Blogparade: ‚Europa und das Meer‘ – Lasst uns leben!

Es kommt selten vor, dass ich bei einer Blogparade gleich mit mehreren Beiträgen vertreten bin. Aber diese lässt mich irgendwie nicht los. Aufmerksam verfolge ich die Beiträge zum Thema Europa und das Meer, die vom Deutschen Historischen Museum parallel zur gleichlautenden Ausstellung gesammelt wurden (und werden). Viel habe ich übers Meer gelesen – sehr persönliche Eindrücke, sehr spannende Texte, Anregendes, Nachdenkliches, Bedrückenden, Poetisches.
Wäre ich nicht gerade erst vom Meer zurückgekommen, vielleicht würde es mich gar nicht mal so interessieren. So aber möchte ich heute in der Zielgerade der Parade noch einmal ein Thema ansprechen, das mir sehr am Herzen liegt – ein Thema, über das man nicht oft genug sprechen kann:

Lasst uns leben!

Das Meer ist Lebensraum für so viele wunderbare und wundersame Pflanzen und Tiere. Die meisten davon werden wir wohl nie zu Gesicht bekommen, zumindest nicht lebend.
Wäre ich Taucher, ich würde vermutlich etwas mehr Meer sehen, als Schwimmer mit Schwimmbrille kratze ich buchstäblich nur an der Oberfläche, sehe selten mal einen Fisch, gelegentlich eine Muschel, Seetang und -gras.
Flüchtige Begegnungen sind das.
Auch über der Wasseroberfläche beschränken sich diese Begegnungen am Meer auf die Vögel und eher selten Seehunde oder Robben. Davon war in diesem Beitrag bereits zu lesen. Wer will, kann sich dort von meiner Begeisterung für Basstölpel inspirieren lassen.

Aber ich würde gerne so viel mehr sehen von diesem Lebensraum, der – und das wissen wir alle – äußerst fragil geworden ist. Naturschutzgebiete können nicht annähernd kompensieren, was der Mensch in seiner grenzenlosen Gier und Ausbeutung der Meere bereits zerstört hat oder in seiner Ignoranz den Ozeanen an Umweltbelastungen zumutet.

Lasst und leben! Kegelrobben

Ich denke nicht, dass ich das wiederholen muss, was wir sowieso alle wissen sollten oder könnten. Statt dessen möchte ich Ihnen in diesem Beitrag einige etwas sonderliche Meeresbewohner zeigen, die ich während meiner letzten Reise fotografiert habe – getrennt nur durch Zentimeter dickes Glas. Die Bilder habe ich im Aquarium Marin in Trégastel und in der Océanopolis in Brest aufgenommen.

Lasst und leben! Silbermöwe

Ich liebe es, solche Aquarien zu besuchen, die Tiere zu beobachten und ausgiebig zu fotografieren. Und nein: Wir müssen hier keineswegs eine Diskussion darüber führen, ob solche Einrichtungen, die von Tierrechtsorganisationen hart angegriffen werden, sinnvoll sind oder nicht. Denn die wenigsten von und können beurteilen, was hinter den Kulissen an Erhaltungszuchtprogrammen läuft, was an Auffang-, Pflege- und Wiederauswilderungsmaßnahmen dort betrieben wird und welchen Anteil Aquarien an Sensibilisierung für den Umweltschutz der Meere hat.

Lasst und leben! Basstölpel

Es ist eine winzige Auswahl an Bildern von Meeresbewohnern, wie sie vor den Küsten der Bretagne oder den Weltmeeren vorkommen. Ich lasse die Bilder unkommentiert, vielleicht machen Sie ein kleines Rätsel daraus, sie zu bestimmen. Zählen Sie doch mal, wie viele Tiere sie erkannt haben und welche nicht. Kein einziges Foto wurde übrigens mit Blitzlicht gemacht. Aber das versteht sich ja eigentlich von selbst.

Das Meer ist die Heimat vieler Arten. Keine hat es verdient, dass wir sie ausrotten. Schauen Sie den Tieren in die Augen, dann wissen Sie, was ich meine. Selbst wenn es um ein Vielfaches schöner gewesen wäre, diese Bilder in freier Wildbahn anzufertigen, ich hoffe, die Meeresbewohner werben auch bei Ihnen für einen behutsameren und vor allem verantwortungsvolleren Umgang mit uneren Ozeanen.

Aquarium Marin in Trégastel:

Lasst und leben! Rochen

Lasst und leben! Seepferdchen

Océanopolis in Brest:

Ihnen allen – und nicht uns – gehört das Meer. Wir dürfen ihnen ihre Zukunft nicht nehmen. Wir müssen ihre Lebensräume erhalten, bewahren, schützen!

Um wie viel ärmer wäre unsere Welt ohne sie?

PS: Aus dem Bretagne-Urlaub heraus habe ich eine Serie mit Blog-Beiträgen gestartet: Subjektive Eindrücke, viele Bilder und ein wenig Text. Von Spaziergängen und Gebäuden, von Landschaften und verwunschenen Orten…
Zwei Beiträge sind bereits veröffentlicht, der oben bereits zitierte über die Basstölpel auf der Île Rouzic und ein paar Notizen übers Schwimmen im Ärmelkanal: Bretagne (#1): Ein Fragment vom Kanal.
Mehr folgt, ich denke jeden Monat werde ich einen Text mit vielen Bildern veröffentlichen. So lange, bis ich wieder ans Meer komme. Falls Sie das interessiert, dann schauen Sie immer wieder mal vorbei. Es würde mich freuen.


Vielen Dank fürs Lesen.
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4 Antworten

  1. Lieber Lutz,
    Wunderschön! Viele Erinnerungen werden wach: Die erste Reise an einen richtigen Ozean 1974 mit der Eisenbahn nach Brest und die Nordküste entlang mit einem kleinen Moped bis zum Mt. Saint Michel, die Fahrt 1976 mit einem Freund in seinem R4 rund um die bretonische Halbinsel und der Familienurlaub 1994 auf der Île Grande mit einem Bootsausflug zu den sieben Inseln (Les Sept Îles). Ich warte schon gespannt auf die nächsten Berichte aus der Bretagne. Viele Grüße
    Michael – http://www.toeightycountries.com

  2. Hallo Lutz, schöner Beitrag. Die Fotos sind echt toll und machen Lust darauf, ins nächste Aquarium oder besser noch: ins Meer zum Schnorcheln zu gehen :-)
    Und, guter Titel!
    LG Claudia

  3. Tanja Praske sagt:

    Lieber Lutz,

    was für grandiose Bilder! Wie hast du die ohne Spiegelung der Vitrinen hinbekommen? Mit welcher Kamera? Ich bin restlos begeistert davon, dein Beitrag passt auch gut zu dem Hybriden Finn-Blau-Wal von Nr. 40 von Meertext. Damit seid ihr beiden bislang die einzigen, die sich genauer die Meeresbewohner angeschaut haben.

    Danke dir herzlichst für deinen zweiten Beitrag zur Blogparade #DHMMeer – sehr bereichernd – mittlerweile sogar schon der 79. Bin total baff über die Vielzahl spannender Gedanken und da kommt in drei Tagen vermutlich noch einiges hinzu!

    Herzlich,
    Tanja

    • Lutz Prauser sagt:

      Hi Tanja,

      das Geheimnis liegt bei den meisten Aquarien-Fotos darin, dass ich keine Spiegelrefelxkamera benutze wie sonst üblich. Das sind Fotos mit einer ganz flachen Digitalkamera, mit der man auch ins Internet gehen und angeblich sogar telefonieren kann. Also Handy-Fotos. Das Handy wird komplett und plan gegen die Frontscheibe des Beckens gedrückt (was bei gewölbten Scheiben leider nicht geht), So fällt kein seitliches Licht rein und es spiegelt sich nichts. Bei ruhigen, bewegungslosen, kleineren Tieren ist das relativ einfach. Kamera auf Tierhöhe – 10 Bilder machen – fertig.
      Bei Fischen versuche ich durch Beobachtungen die Bahnen, die sie schwimmen einigermaßen vorherzusagen und verfahre ebenso. Bei größeren Tieren, die noch dazu schnell schwimmen, ist das Ganze ein Ding der Unmöglichkeit. Von der Schildkröte habe ich etwa 130 Fotos – gut geworden sind vielleicht 2 oder 3. Die sind alle auf Abstand zum Becken fotografiert, in dem es zum Glück sehr hell war. Und das Tier war sehr gemütlich unterwegs.

      Ach so: Geduld braucht es auch. Und ein wenig nachträgliches Aufhellen und Kontrastieren in Photoshop. Dann sieht man z.B. aber auch die Kratzer in der Scheibe, die wegzuretuschieren war mir zu blöd.
      Freut mich, dass Dir der Beitrag gefällt.
      LG
      Lutz

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