Bretagne (#2) – Bei den Basstölpeln an der Île Rouzic

Bei den BasstölpelnWer mich kennt, der weiß, dass ich ein ausgesprochenes Faible für Trivialnamen diverser Tierarten habe. Seien wir ehrlich: Morus bassanus klingt einfach doof. Und uria aalge auch. Um wieviel schöner klingen da die deutschen Namen. Reden wir also lieber von Basstölpeln und Trottellummen. Hier allerdings nur von Basstölpeln.
Und wie wunderbar kann man seine Mitmenschen beschimpfen, wenn man nur einen Funken Kenntnis hat, welche Arten es auf diesem Globus gibt. Schwein, Kuh, Ochse…  das kann jeder.
Aber nennen Sie mal einen Mitmenschen Sumpfhuhn, Moderlieschen, Ochsenfrosch, Trottellumme oder eben Basstölpel – wer denkt sich nur all diese großartigen Namen aus?
Dabei hat es der Basstölpel keinesfalls verdient, dass man seinen Trivialnamen als Schimpfwort verwendet (aber welches Viech hat das schon?). Davon haben wir uns während unseres Bretagne-Urlaubs überzeugt.
Auf der Île Rouzic vor der französischen Bretagne-Küste bevölkert die südlichste Kolonie dieser Tiere einen Felsen. Der Fels ist weiß – schneeweiß vor Vögeln. Rund 40.000 Vögel leben dort. Es ist ein Schauspiel ganz besonderer Art, sie zu beobachten.Île Rouzic- Alles voll von Basstölpeln
Der Île Rouzic und der Kolonie kann man sich nur nähern, wenn man von der Küste aus per Ausflugsschiff in das Naturschutzgebiet gebracht wird und dort eine Weile im Pulk mit rund hundert anderen Urlaubern umherschippert. Dann aber kann mich sich kaum satt sehen.
Ein #Protipp für alle, die so etwas auch machen wollen und dabei fotografieren: Nehmen Sie eine gescheite Kamera mit, Handies nützen da gar nichts. Handyfotografie bringt hier nichts.Stellen Sie die Kamera auf Sportmodus, so dass in unglaublicher Schnelle Bilder mit sehr kurzen Verschlusszeiten entstehen. Drauf halten, abdrücken: klack – kack – klack – klack. Ein paar Bilder werden dann schon etwas werden…Île Rouzic- Alles voll von BasstölpelnÎle Rouzic- Alles voll von Basstölpeln
Erstaunlich ruhig geht es dort zu – selbst ein kleiner Schwarm Möwen kann mehr Radau machen als diese Abertausend Basstölpel.
Ranger wachen per Boot darüber, dass niemand den Inseln der Les 7 Îles zu nahe kommt, das Betreten ist streng verboten, ankernde Segler und Motorboote werden argwöhnisch beobachtet. Zu Recht. Nur eine der Inseln darf man betreten.Ranger

Es gibt unglaublich viel zu sehen auf dieser zwei stündigen Bootstour: Nicht nur Basstölpel. Auch Papageientaucher, Möwen, Kormorane, Austernfischer, sogar die sehr seltenen Tordalken und in der Sonne dösende Kegelrobben. KegelrobbenNicht alle Vögel lassen sich so hervorragend fotografieren wie Basstölpel. Ihre Flugbahnen sind einigermaßen gut vorhersehbar, sie fliegen langsam und kreisen. Oft segeln sie in der Luft, so dass man sie selbst mit Teleobjektiv gut verfolgen und fotografieren kann.

Hier noch ein paar Bilder, die nur bruchstückhaft vermitteln können, was wir zu sehen bekommen haben.
Basstölpel Basstölpel

Basstölpel Basstölpel

Mein ornithologisches Interesse hielt sich bisher in Grenzen – das wird sich voraussichtlich auch nicht ändern. Heute aber bin ich begeistert. Davon wollte ich nur kurz erzählen.
Basstölpel

632 Bilder später kehren wir an den Anleger von Perros-Guirec und damit an Land zurück.
Auch an Land gibt es viel zu sehen. Doch davon später…

Die Bretagne-Serie (bisher erschienen):

Bretagne (#1) – Ein Fragment vom Kanal
Bretagne (#2) – Bei den Basstölpeln an der Île Rouzic
Bretagne (#3) – Das Vallée des Grands Traouïero: Ein verwunschenes Tal
Bretagne (#4) – Die Abbaye de Beauport – Romantik in Ruinen
Bretagne (#5) – Am Gouffre, den Schlund vor Augen
Bretagne (#6) – Am Leuchtturm am Pfad der Zöllner

Und als Specials:
Blogparade: ‚Europa und das Meer‘ – Lasst uns leben! Bilder aus den Aquarien von Brest und Trégastel
Buxenparade (Teil 18): Bretonisches Jammern
Ab in die Bretagne, ein Urlaub ohne Schildkröten. Oder auch nicht. (In einem anderen Blog veröffentlicht)
Im Terrarium und Vivarium von Kerdanet – ein liebevoller, kleiner Reptilien-Privatzoo (In einem anderen Blog veröffentlicht)


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