Tick, Trick und Track

Ok, nennen wir sie Tick, Trick und Track, da sind die Kollegin und ich uns einig. Die Namen, das geben wir zu, sind von Walt Disneys Donald Duck Comics geklaut, das sind Donalds Neffen, die bei ihrem Onkel leben und der sich höchst selbstverständlich personensorgeberechtigt aufführt. Weiß eigentlich irgendwer, was aus den echten Eltern der drei, von denen eine/r ja Donalds Schwester Della war, geworden ist?
Mit gleichem Drang zum Identitätsklau bemächtigen wir uns auch des Namens Daisy und nennen die Mutter von Tick, Trick und Track so. Das passt nicht annähernd, ist doch Disneys Daisy vom Typ her eher zickige Schnepfe (zumindest meiner Meinung nach), derweil unsere Daisy eine emsig bemühte, liebevolle Mutter ist.

Tick, Trick oder TrackTick, Trick und Track sind drei graue Federbälle, die im Innenhof unseres Büroneubaus vor einiger Zeit zur Welt gekommen sind, also aus dem Ei geschlüpft. Jetzt wurden sie langsam flügge, hockten aber die meiste Zeit auf der Erde, dem Gestänge der Fensterputzanlagen oder in den Zweigen der Felsenbirnen, die in den großen Pflanzbehältern im Hof wachsen. Wer nun wer ist?Tick, Trick oder Track?
Kaum zu unterscheiden, denn im Gegensatz zu den Kreaturen aus Disneys Federn, die sich anhand roter (Tick), blauer (Trick) und grüner (Track) Leibchen mühelos auseinanderhalten lassen, ist das bei den drei Küken ein Ding der Unmöglichkeit.

Am Boden bezogen sie auch ihre Nahrung. Zwar nicht selbstständig, in dem sie die Beeren abpflückten oder die abgefallenen überreifen vom Boden aufpickten. Das erledigte Mama Daisy. Wochenlang kam sie angeflogen, um  ihrem Nachwuchs zu füttern. Weit rissen die Kleinen ihre Schnäbel auf, aber nicht weit genug für das Obst, so dass Mama die Beeren erst noch mit dem Schnabel zerkleinerte und dann erst fütterte.Tick, Trick oder Track?
All das war wunderbar vom Schreibtisch aus zu beobachten und lenkte bisweilen den Blick vom Bildschirm nach draußen, also vom Wichtigen aufs Notwendige. Kurze Zeit gab es Diskussionen, zu welcher Art denn Tick, Trick und Track gehören. Die flauschigen Federbälle machten das für wenig sachkundige Schreibtischtäter wie uns nicht ganz leicht.

Spatzen? Finken? Meisen?
Die Spekulationen waren weitreichend und für Ornithologen sicher zum Haare raufen.

Irgendwie passte das aber alles nicht?
Erst der Blick auf die Mutter offenbarte: Es sind ohne Zweifel Hausrotschwänze, die dort geschützt im Hof, sicher vor dem mörderischen Zugriff streunender Freigängerkatzen groß geworden sind. Sicher auch vor Sperbern und Schleiereulen, die zu den größten Bedrohungen für Hausrotschwänze gehören. Sperber und Schleiereulen gibt es nämlich im dicht bebauten und von Industrie geprägten Milbertshofen im Münchner Norden nicht.
Zumindest habe ich dort noch nie welche gesehen.

Obwohl:
Bei Schleiereulen wäre ich mir nicht so sicher, ob nicht doch… man könnte vielleicht mal durch die Flure…

Lassen wir das, das ist unverschämt.Tick, Trick oder Track?

Nun sind die drei samt Mutter verschwunden – auf und davon. Hinaus in die große weite Welt namens München.
Vielleicht Richtung Norden zur Fröttmaninger Heide?

Wer kann das wissen. Zumindest gäbe es da etwas anderes als jeden Tag nur Felsenbirnen. Kann ich ja verstehen. Die kleinen Beeren schmecken ja wirklich nicht.


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