Fujiko Nakaya: „Nebel Leben“ im Haus der Kunst

Nein, es gibt keinen neuen Papst, es gibt auch keinen Grund die Feuerwehr zu rufen, denn es ist nicht Rauch sondern Nebel, der am Ostflügel des Münchner Hauses der Kunst vom Dachfirst herunterfällt.Fujiko Nakaya:

Und das ist gewollt. Das gehört zu einer Installation der japanischen Künstlerin Fujiko Nakama – das ist also Kunst. Was heißt: Das kann nicht weg. Schon weil es großartig ist. Nebelschwaden wabern Richtung Englischem Garten und Richtung Prinzregentenstraße.Fujiko Nakaya:

Fujiko Nakaya:

Sie geben einen Vorgeschmack von dem, was die Besucherinnen und Besucher im Gebäude erwartet:
Nebel. Leben heißt die Ausstellung der Künstlerin. Zentrales Element im Hauptsaal ist ein Bassin – streng geometrisch angeordnet, mit Holzstegen umlegt und mit spiegelglattem Wasser. Das allein ist schon sehr beeindruckend.

An den Flanken des Bassins und in der Mitte verlaufen Wasserleitungen mit 259 Düsen, die, wenn sie geöffnet werden, das Wasser so fein zerstäuben, das unmittelbar Nebel entsteht. Und Nebel ist Leben.

Fujiko Nakaya:

Asiatische, elektronische Klänge durchdringen den Raum, wenn die Düsen sich öffnen und den großen Saal mit Nebel füllen.
Prompt strömen die Ausstellungsbesucher*innen aus den anderen Räumen herbei. Aber es bleibt trotzdem sehr leise. Die Leute stehen und staunen.
Munich Fog (Fogfall) #10865/II heißt die Skulptur im Außenraum an der Ostseite des Haus der Kunst, Munich Fog (Wave), #10865/I die im Innenraum. Beide sind als Performances angelegt, an denen Nebel, Raum und das Publikum teilhaben.

Und dann kommt er, der Nebel. Nicht greifbar, flüchtig, in Bewegung, kühl, nass, weiß, wabernd, vieles verdeckend.

Fujiko Nakaya:

Innerhalb weniger Minuten bildet er eine dichte Wand, die, je nachdem, wo man steht, sich auf einen zubewegt oder einen fast unberührt lässt. Eine eigenartige Erfahrung, die im Kopfkino viel Raum für allerlei Bilder lässt. Mystisches, aber auch Bedrohliches – je nachdem, welche Erfahrung man mit und im Nebel gemacht hat.

Einige Leute laufen herum, sie geben mit ihren Bewegungen dem Nebel immer neue Formen, dem Kunstwerk eine sich permanent verändernde Gestalt.

Fujiko Nakaya:

Andere verharren auf ihrer Position, bis der Nebel sie fast „verschluckt“, aber nie steigt er so hoch, dass nicht doch irgendwo Köpfe aus der weißen Nebelmasse herausragen.

Fujiko Nakaya:

Viele zücken ihre Handies oder Kameras. Es ist schwierig, im Nebel oder in ihn hinein zu fotografieren.

Andere stehen einfach da und warten, was passiert. Sie alle sind Teil der Performance – und ich bin es in diesem Moment auch. So wollte es Fujiko Nakaya. Eine brillante Installation.

Nach ein paar Minuten ist das Ganze wieder vorbei. So schnell, wie er gekommen ist, lichtet sich der Nebel auch wieder, zieht ab nach draußen.

Blank und spiegelglatt liegt das Bassin wieder inmitten des Raums. Die Menschen wenden sich den anderen Teilen der Ausstellung zu. Bis der nächste Nebel kommt…


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