Die Banys Àrabs – die arabischen Bäder in Palma

„Banys Àrabs“ steht auf den Hinweisschildern, die die Touristenströme etwas ableiten wollen und neugierig machen auf ein arabisches Bad in der Altstadt von Palma auf Mallorca.
Kaum zu finden wäre dieses mittelalterliche Bad in den verwinkelten engen Gassen, wären da nicht die Schilder. Die aber weisen den Weg und lotsten interessierte Touristen in eine wunderbare kleine Oase der Ruhe. Nun ist es nicht so, dass sich niemand hierher verirrt, aber trotzdem geht es hier wesentlich ruhiger zu als in der quirligen Stadt zwischen der Kathedrale und dem Plaça Major.
Die Bäder gehören zu den Beispielen arabischer Architektur auf der Baleareninse, vermutlich ist es sogar das Älteste:

Auch wenn nur eine überschaubare Anzahl an Urlaubern die Bäder dort besichtigt, so lange zu warten, bis einfach gar keiner mehr in dem kleinen zentralen Kuppelbau ist, ist aussichtslos.
Licht fällt durch vier Öffnungen des von Säulen getragenen Daches in den Raum – so entsteht ein interessantes Wechselspiel aus Schatten und Helligkeit, das sich vermutlich im Lauf des Tages immer wieder ändert.

Es sind die Details, die mir gefallen, die zum Fotografieren einladen:

Noch mehr aber ist es der kleine, angrenzende Garten. Hier fotografiere ich wild drauf los: Hibiskus, den wir in dieser Art hierzulande ebenso nur als Zimmerpflanzen kennen wie Fensterblatt (Monstera) oder Clivien. Steinsäulen mit bepflanzten Töpfen und Schalen, Efeubögen, Palmen, Kakteen, Farn – und dazu eine beeindruckende Ruhe. Die Menschen, die den Garten besuchen, schlendern, gehen langsam umher, nehmen Platz auf den Stühlen und Bänken. Sie sprechen leise, fotografieren unaufdringlich, warten geduldig, wenn jemand im Bild steht, bis der sich entfernt hat.

Ich liebe solche Gärten: Wegen ihrer ganz besonderen Atmosphäre und wegen der nicht enden wollenden Masse an lohnenswerten Motiven. Immer wieder entdecke ich etwas, was ein Foto lohnt – zumindest den Versuch. Und immer warte auch ich, bis es den kurzen Moment gibt, in dem niemand vor oder in der Tür zum Bad steht.

Banys Àrabs

Der Garten ist liebevoll gepflegt. Arrangiert ist das alles, ja, zugegeben, aber äußerst geschmackvoll. Ein Kleinod, die Banys Àrabs. Ein klein wenig neidisch werden kann man da schon. Andererseits: So ein Garten macht eine Höllenarbeit und wäre schon rein flächenmäßig und aus Klimagründen bei uns nicht zu realisieren. Also freue ich mich, sie im Urlaub zu sehen und zu genießen. Denn das ist dann auch was Besonderes.

Für jemanden, der nicht fotografiert, vielleicht nicht nachzuvollziehen, für jemand, der einen begleitet, der permanent die Kamera vor dem Auge hat oder immer wieder hochreißt, bisweilen nervig – auch das weiß ich.
Und doch ist es viel, viel schöner, entspannter, inspirierender und erholsamer (für mich), als sich stundenlang zum Shoppen durch die Menschenmenge der Flaniermeilen zu zwängen, an Souvenir- und Fetzenläden entlang zu schlendern oder auf der Liege am Strand zu liegen und in der Sonne zu rösten.

Banys Àrabs

Banys Àrabs

Banys ÀrabsUnd vom Ballermann, der etwa 10 Kilometer Luftlinie entfernt ist, brauchen wir gar nicht zu reden. Das ist eine komplett eine andere Welt – und ganz sicher nicht meine…


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3 Antworten

  1. Naya sagt:

    Oh ja, den Garten und die Bäder fand ich auch wunderschön, als wir letztes Jahr in Palma waren!
    Genauso auch die Jardins d’Alfàbia, in den Bergen Richtung Sóller, wo ich auch viele tolle Pflanzenfotos machen konnte und meinen Mann genervt hab, weil ich immer wieder gewartet hab, bis andere Besucher aus dem Blickfeld waren :D

    • Lutz Prauser sagt:

      Danke für das Feedback. Ich sehe: Ich bin nicht allein mit dem Problem, andere mit dem Fotografieren zu nerven. Über die Jardines kommt hier übrigens auch noch was :)

  2. Bernhard sagt:

    Luxustherme aus vergangenen Zeiten, lieber Lutz

    War wahrscheinlich eine 5 Sterne Absteige :-D

    LG Bernhard

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