Die Katze auf dem heißen Blechdach

Tennessee Williams möge mir die schnöde Entleihe seines Dramen-Titels verzeihen, aber es passte mir heute wunderbar ins Konzept. Dabei war das Blechdach gar nicht heiß. Nur angenehm warm. Und die Katze, um die es hier geht, hat zumindest optisch wenig gemeinsam mit Elizabeth Taylor in Richard Brooks‘ genialer Verfilmung des Theaterstücks aus dem Jahr 1958.

Aber Katze ist Katze und Dach ist nunmal Dach. Und auf einem solchen drapierte sich letztlich eine Katze:

Abends noch mal ein Spaziergang um den Block – das Privileg der Städter. Wir Landbewohner drehen stattdessen eine Runde durchs Dorf, gehen ein Stück durch den Wald oder durch die Felder. Sowas kommt vor, davon war in diesem Blog schon mehrfach zu lesen.
Auf einer solchen Runde „erwische“ ich Nachbars Katze, die sich den Hintern wärmt. Ausgesucht hat sie sich dazu den schrottreifen Volvo guter Freunde, der abgemeldet in der Abendsonne auf dem Hof der Werkstatt nebenan steht.
Nachbars Katze reagiert einigermaßen missmutig ob der Störung und schaut entsprechend empört bis mittelschwer zornig aus der Wäsche bzw. dem Fell. Vielleicht hat sie aber auch ein schlechtes Gewissen. Möglich, dass ihr irgendwann aber auch mal einer gesteckt hat, dass er es nicht so prickelnd findet, wenn er eine Katze auf seinem Auto sitzen hat. Deutsche sind immer etwas eigen, was ihre Fahrzeuge angeht.

Katze auf dem Autodach

Das unterscheidet sie von Maggie aus Williams‘ Theaterstück, die – natürlich nur allegorisch – so lange auf dem immer heißer werdenden Blechdach herumbalanciert, bis sie es nicht mehr aushalten kann. Dann, und erst dann, springt sie wagemutig herunter.

Nachbars Katze denkt gar nicht daran, vom Dach zu springen. Zum Einen, weil sich das Autodach nicht weiter erhitzt und zum Anderen, weil sowieso niemand sie von dort verscheucht. Bei dem Blick wird das ja wohl auch niemand wagen.
Ich schon gar nicht.
Warum auch.
Ist ja kein Neuwagen – und schon gar nicht meiner…

Also: Leben und leben lassen.

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1 Antwort

  1. Linsenfutter sagt:

    Passt, wackelt und hat Luft. Lach …