Let it snow, let it snow, let it snow

Let it snow, let it snow, let it snow!
„Wie viel mal Schneeschaufeln ersetzt eigentlich einmal schwimmen gehen?“ frage ich mich am Drei-Königstags-Morgen. Das vertraute Kratzen, das durch das geöffnete Schlafzimmerfenster klingt, bestätigt, was der Wetterbericht am Vorabend bereits verkündet hatte: Schneefälle über Nacht und Frau Nachbarin räumt.
Da wie vor dem Grundstück keinen Gehweg und damit keine Räumpflicht haben, drehe ich mich noch einmal entspannt um. Räumen auf eigenem Grund kann ich, wann ich will. Und da so früh am Vormittag wohl niemand kommen und selbigen betreten wird, reicht das Räumen auch nach dem Frühstück. Oder vielleicht doch schon zuvor?Schneeräumer beim Tanken an Nachbars Tankstelle - let it snow

Jetzt jedenfalls nicht, nicht, wenn es draußen gerade erst hell geworden ist. Man(n) muss es nicht übertreiben.
Augen zu und durch?

Von wegen.
Augen zu und umdrehen.

Es reicht, dem Brummen der Motoren des kommunalen Schneeräumkommandos zuzuhören, wenn die an der Tankstelle nebenan mal wieder dieseligen Nachschub fassen, während des Tankens den Motor laufen lassen und einem frischen Kaffee neben ihren Fahrzeugen stehen und sich die Neuigkeiten des Tages erzählen.
Und Frau Nachbarin auf ihrem kleinen Schneeräumer, dem umfunktionierten Aufsitztrasenmäher den Schnee ihre Einfahrt entlang zusammenschiebt.

Als ich mich endlich (noch vor dem Frühstück) zum Räumdient bequeme, ist ein erheblicher Teil der Arbeit schon gemacht. Meine Frau hat, nachdem sie mit einer Freundin zum Laufen war, bereits einen Teil der Arbeit erledigt. Der Rest ist schnell gemacht – ich weiß, dass ich spätestens Mittags wieder die Schaufel schwingen werde, denn es schneit ohne Unterlass. Mag bescheuert klingen, aber Schneeschaufeln hat letzten Endes doch zwei Vorteile: Zum einen die körperliche Ertüchtigung, die nach einer langen Mastzeit dringend nötig wird, zum anderen der Zwang, raus an die frische Luft und damit runter vom Sofa zu kommen, wenn das Wetter alles andere als einladend für einen ausgiebigen Spaziergang ist.
Und so ist es dann auch. Unter den kritischen Blicken und der empörten Beschwerde der Wildvögel, die das Schneeräumen bei der Futtersuche stört, geht es erst mit der Schneeschaufel und dann..Ein Buchfink versinkt im Neuschnee

…mit der Kamera ans Werk. Definitiv hat dabei das Schneeschaufeln nicht das so geschätzte Schwimmen ersetzt. Aber wenn man keine Wahl hat, dann hat man eben keine Wahl. Weder das eine zu lassen noch das andere zu tun.

Die Schneehäubchen haben es mir dabei ganz besonders angetan, ob auf verwelkten Blüten, Hagebutten oder einfach nur dem Staketenzaun in der Nachbarschaft.Verblühte Rosen mit Schneehaube Let ist snow,

Eingeschneite Hagebutte Let ist snow,

Zaunlatten mit Schneemützchen

Die kleinen weißen „Mützchen“ sind ein häufig wiederkehrendes und damit ein arg strapaziertes Motiv, ich weiß. Trotzdem scheue ich mich nicht, gleich noch weitere Bilder des gleichen Sujets zu machen und hier zu zeigen.

Rote Beeren mit Schnee - Let ist snow,

Erlenfrüchte am Zweig mit Schneehäubchen

Schneebeladen sind auch die Bank und die Bäume am Waldrand, jenem Ort, den ich besonders mag: Den Wald hinterm Haus. Anders als die Heiligen Drei Könige alias Sternsinger, die dieses Jahr nicht durchs Dorf stromern dürfen, ist der Großteil der Nachbarschaft zur Spazierrunde aufgebrochen. Man trifft sich, grüßt sich, wünscht sich ein Frohes Neues und geht wieder seiner Wege.
Oder bleibt stehen und fotografiert.

Sitzbankim Schnee. Vollkommen bedeckt, Let ist snow,

Und fotografiert.

Waldweg im Schnee. Let it snow

Und fotografiert. Was sicher wieder nicht jeder nachvollziehen kann.
Warum fotografierst Du das?
Warum nicht?

Let it snow. - Wintergrün, erfroren auf einem Feld

Und ich schrecke Herrn Hirsch und seinen Harem auf. Die Tiere mögen nicht besonders, wenn das lange, schwarze Objektiv sich auf sie richtet. Vermutlich haben sie da eher schlechte Erfahrung gemacht, wenn einer ihrer Artgenossen ins Visier genommen wird.
Ich kann’s ja verstehen, dass sie Fersengeld geben.

let it snow: Hirsche beobachten aufmerksam den Fotografen.


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1 Antwort

  1. BrigitteE sagt:

    Da kann man nur neidlos schauen und staunen.
    Wie wun.der.schön!

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