beschneiden als Ausschnittvergrößerung, 3. Sanfte Korrekturen an Farbe, Kontrasten, Helligkeit dazu ein wenig Weißabgleich und ein bisschen schärfen.
Das war’s. Fertig. Ab ins Netz damit. Und ins Archiv.

Dort habe ich es für diese Aktion wieder hervorgeholt. Statt erneut eine Welle zu machen.
Natürlich hätte ich nach diversen Schwimmrunden im (in diesem Fall anderen) Weiher die Fotosession wiederholen können.
Nö – tut nicht not.


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