Aktion Schnutenpulli

Gibt es einen zauberhafteren Ausdruck für Mund-Nasen-Masken als Schnutenpulli?
Ich wüsste keinen.
Jetzt, da das Tragen eines solchen in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr Pflicht ist, man ohne auch nicht in zahlreiche öffentliche Gebäude kommt und auch Unternehmen den Zugang maskenlosen Menschen verwehren, muss man sich entscheiden, ob man mit Maske rein oder ohne Maske draußen bleiben will. So einfach nämlich ist die Formel – alle öffentlichen Diskussionen um Recht- und Verhältnismäßigkeit hin oder her. Ohnehin sind die Debatten geschwängert mit vollkommen absurden Verschwörungstheorien, rechts-ekligem Populismus, viel Meinung und erschreckend wenig Ahnung.
Das Ganze muss nicht auch in diesem Blog noch diskutiert werden.

Ja! Ein öffentlicher Diskurs über Recht- und Verhältnismäßigkeit aller coronabedingter Anordnungen ist richtig und wichtig – aber eben auf Basis von Verstand, Vernunft, Argumenten, Fakten und Erkenntnissen, die sich durchaus auch ändern können. Und nicht auf Basis verschwurbelter Schwachsinnigkeiten der aluhuttragenden Covidioten, die für den 15.05. den Beginn einer neuen Weltordnung prophezeien. Das ist kommenden Freitag – also, falls es tatsächlich dazu kommen sollte: Bitte ziehen Sie sich etwas Schickes an. Kann ja nicht sein, dass Sie dann im schlabbrigen Home-Office-Einhorn-Pulli und ausgebeulter Jogginghose (hoffentlich hatten Sie überhaupt eine Hose an) todesmutig der NWO entgegentreten.

Für mich stellt sich die Maskenfrage nicht. Es geht nicht um ob oder ob nicht. Denn ich habe keine Wahl, wenn ich in den Supermarkt möchte, beim Dönermann vor der Theke stehe oder bei der Tankstelle nebenan meinen Sprit bezahle. Es geht nicht ohne – also muss es mit gehen.

Für mich stellt sich daher viel eher die Frage, mit welcher Maske ich mich in Zukunft sehen lassen will.
Ganz sicher zum Beispiel nicht mit den chinesischen Einwegmasken, die mittlerweile überall angeboten werden.
Daher habe ich jetzt zwei luxuriöse Alternativen, die zudem wie weiland der Button am Parka, der Slogan auf dem Leibchen oder das Markenlabel auf dem Kofferraum des Autos ein Bekenntnis sind.
Als ich bei Facebook über eine Freundin auf ihren Shop AnnBi aufmerksam werde, bin ich sofort begeistert.
AnniBi, die eigentlich höchst originelle und individuelle Puschen anfertigt, hat sich derzeit auf Schnutenpullis verlagert. Alle Masken sind handgemacht, die Stoff- und damit die Musterauswahl ist riesig. Und wer will, kann für ein paar Euro extra sich genau das auf die Maske sticken lassen, was er der Menschheit dort zeigen will. Eben ein Statement – oder eine Spielerei. Jeder nach seiner Façon.

Das muss ich haben. Die Preise sind höher, aber das ist angemessen. Es war eben immer schon etwas teurer, einen besonderen Geschmack zu haben. Wer will schon mit einer Maske herumrennen, die aussieht wie Unterwäsche-Zweitverwertung? Ich jedenfalls nicht.
Einen Moment überlege ich, mir quer über die Maske ein HALT’S MAUL sticken zu lassen. Aber das ist mir dann doch zu vulgär. Ein FCKNZS? Ja, vielleicht kommt das noch.

Schnutenpulli mit Stinkefinger

Zunächst aber ordere ich zwei Exemplare mit Stick&Bildchen. Als sie eintreffen, bin ich nicht nur höchst angetan, ich bemühe mich, postwendend ein paar möglichst verheerende Selfies damit zu machen.

Beide Masken sind Einzelanfertigungen, individuell für mich gemacht. Ich gebe zu: Motiv 1 habe ich zuvor im Sortiment von AnniBi gesehen und wusste sofort: Die oder keine. Viel deutlicher kann man, glaube ich zumindest, seine Meinung nicht sagen. Zu was auch immer.

Das andere aber ist definitiv das allererste Mal so angefertigt worden. Sozusagen analog zu Patient 0 gibt es also auch die Maske 0. Diese Maske ziert ein schwarzer Totenkopf auf weißem Grund mit goldenem Ring – das kann nur eines bedeuten, das weiß aber längst nicht jeder. Mit Piraterie hat das nämlich gar nichts zu tun, auch nicht mit Giftigkeit und schon gar nicht mit irgendeinem militärischen Hintergrund.

Schnutenpulli mit Totenkopf Schwimmabzeichen

Viele Stammleser des Blogs wissen, welche Bewandnis es mit diesem Signet hat – ein Zeichen, von dem es tragen zu dürfen, ich viel zu lange nur geträumt habe, davon war hier auch schon zu lesen. Das Original, noch immer auf der Heldenhose, ist schnell abfotografiert.
Ich schicke AnniBi das Bild, frage, ob sie das nachbauen kann und bitte darum, das Text-Dreieck aus Stunden Schwimmer 2 Stunden einfach wegzulassen. Das will ich nicht im Gesicht haben, das provoziert nur unnötigerweise Leute, näher zu kommen und mir aufs verhüllte Maul zu starren. Wer kann das schon auf Distanz lesen?
Muss ja nicht sein. Die Kenner der Materie wissen auch so, was dieses Zeichen bedeutet: Zwei Stunden pausenlos schwimmen. Und allen anderen kann es egal sein.

Allerdings sinniere ich, dass ich angesichts der Schwimmpause der vergangenen Wochen vielleicht noch einen Schnutenpulli mit dem Seepferdchen-Schwimmabzeichen ordern sollte.
Ehrlicher wäre das.


Vielen Dank fürs Lesen.
Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, dann freue ich mich, wenn Sie ihn Ihren Freunden weiterempfehlen – z.B. über Facebook, Twitter, in Internetforen, Facebookgruppen o.ä.
Haben Sie Fragen oder Anmerkungen zu diesem Beitrag? Dann nutzen Sie bitte das Kommentarfeld.
Gern dürfen Sie meine Artikel auch verlinken.

Mehr von mir und meinen Schwimmerlebnissen in Frei- und Hallenbädern, in Seen, Weihern, Flüssen und im Meer finden Sie in meinem Buch Bahn frei – Runter vom Sofa, rein ins Wasser , das Sie in meinem Web-Shop aber auch in jeder stationären Buchhandlung bestellen können. Klicken Sie auf die Cover-Abbildung um mehr Informationen zu erhalten und in den Web-Shop zu gelangen.

Diesen Beitrag weiterempfehlen:

1 Antwort

  1. Linsenfutter sagt:

    Schutenpulli ist gut. Muß ich mir merken. Lach …