Spazieren statt Schwimmen gehen (#21): Sabine war da – und Bianca

Sabine war da – und Bianca. Und ein paar weitere etwas sanftere Stürme noch dazu. Gewütet haben sie alle im Wald hinterm Dorf. Vor allem die beiden Orkantiefs , die im Februar und März über Deutschland hinwegfegten, haben ganze Arbeit geleistet, zumindest in den Fichtenwäldern , in denen wir oft und gerne spazieren gehen.
Fast sieht es so aus, als ob das, was die eine nicht geschafft oder nur gelockert hat, die andere vollendet hat. Massenhaft haben die Stürme Fichten niedergelegt.Im Wald hinterm Dorf

Kaum war der erste Orkan durch und waren die ersten Bäume beseitigt, ging das Ganze von vorne los.
Windanfällig und flach wurzelnd, wie die Fichten nun mal sind, hatten sie den Stürmen  nur wenig entgegenzusetzen. Im Wald schaut aus wie in einem Riesen-Mikado. Viele Baumstämme liegt kreuz und quer herum.
Stangerlwald werden solche Monokulturen in dieser Region oft genannt. Nicht ohne Grund. Denn mit wirklichem Wald hat das Ganze nurmehr wenig zu tun. Fichten, wohin man sieht, dünne Stangerl mit einem Baumwipfel.
Es ist trotzdem schön, endlich wieder einen ausgiebigen Spaziergang im Holz zu machen. Nach den Orkanen gab es reichlich Warnungen, man solle den Wald meiden, herunterfallende Äste, umknickende Bäume sind eine ernste Gefahr. Wohl wahr, wer will schon einen herabstürzenden Ast auf den Kopf bekommen, von einem fallenden Baum ganz zu schweigen. Auch wenn es statistisch vermutlich höchst unwahrscheinlich ist, man muss sein Glück ja nicht unbedingt provozieren.

Aber bei einem Spaziergang am vergangenen Wochenende mit angenehmen Temperaturen und kaum einem Luftzug, drängt es uns doch wieder hinaus ins Grüne, hinein in den Wald. Eine ausgiebige Sonntagsrunde durchs Dorf und zwischen den Feldern ist eben nur halb so schön. Überall sehen wir Spuren der Verwüstung:

Entwurzelte Fichen

Viele Bäume liegen quer über den Forstweg und hindern und am Weitergehen. Es bleibt nur, darüber zu klettern oder den Weg verlassen und sie im Bogen um Gipfel oder Wurzelteller durch Brombeergestrüpp zu umrunden. Ok – Umkehren ginge auch. Aber wer will das schon?

Bäume kreuz und quer über den Weg. Sabine war da

Zum Teil sind die Bäume einfach durchgebrochen, der Großteil aber ist mitsamt Wurzeln aus dem Boden herausgerissen. Aufrecht ragen nun die Wurzelteller in die Höhe und es ist deutlich zu sehen, wie flach diese sind.

Wurzelteller einer Fichte von oben

Wurzelteller einer Fichte von unten

Auf bis zu vier Meter Durchmesser bringen es die großen, flachen „Teller“, aber kaum mehr als eineinhalb Meter Stärke. Es ist nicht verwunderlich, dass die Fichten kaum Halt im Erdreich finden, wenn Orkanböen über sie hinweg rauschen.

Wurzelteller einer Fichte - umgelegt von Sabine

Natürlich kann man den Waldbesitzern, die vor 60 Jahren Fichten in großem Stil angepflanzt haben, keine Vorwürfe machen, sie hätten dies wieder besseres Wissen getan – schon klar. Die Sturmschäden sind immens, so blöd kann niemand sein,  das damals wissentlich in Kauf genommen zu haben. Jetzt aber wird es dringend Zeit, die Wälder umzubauen – und viel passiert ja mittlerweile.

Es knarzt es im Gehölz, Fichten, die von den benachbarten Bäumen im Sturz aufgefangen wurden, reiben aneinander. Ein unangenehmes Geräusch, selbst, wenn man nicht direkt unter den Bäumen hindurch gehen muss. Davon ungerührt hämmert ein Specht ins Holz. Vögel zwitschern, der Frühling kommt.

Entwurzelte Fichten - Sabine war da. Und Bianca

An den Bruchstellen der Fichten riecht es unverkennbar nach frischem Holz, ein angenehmer, aromatischer Duft des noch feuchten, saftigen Holzes, trotz all der Zerstörung.
Die zersplitterten Stümpfe ragen überall aus dem Waldboden. Auch sie werden nach und nach verschwinden. Jetzt aber geben sie so manches Bildmotiv her.

Bruchstelle eines Baumes

 

Fichtenstumpf - Rückstand von Sabine

Fichtenbruch - Opfer von Sabine

Sabine hat die Fichten abgebrochen.

 


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1 Antwort

  1. Linsenfutter sagt:

    Solange die gesunden Bäume stehen bleiben und nur die kranken Bäume umgeweht werden, geht es ja noch. Aber wehe wenn nicht …

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