Kleines Loch – große Wirkung

Transparenzhinweis: Der Beitrag ist nicht versponsort, das hier angesprochene Produkt hingegen ist teilgesponsort.

„Chlorbeständig – ultra-flach – extraleicht – schnell trocknend – außergewöhnlich atmungsaktiv – farbecht – einrollfest – formstabil – pillingresistent“, so verspricht es das erste im Produkt angebrachte Schildchen. Ein weiteres verheißt: „Italienisches Gespür für Design und hochwertige Verarbeitung, die es sowohl Leistungssportlern als auch aktiven Schwimmern ermöglicht, Bestleistungen zu erzielen.“

Klingt doch super – oder?

Worum geht’s.
Ich habe eine neue Badehose, das ist an sich nichts Ungewöhnliches, ich habe ständig neue Badehosen.

Dieses Mal aber ist alles anders

Denn jetzt habe ich ein High End Produkt, zumindest für meine Maßstäbe. Das erste mal eine mit Fina Siegel. Eine Head Liquidpower Racing Jammer, eine Wettkampfschwimmhose, die ich mir nie gekauft hätte; eine Hose, mit der man vermutlich die letzten Zehntelsekunden für einen Sieg doch noch herausholt, wenn man Technik und Kraft bereits optimiert hat. Sprich: Eine Hose, die für meine Schwimmbedürfnisse und Fähigkeiten einfach komplett überdimensioniert ist. Und das meine ich jetzt nicht wörtlich, denn im wörtlichen Sinn ist die Hose alles andere als überdimensioniert, eher im Gegenteil. Es ist ganz schön eng, das Textil. Aber das gehört wohl so. Es fällt nicht ganz leicht, in die Rennhose hineinzuschlüpfen, was ich bei einer ersten Anprobe bemerke. Die Größe laut Etikett stimmt, also kann die Enge zwei Gründe haben:

  1. Italienisches Gespür für Design. Will sagen: Alle Textilien in Italien fallen sehr gern eine Nummer kleiner aus, das kenne ich von Pullovern und Polo-Shirts.
  2. Die zunehmende Bajuwarisierung meinerseits, was in diesem Fall heißt: Ich bin zu „gwampert“ dafür.

Selbstverständlich schiebe ich es dem italienischen Design in die Schuhe, was hätten Sie den gemacht?

Spannend aber (zumindest für mich) war, wie ich zu der Hose gekommen bin

Tweet 1 - Hinweis auf das kleine Loch. zum Glück rechtzeitig entdecktKleines Loch und Mimimi

An pikanter Stelle hatte sich plötzlich die Mittelnaht meiner bretonischen Badehose gelöst. Es entstand ein Loch. das erste Einblicke auf Körperregionen geboten hätte, die man nicht zeigen will (ich zumindest nicht). Das Drama hätte möglicherweise im Becken seinen Fortgang genommen, hätte ich es nicht schon in der Umkleide des Hallenbads bemerkt und mich in meine Ersatzbadehose bemüht. Es ist ja nicht das erste Mal, das so etwas passiert,  das hatten wir bereits, also bin ich für solche Vorkommnisse bestens vorbereitet.
Allerdings ließ ich es damit nicht auf sich beruhen. Ein mitleidheischender Post bei Facebook und zwei ebensolche Tweets über die plötzlich gelochte Buxe samt Foto erregten im April Aufmerksamkeit.
Es war gewollt, es sollte Reaktionen provozieren. Ich war gespannt, ob Social Media wirkt.
Und so kam es dann auch. Der Hersteller bzw. Verkäufer Decathlon bot mir via Twitter sofort an, das Produkt zu retounieren. Was dem allerdings im Wege stand war, dass ich die Jammer im Sommer zuvor in Lannion in der Bretagne gekauft hatte – Kundenkarte Fehlanzeige, Kassenzettel längst im Müll.

Tweet 2 - Hinweis auf das kleine Loch. Anfrage an Decathlon

Trotzdem: Die Reaktion von Decathlon war vorbildlich und belehrend zugleich: Zum einen ist es doch nicht so eine gute Idee, Kasenzettel übereilt wegzuwerfen. Zum anderen ist Twitter ein durchaus ein probates Medium, mit Firmen Kontakt aufzunehmen. Das hatte ich ja schon bei Rewe gelernt.

Decathlon war aber war nicht der Einzige, der reagierte. Scherzbolde fühlten sich berufen, tiefgefroren gelagerte Scherze aufzutauen und wiederzuverwenden, Kommentare zum Loch in der Mittelnaht gab es reichlich, alle allerdings nur mäßig originell.

Kleines Loch – große Wirkung

Aber dann kam eine Reaktion, mit der ich nun nicht gerechnet hätte. So schrieb mir ein höchst liebenswerter Mensch aus dem Umfeld der Firma Head. Er bot an, es doch einmal mit einer Jammer aus seinem Haus zu probieren und unterbreitete mir ein Angebot, dem ich nicht widerstehen konnte. Und so flatterte Anfang der Woche die Liquid Power ins Haus.

Mein freundlicher Hinweis auf meine amateur- bis laienhaften Schwimmbemühungen schreckte ihn nicht ab, mir eben die besagte ultra-flache, atmungsaktive, farbechte usw. Jammer zukommen zu lassen. Ich bin wohl kaum ein geeigneter Markenbotschafter. Aber es ging ihm nicht darum, einem Profi- oder Spitzensportler ins rechte Gewand zu verhelfen, wie das Head genauso macht wie andere Sportartikelhersteller.
Aber hier zeigt einer Herz für Massen- und Breitensport.
Es ist einfach schön, wenn man als massiger, breiter Beckenrandplanscher auch mal in den Genuss eines solchen Beinkleides zu kommen. Denn selbst kaufen würde ich es vermutlich nicht. Würde ich eine Head Liquidpower im Fachgeschäft kaufen, vermutlich würden die Augen des durchtrainierten, jungen, dynamischen Verkäufers zu rotieren beginnen, bevor diese nach innen klappen. Wann bekommt unsereiner schon noch mal ein  „Is top quality. You will look very, very good. I promise. Try it!“ von einem Badehosenverkäufer zugeraunt, der das ehrlich meint?

Er aber, besagter Head-Mensch, der mein Facebook-Post gelesen hatte, hatte sofort erkannt: Mir geht es nicht um Zehntelsekunden auf der Sportbahn, nicht mal um Minuten im See oder Weiher, mir geht es um Spaß – und um viel, viel Schwimmen. Und er hat bemerkt, dass ich viel darüber rede bzw. schreibe – in meinem Blog, bei Facebook, bei Twitter – und, dass ich das Ganze intensiv bebildere. Das ist kein Geheimnis. Schließlich gehöre ich auch zu denen, die im vergangenen Sommer bei der Head-Kappenaktion mitgemacht haben .Ich bestellte mir ein solches Nationalmannschaftskäppchen mit Namensaufdruck und ja: ich habe es ganz normal bezahlt Diese Kappe zeige ich auch oft genug im Netz her – unbezahlt, ungesponsort, einfach so und ganz sicher nicht, wegen des frontal angebrachten Schriftzugs sondern wegen der darunter liegenden Visage samt wirren Gesichtsausdrücken. So zum Beispiel:

Ab jetzt aber wird alles anders. Zunächst wird die Liquidpower Jammer im Wasser und am Mann getestet. Höchst angemessen (oder vermessen: je nachdem) wird Head bei den nächsten Schwimmbadbesuchen meine beiden wichtigsten, edelsten und schützenswertesten Körperpartien verhüllen. Eben die Teile, mit denen Männer normalerweise denken, die einen mehr mit dem Kopf, die anderen mehr mit dem… lassen wir das.

Probieren wir also #Headswimming. Ich bin sehr gespannt, wie sich die Liquidpower im Einsatz machen wird.

Here we go! bzw. Here we swim!

Demnächst in der Buxenparade dann mehr über die neue Hose.So schaut sie übrigens aus:

 


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