Ein paar Tage rote Puffigkeit

Ein paar Tage dauert sie nur, die knallrote Puffigkeit in unserem Garten. Dann nämlich steht der orientalische Mohn in voller Blütenpracht. Eine üppige, wie flüchtige Angelegenheit in puffrot. Anders kann man diese Farbe nicht beschreiben.

Puffigkeit in rot: Orientalischer Mohn

Damit oute ich mich als Kind einer Generation, die für bildhafte Beschreibungen von Vokabeln noch Begrifflichkeiten zur Verfügung hatten, von denen heute Marketingexperten und Werbetexter nur träumen können. Seit Strümpfe in der Farbpalette von Marzipan über Nougat bis zu Lakritze angeboten werden, stelle ich mir die Frage, ob puffrot nicht viel unmissverständlicher ist. Im Zweifel weckt es die eindeutigeren Assoziationen als Strümpfe, die honigfarben oder karamell sind. Aber gut. Strümpfe in puffrot sind vielleicht eher… lassen wir das.

Wer jedenfalls das Innenleben der Mohnblüte etwas näher betrachtet, der weiß, was ich meine – obwohl ich natürlich von Dingen rede, von denen ich überhaupt keine Ahnung habe. Ich weiß weder, ob Puffs von innen rot eingerichtet sind, noch, ob es genau dieser verschwenderische Farbton ist. Da fehlt mir einfach eine grundlegende Erfahrung/Inaugenscheinnahme vor Ort.

Puffigkeit in rot: Orientalischer Mohn

Ist letztlich aber auch nicht schlimm, ich verlasse mich da auf die Ausstatter diverser Filme, deren Szenen in entsprechenden Etablissements spielen. Kaum eine Krimiserie kommt ja ohne Ermittlungen im Bordell aus, Inspector Barnaby vielleicht ausgenommen, zumindest kann ich mich nicht erinnern, ihn einmal dort einen Tatort besichtigen gesehen zu haben.

Dem orientalischen Mohn ist das völlig wurscht, dass ich ihn puffrot beschreibe, der blüht überschwänglich ein paar Tage, dann streicht er die Segel, wirft die Blätter ab, zurück bleiben die Samenkapseln, die beim verwandten Schlafmohn ihren ganz eigenen Marktwert besitzen, beim orientalischen hingegen eher weniger. Das macht den Anbau dieser Pflanzen im heimischen Garten auch nicht justiziabel.

Puffigkeit in rot: Orientalischer Mohn

Der orientalische Mohn entzieht sich allerdings, auch das zeugt von seiner Puffigkeit, einer vernünftigen Fotografie. Die leicht im Sonnenlicht schillernden Blätter sehen allzu schnell aus wie wie hauchdünne Plastikfolie, weshalb der Großteil der Blumenfotos gleich wieder im Müll landet – vor allem die Schnappschüsschen. Es ist schwierig, die Farbe so einzufangen, wie sie ist.

Daher lohnt es sich, dem Mohn mit geeigneter Kamera beherzt entgegenzutreten.

Puffigkeit in rot: Orientalischer Mohn

Und mit Geduld. Denn das puffige Rot (Ja, jetzt wissen wir’s!), lockt natürlich Insekten in großer Zahl und so ist schwer was los am und im Mohn. Allen voran die emsigem Bienchen.

Puffigkeit in rot: Orientalischer Mohn

Puffigkeit in rot: Orientalischer Mohn

Und wie das eben im Milieu ist, will niemand, der dort einkehrt, gern fotografiert werden, so dass auch von den Bienenbildern kaum eines vorzeigbar ist. Schnell hat auch Kollege Käfer inmitten der wollüstigen Blüte seinen Kopf weggedreht. Anonym bleiben ist so wichtig. Nur Wanzen scheißen sich da nichts. Die tun einfach so, als seien sie nicht da.

Puffigkeit in rot: Orientalischer Mohn

Und jetzt, da sie alles schön brav bis zum Ende durchgelesen haben, verrate ich Ihnen, was das hier soll:
Ich möchte wissen, ob die einschlägigen Schlüsselworte, derer es zu Hauf im Beitrag gibt, eventuell einen Einfluss auf die Blogstatistik haben. Sex sells, das weiß ich. Aber lockt orientalischer Mohn in all seiner Puffigkeit auch Leute her, die in der Suchmaschine ganz was anders angezeigt bekommen wollten? Und wenn ja: Wie enttäuscht mögen sie sein, dass es hier nur um Blümchen geht. Aber immerhin auch um Bienchen.
So ist das nun mal – alles ein Riesenbeschiss.

Puffigkeit in rot: Orientalischer Mohn


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