Frozen roses – Gefrorene Rosen

Warum klingt die englische Variante frozen roses so viel poetischer als das deutsche gefrorene Rosen? Weil frozen vielleicht an Margarita erinnert, was ja eher etwas Angenehmes ist, gefrorene Finger hingegen eher unangenehm und schmerzhaft?

Letztere, nämlich gefrorene Finger, holt man sich schnell, wenn man morgens, kaum dass der Tag erwacht, bei Minus 3 Grad die frisch geleerte Mülltonne zurück aufs Grundstück holt. Über den Griff hat sich eine hauchdünne Schicht aus Eis gezogen, der Abend war nebelig und die Feuchtigkeit erstarrte überall zu Tausenden kleiner weißer Kristalle: Dachpfannen, Grashalme, Zaunlatten, Blätter, Blüten, Knospen und Früchte. Alles zart weiß verschönert.

Wenn das keine Gelegenheit ist, die neue Kamera mit den Rosen im Garten (bzw. was im Winter davon übrig ist) zu konfrontieren, dann weiß ich es auch nicht.
Ein erstes Bild zum Thema entstand ja bereits vor drei Wochen bei ähnlich gelagerter Witterung.

Frozen roses: Hagebutte mit angefrorenen Spinnweben

Daran gilt es anzuknüpfen. Und zwar flott.
Sei es, dass ein wenig Eile geboten ist, bevor der weiße, kristalline Überzug über Blättern, Knospen, den letzten Blüten, den Früchten und den daran haftenden Spinnweben verschwindet, weil es Tag und damit wärmer wird, sei es, weil es ja nur ein paar Schritte in und durch den Garten sind: Die Kamera wird geschnappt und ab nach draußen.
Ohne Jacke, Schal, Mütze und ohne feste Schuhe. Lohnt ja nicht für die paar Minuten. Was ein törichter Irrtum: Auf frozen roses folgen frozen fingers,frozen ears,  frozen feet. Das volle Programm. Und schon ist das gar nicht mehr so poetisch.

Denn da kriecht die Kälte schnell unter die Garderobe, aber egal: Ein Foto ist ein Foto ist ein Foto. So wie eine Rose eine Rose ist, eine Rose… Dafür muss man Opfer bringen.
Als erstes die Stacheln (Nein: Liebe Klugscheißer, es sind Stacheln, keine Dornen!) und die Blätter.

Frozen roses: Stacheln am Zweig Frozen roses: Hagebutte, noch grün

Gefrorene Rosenblätter

Innerhalb weniger Minuten, nicht mal den ominösen zehn Minuten im Grünen, die so wertwohl wie ein Urlaubstag sein können, entstehen Dutzende Bilder. Ein filigraner Rest eines Spinnennetzes zwischen den Rosen macht sich besonders gut.
240mm Brennweite lassen zwar ein Heranzoomen zu, aber dann wird es knifflig mit der Schärfe. Schon allein deshalb wird das Netz zigfach aufgenommen mit unterschiedlichster Belichtungszeit und Brennweite; und das in Windeseile.

Frozen roses: Hagebutte mit angefrorenen Spinnweben
So werden frozen roses eben im Schnelldurchgang auf den Speicherchip gebracht. Es ist ja schließlich nicht mehr als eine kleine Übung für Kamera und mich… zum Beispiel auch, mit frozen fingers  zu fotografieren. Denn so etwas wie Handschuhe habe ich sowieso nicht an. Ich könnte auch gar nicht in solchen fotografieren, dazu geht mir zu viel an Sensorik und Haptik in den Handschuhen verloren. Ok – natürlich könnte ich spezielle zum Fotografieren kaufen, aber irgendwann ist es auch mal gut, nur um ein paar Bilder bei – 3 °C zu machen, muss ich nicht gleich übertreiben.

Rosenblüten mit Eiskristallen Knospen der Rosen vereist. Frozen rosesWie überzuckert - eine Rosenblüte

Ein letzte Motiv sind wieder die Hagebutten. Sie haben es mir einfach angetan.

Vereiste Hagebutten - Frozen roses

A propos Hagebutten.
Ein heißer Tee., das wär’s jetzt.
Muss ja nicht einer aus Hagebutten sein.
Zurück ins Haus und Wasser aufsetzen.


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