Es grünt so grün – im Stoibermühlsee

Es grünt so grün…

Viel wird derzeit von Priorisierung gesprochen, dann mache ich das mit meinen geplanten Ausflügen ins Freiwasser jetzt auch. Ich ordne alle mir unbekannten Seen der Region eine höchste Priorität zu, allen, die ich erst einmal besucht habe die Prio 2 und den großen Rest sammle ich in der Priorisierungsstufe 3.
Nur ist das so eine Sache mit den Priorisierungen, das hat noch nie geklappt, also bin ich öfter in Seen der Stufe 3 unterwegs als in denen der Stufe 2 oder gar 1. Fast so, wie im richtigen Leben…

Aber es ist noch früh im Jahr, was meine Freiwassersaison betrifft; die Temperaturen der Seen und Weiher sind noch nicht so angestiegen, dass sich lange Ausflüge ins Oberland zu ausgiebigen Schwimmrunden in unbekannten Seen lohnen würden. Außerdem schwimmt es sich in heimischen ehemaligen Kiesgruben auf kürzerer Strecke auch ganz gut. Und getreu dem Vorhaben, jeden See mindestens zweimal zu besuchen, gäbe es da noch einige der Naheliegenden auf der Liste. So zum Beispiel den Stoibermühlsee, den ich im vergangenen September erstmals angefahren habe und jetzt zum zweiten Mal darin eine Runde gedreht habe. Das ist auch ein wenig der Begleitung von Herbert geschuldet, der den See noch nicht kennt, lieber nur ein kürzeres Stück schwimmen will und wir beide genug Zeit für einen anschließenden Sprung in den benachbarten Biergarten haben.
Außerdem habe ich so gar keine Lust, stundenlang über Land zu einem See zu gurken.

Im Stoibermühlsee

Unter diesen Vorgaben ist der Stoibermühlsee eine wirklich gute Wahl. Erstaunlich leer ist es dort trotz Brückentag und Pfingstferien. Das Wasser ist eben noch immer nicht badewannenwarm. Das hält die Leute fern oder lockt sie in die Freibäder und schafft uns freie Bahn – egal, wo wir hinschwimmen. Still ruht der See, nur ein wenig aufgekräuselt durch unsere Schwimmbewegungen.

Grün am Seeufer

Still ruht der See

Nicht mal die Liegewiesen sind voll, ein paar Sonnenbadende, ein paar Familien mit kleinen Kindern. Umso unverständlicher ist es, dass wir, als wir aus dem Wasser kommen, direkt neben unseren Sachen das Lager zweier Familien erspähen. Es wäre kein Akt gewesen, einfach ein paar Meter mehr Abstand zu halten, Platz ist mehr als genug. Aber nein. Wozu?
Hier und nicht anders breiten sie ihre Sachen aus, pumpen ihr Schlauchboot auf und stechen in (den) See.
Das Ganze geht nicht ohne lautstarkes Zurufen aufgeregter Kinder, die den Vater nach Hause schicken sollen, er solle doch noch mal heimfahren und die Kescher holen. Die Kinder haben im flachen Wasser Fischschwärme entdeckt.

Grünes Wasser, grün am Ufer

Irgendwann wird es dem Vater zu bunt, er herrscht die Söhne an, sie sollen nicht so rumschreien und er paddelt allein mit seinem grün-weißen Gummiboot davon.

Das Wasser ist deutlich trüber als bei meinem vorangegangenen Besuch, was schade ist. Ich wollte – dieses Mal mit Kamera bewaffnet – Bilder von den „verwunschenen Wäldern“ unter Wasser machen, die mich beim letzten Mal so begeistert haben. Aber die sind noch gar nicht wieder da, das Wachstum der Wasserpflanzen ist weit zurück. Da muss noch viel passieren, damit man beim Schwimmen wieder dieses Gefühl bekommt, als flöge man langsam über Bäume und Buschwerk dahin. Es grünt unter mir und wächst vom Seegrund nach oben.
Ein paar erste Eindrücke sammle ich trotzdem mit der kleinen Nikon ein:

Grün am Seegrund

Grün das Wasser

Grasteppich im Wasser

Es wächst von unten

Es grünt so grün. Langsam auch unter Wasser. Ich weiß: Es ist nicht nach jedermanns Geschmack, sich im Freiwasser vor Augen zu führen, über was (oder wen) man gerade so hinweg schwimmt. Viele schätzen das undurchdringliche, blickdichte Grün des Seewassers. Keine Fische, keine Pflanzen, kein Schlamm auf dem Grund. Das alles könnte nämlich die Phantasie zu sehr anregen.

Grün

Ich persönlich finde es eher andersherum anregend:
Langsam über die Pflanzen“wälder“ hinwegkraulen, die sich im Wasser hin und her bewegen. Wie gesagt: Ein wenig ist das wie Fliegen. Denke ich…


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