Spazieren statt Schwimmen gehen (#20): Ein Spiel von Licht und Schatten

Neues Jahr, neues Glück?
Warum nicht?

Der Wald, der wenige hundert Meter gegenüber unserem kleinen Haus beginnt, lädt zum ausgiebigen Spazieren ein. Mehrfach war davon hier schon die Rede. Und jedes Mal überrascht es uns, wie wenig Menschen hier spazieren oder wandern gehen. Was nicht heißt, dass ich es gerne anders hätte. Auch am Neujahrstag, an dem man seinen Kopf ein wenig lüften könnte, sind nur wenige Menschen im Freien unterwegs. Die einen mögen den Rausch ausschlafen, andere das Neujahrskonzert aus Wien im Fernsehen anschauen. Uns drängt es nach draußen. Zu schön scheint die Sonne, und der Wald verspricht ein berauschendes Spiel aus Licht und Schatten, aus frostig-kalten Bereichen und dort, wo sie hinscheint scheint, zart wärmende Wintersonne. Also raus in die Natur…Licht im winterlichen Fichten Wald - spärlich.

Die Sonne steht niedrig, kaum, dass sie über die Wipfel der Bäume langt, dafür brechen ihre Strahlen immer wieder durch die „Stangerl“ durch. Es entstehen Stimmungen aus Licht und Schatten, die für eine Kamera kaum einzufangen sind.

Zwischen den Stangerln der Fichten erstrahlt die Sonne in ihrem Licht

Mal treffen die Sonnenstrahlen auf vertrocknete Gräser, mal dringen sie gar nicht durch, so dass das Wasser, das sich in den tiefen Spuren der Fahrzeuge der Waldarbeiter gefriert.

Gras im Licht

Bizarre Muster ergeben sich zu unseren Füßen. Wieder und wieder. Muster, die wohl jeder, der solche zugefrorenen Pfützen kennt, schon gesehen hat. Aber wer hat näher hingeschaut? Wo ist Wasser, wo Luft unter dem Eis?

Gefrorene Pfütze im Schatten

Eiskristalle überziehen Blätter und Stängel der wilden Brombeeren, die am Wegesrand wachsen.

Mit Eis überzogene Blätter

Und nicht nur die – gegenüber auf der anderen Seite des Weges das gleiche Bild. Statt der Brombeeren allerdings sind es Gräser.

Mit Eis überzogene Gräser

Ich höre förmlich meine kleine Kamera fluchen, als ich ihr einen Gewaltakt abverlange: Die vertrockneten Blütenstände scharf zu stellen, das Sonnenlicht einzufangen, das Ganze stimmig und scharf, nicht wegen des enormen Lichtes zu streiken. Sie schafft es irgendwie. Ein nur wenig Weiß- und Schwarzabgleich sind nötig und ein Bild ist fertig, das mir persönlich sehr gut gefällt (Ich weiß, Eigenlob riecht, trotzdem: Ich mag das Foto):Licht und Gegenlicht. Vertrocknete Pflanze

Zwischen Wald, Feldern und Wiesen führt uns der Weg zum Müllner Bründl, über das ich hier schon mal geschrieben habe. Daher muss ich das nicht wiederholen. Auch der Wald dürfte Stammlesern aus anderen Beitägen bereits bekannt sein, auch wenn uns der Weg mal so, mal so durchs Holz führt.Wiese im Schatten - Wald in der Sonne

Zart wärmende Wintersonne - stahlblauer Himmel

Ein Blick vom höchsten Punkt unseres Spaziergangs zurück täuscht weites Land und schier endlose Wälder vor, dabei liegt unser Dorf kaum zwei Kilometer Luftlinie entfernt.

Zeit, den Heimweg anzutreten. Zurück in den Wald heißt auch: Zurück nach Hause. Eine vorzügliche, rund achteinhalb Kilometer lange Runde für einen Neujahrstag.

PS: Auf halber Strecke mache ich ein Foto von Wald, Licht und Schatten, das – nun sagen wir mal – einer Film- oder einer religiösen Erleuchtungsszene entliehen sein könnte. Vollkommen unwirklich, in jedem Film bestens geeignet, die Zuschauer die Augen verdrehen zu lassen, weil es doch arg dick aufgetragen ist.
Aber ehrlich, Leute: Das sah genauso aus. Hoch und heilig geschworen.

Licht zwischen den Bäumen.

Und doch war es nur die Sonne, die ihre Strahlen durch die Fichten gequetscht hat. Nicht mehr. Licht findet eben fast immer seinen Weg.


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