Am Brunnen

Wasser, vor allem, wenn es fließt, hat eine immense Faszination. Da reicht ein einfacher Brunnen, auf einem Platz in der Stadt, Leute nehmen auf den Bänken drum herum Platz, Kinder sind magisch in den Bann gezogen, fortwährend hört man ein „Pass auf!“ der Eltern, wenn die Kleinen den Brunnenrand erklimmen oder sich darüber beugen und die Hand ins Wasser strecken. Damit ist es im Moment in Erding aber nichts, die Kolpingfamilie hat den großen Brunnen – nein, nicht den Brunnen vor dem Tore, sondern den auf dem Schrannenplatz, liebevoll österlich dekoriert. So ist es hier Brauch. Kann man mögen, muss man aber nicht. Mir gefällt es nicht so gut, aber es dauert ja nicht lang, bis das Grün auf dem Kompost und die Plaastikeier wieder in Kisten verpackt im Keller landen. Unaufhörlich schießt das Wasser in mehreren Fontänen aus dem Brunnen sammelt sich im steinernen Becken und wird von dort wieder hochgepumpt. Es fließt und fließt und fließt.Ein ewiger Kreislauf. Unterbrochen, allerdings folgenlos, wird er von kleinen Windstößen. Dann nämlich reißt der Strahl ab, wird verblasen und das ist ein spannendes Fotomotiv. Mit extrem kurzer Belichtungszeit halte ich drauf, fotografiere in rascher Folge. Das Wasser, nunmehr optisch wie zu Eis gefroren, zeigt innerhalb einer Bilderfolge, die in wenigen Sekunden entsteht, immer neue Muster, Strukturen, Formen. Obwohl nicht mal eine Sekunde zwischen den Bildern liegt, gleicht kein Bild dem anderen.

So ist es auch dort, wo der „zerfetzte Strahl“ im Brunnenbecken auftrifft und Tropfen hochschleudert. Erst eine noch kürzere Belichtungszeit macht Bilder, wie ich sie mir erhofft habe. Auch sie entstehen innerhalb von nicht mal einer Sekunde und doch gleicht auch hier keines dem vorangegangenen.

Wasser hat eine immense Faszination. Selbst am Brunnen in Erding. Sag ich doch. Und so wird wieder etwas an sich wenig Aufregendes und Alltägliches zu einem für mich begehrenswerten Motiv. Man muss nur hinschauen und die Kamera zücken…


 

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