Buxenparade (Teil 22): Workout – Knie anglotzen – Manspreading

Sträflich vernachlässigt habe ich die Buxenparade, es gilt, nachzuarbeiten.

Selten habe ich eine Badehose gekauft und gleich danach so in mein „Herz geschlossen“, dass ich sie monatelang bei fast jedem Schwimmen getragen habe. Aber diese Jammer von Adidas, die ich vor fast einem Jahr gekauft habe, bei der ist das passiert. Ich weiß eigentlich auch nicht warum.

Die Jammer - ready for manspreading

Umso sträflicher, diese Hose in der Buxenparade bisher unerwähnt gelassen zu lassen. Dabei habe ich sie doch andauernd vor Augen.
Nun ja – vor Augen zumindest, wenn ich sommers nach dem Schwimmen am See in der Sonne liege und mich von ihrer Wärme trocknen lasse:

Knie beobachten in der Jammer

So geschehen und fotodokumentiert im Sommer 2020 am Karlsfelder See. Winters auf der Liege im Hallenbad ist es übrigens nicht viel anders.

„Schwimmen ist die perfekte Ergänzung zu jeder Sportart. Mit dieser Jammer-Badehose hast du es bei deinem Workout besonders bequem. Ihr chlorresistentes Material ist weich, leicht und wurde mit recycelten Materialien hergestellt,“ lese ich in der Produktinformation der adidas Herren Tapered Jammer-Badehose, wie das Modell mit der Hersteller-Nr.: FJ4748 offiziell heißt.

A ha.
Workout.

Wusste ich noch gar nicht, dass ich auch Work Out betreibe. Oder Fitnesstraining, bei dem das „bequeme, leichte Tragegefühl“ ebenso eine Rolle spielen soll wie der UV-Schutzfaktor 50+, die Herstellung aus chlorresistentes Infinitex Fitness Eco Material und was sonst noch so als Verkaufsargument zählen könnte. Der UV-Lichtschutzfaktor 50+ stimmt jedenfalls. Wie nach jeden Sommer zeichnen sich mehrere scharfe Bräunungskanten auf dem Oberschenkel ab. Die unterste natürlich von der Jammer.

Ich sehe übrigens nicht, dass Schwimmen eine Ergänzung zu jeder Sportart darstellt. Dazu müsste ich ja noch andere Sportarten betreiben. Wozu?
Schwimmen ist doch als Sportart vollkommen ausreichend. Oder muss man, will man diese Hose tragen, Schwimmen nur als Ergänzungssportart betreiben?
Manch einen Werbetexter sollte man mal fragen, ob er sich nur fünf Sekunden überlegt hat, welchen Stuss er da geschrieben hat. Übrigens ein häufiger Gedanke bei mir!

Der Dauereinsatz sorgt dafür, dass die Hose ganz schön rumgekommen ist im vergangenem und diesem Jahr, nur im allzu schlammigen Neusiedler See habe ich eine andere angezogen. Aus früheren Tagen erinnere ich mich, wie Badehosen dort schnell an Farbe verlieren und man nicht unbedingt seine besten Stücke mit ins Wasser nehmen sollte.
Ehrensache aber, dass ich sie in meinen Lieblingssee, den Langbürgner ausführe. Da ist der Grund zwar auch schlammig, aber längst nicht so extrem wie in Rust. Und das Wasser, auf das es letztlich ankommt, ist viel klarer.
Im trüben See - die neue Jammer

Und darauf kommt es schließlich an.
Auch beim Workout und Fitnesstraining.
Hahaha

Und in meiner grenzenlosen Experimentierfreudigkeit wage ich mit der Buxe einen riskanten Versuch: Manspreading, wie es 2017 in die öffentliche Diskussion geriet. Das probiere ich – auch mangels Gelegenheit – aber nicht am Ort der zunehmenden Verärgerung, also dem öffentlichen Personennahverkehr, aus. Ich wähle dazu den forgeschrittenen Abend und das nahezu leere Hallenbad kurz vor Schließung. Es ist einfach niemand da, den das stören oder belästigen könnte, wenn ich ein paar Minuten Minuten mächtig vulgäre Breitbeinigkeit wage.
Was macht das mit einem?
Nichts.
Es ist und bleibt bescheuert,
Nicht berücksichtigt habe ich bei dem Versuch allerdings die letzte Trockenhaar-Schwimmerin im Becken, die das Ganze vom Wasser aus unverhohlen und ausgiebig beobachtet. Erst als sie in meine Nähe kommt, eine Kurve schwimmt, aber den Kopf immer weiter herüber dreht, bemerke ich sie und ihren irritierten Gesichtsausdruck. Vermutlich hält sie mich für vollkommen übergeschnappt, weil ich Manspreading nicht nur ausprobiere, sondern auch ein Beweissicherungsfoto mache.
Soll sie. Und was daheim zu erzählen hat sie dann am Abend auch. Also Win-Win für alle. Geht mir am Arsch vorbei.

Manspreading im Hallenbad

Zum erfolgreichen Manspreading gehört es nun mal, dass es einem scheißegal ist, was die anderen von einem halten.
Fazit. Das ist vollkommen bescheuert. Aber das sagte ich ja bereits.
Das nächste Mal gehe ich einfach wieder schwimmen mit der Jammer. Das reicht.


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