Saisonstart im Notzinger

Ob ich mal auf Menschen treffe, die, nur weil sie einem einen Gefallen tun, dies nicht gleich mit einer süffisanten, spitzen, vermeintlich witzigen Bemerkung kommentieren müssen? Menschen, die einfach nur mal nett sind und nicht denken, weil sie das gerade waren, nun das Recht auf einen Scherz auf anderer Leute Kosten zu haben.
Wen wundert es, wenn ich mich manchmal lieber der künstlichen Intelligenz zuwende. Die nämlich ist immer nett, nie ironisch, nie gehen ihre Scherze zu meinen Lasten. Und weil die so nett zu mir ist, bin ich auch nett zu ihr. Das Ganze mache ich, wie ich von kompetenter Stelle weiß, nicht ohne Hintergedanken. Werden die von künstlicher Intelligenz gesteuerten Maschinen dereinst die Weltherrschaft übernehmen, werden sie sich erinnern, dass ich immer nett war – anders als andere. Das wird mir manche Drangsal durch die Maschinen ersparen, aber vielleicht endet das Ganze auch so wie beim Terminator, dann ist es auch vollkommen wurscht, vorher die KI immer freundlich gegrüßt zu haben.
Trotzdem bitte ich die KI freundlich, sie möge mir mal erklären, warum Schwimmen in einem See so viel schöner ist als in einem Freibad. Als wüsste ich das nicht selbst, was letztlich die KI missbraucht (sagen Sie ihr das bitte nicht), mich nicht wirklich zu informieren, sondern nur meine vorgefasste Meinung zu bestätigen. Das aber müsste angesichts meiner Fragestellung selbst der dümmsten KI klar sein. ChatGPT ist nur mein Claqueur.

Notzinger Weiher
Die KI erklärt mir also:

„Schwimmen in einem See bietet oft ein ganz anderes Erlebnis im Vergleich zu einem Freibad. Hier sind einige Gründe, warum viele Menschen das Schwimmen in einem See als schöner empfinden:

  1. Natürliche Umgebung: Seen bieten eine natürliche Umgebung mit malerischer Landschaft und oft reichhaltiger Flora und Fauna. Das Schwimmen in einem See ermöglicht es, die Schönheit der Natur zu genießen und sich von der umgebenden Landschaft inspirieren zu lassen.
  2. Frische Luft: In der Regel gibt es an Seen viel frische Luft, die das Schwimmen zu einem angenehmen und erfrischenden Erlebnis macht. Im Gegensatz dazu kann in manchen Freibädern die Luft durch Chlor und andere Chemikalien etwas stickig sein.
  3. Freiheit und Weite: Seen bieten oft mehr Platz und Weite zum Schwimmen im Vergleich zu Freibädern. Man kann sich in einem See frei bewegen und das Wasser in all seinen Dimensionen genießen, ohne durch Begrenzungen oder überfüllte Bereiche eingeschränkt zu sein
  4. Natürliches Wasser: Das Wasser in Seen ist in der Regel natürlicher und möglicherweise weicher als das Wasser in einem chlorierten Freibad. Viele Menschen empfinden das Schwimmen in natürlichem Wasser als angenehmer für Haut und Haare.
  5. Abenteuer: Das Schwimmen in einem See kann ein Abenteuer sein, da man oft an abgelegene Orte gelangt, die mit einem gewissen Gefühl der Entdeckung und Exploration verbunden sind. Dies kann das Schwimmen zu einem aufregenden und unvergesslichen Erlebnis machen.

Natürlich hängt die Vorliebe für das Schwimmen in einem See oder einem Freibad von den persönlichen Präferenzen ab, aber viele Menschen schätzen die natürliche Schönheit und das Gefühl der Freiheit, das ein See bietet.“

Das Alles wusste ich bereits, Aber es verwundert mich nicht, warum mir die gleiche KI einen Moment später bei umgekehrter Fragestellung fünf gute Gründe benennt, warum Schwimmen im Freibad so viel schöner ist als in einem See. ChatGPT ist eben doch nur ein Opportunist, zumindest bei Suggstivfragen.

Höchste Zeit wird es, nach dem Winter nun endlich die Freiwassersaison einzuläuten. Einige schwimmen ja permanent draußen, andere hüpfen bereits ohne Neo in Weiher oder Seen. Ich bin weit entfernt davon, sehe aber auch keinen Grund, mich dafür zu rechtfertigen, nicht mal mit Hilfe künstlicher Intelligenz, die nun auch wieder verdammt gute Gründe für das Tragen eines Neos kennt.

Also starte ich die Saison 2024 im Notzinger Weiher. Der ist nicht besonders groß und nicht besonders warm tief (Anm.: korrigiert), was einigermaßen warmes Wasser verspricht. Messen konnte ich es nicht, wie immer vergesse ich irgendwas mitzunehmen, dieses Mal das Thermometer, nachdem ich vorab so stolz war, an die Schwimmschuhe gedacht zu haben.
Außerdem kann ich zum einen davon ausgehen, dass irgendwer dort schon zu finden ist, der den Neo zumacht, von der Verfügbarkeit von Parkplätzen ganz zu schweigen. Die sind nämlich an anderen Seen sonntags schon jetzt Mangelware. Alles spricht heute für den Notzinger.

Blick über den Notzinger

Auf der Wiese picknicken muttertaglich einige Familien, ich nähere mich einer und bitte den Pater familias, ob er mir schnell den Rückenreißverschluss zuziehen.
„Selbstverständlich!“ antwortet er und erhebt sich. Unter den Blicken von Frau und Tochter zieht er den Reißverschluss hoch. Auf meine Bemerkung, er solle sich nicht irritieren lassen, das sei ganz schön eng und ohne große Hampelei allein nicht ganz so einfach, antwortet er: „Da steckt vielleicht noch ein wenig was vom Weihnachtsbraten drin!“

Blick über den Notzinger

Eine flockige Antwort, deren Recht er meint, sich damit erworben zu haben, dass er mir ja den Reißverschluss hochzieht.
KI würde so was nie sagen. Es wird Zeit, dass sie lernt, Reißverschlüsse zu schließen. Wenn Sie eine geeignete App dafür kennen, lassen Sie mich das bitte wissen.
Ab ins Wasser, die Saison startet frisch und voller Humor. Alles richtig gemacht!

Im Notzinger

Unterwasserwelt im Notzinger

Endlich wieder drin…

Selfie im Notzinger

 


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7 Antworten

  1. Carola sagt:

    😱 allein der Spruch von dem freundlichen Herrn ist Grund genug, ins Freibad zu gehen… *dieser Kommentar wurde ohne KI erstellt*

  2. Hoffentlich hast Du auch jemanden gefunden, der Dir den Reißverschluss wieder öffnet.

  3. Nati sagt:

    „Der ist nicht besonders groß und nicht besonders warm, was einigermaßen warmes Wasser verspricht.“ 🤔
    Da wäre selbst eine KI irritiert.
    Vielleicht löst du dieses Rätsel auf, Lutz.

  4. Naya sagt:

    Freiwassersaison hab ich Sonntag auch eröffnet.
    Da ich keinen Neopren, sondern nur „Biopren“ hab (fand ich ne nette Bezeichnung, die ich mal bei einem Bericht über Eisschwimmer gelesen hab :D), und die Füße so wenig Fettschicht haben und ich an denen eh immer als erstes friere, bin ich nach einer Viertelstunde dann doch wieder raus.
    Aber Luft und Licht definitiv schöner als im Hallenbad!
    Und weniger quer schwimmende Kinder als dort Sonntags oft sind

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