Ich habe bestellt – es gibt Bleistifte

Wer im Büro arbeitet, der braucht Material: Papier, Stifte, Locher, Schere, Heftklammern…

Sie kennen das. Auch im Zeitalter der Digitalisierung, der e-Mails und Skype-Konferenzen ist das papierlose Büro noch in weiter Ferne. Hin und wieder wird es notwendig, den klassischen Büroverbrauchsbedarf nachzukaufen. Dafür gibt’s Kataloge, Online-Shops und Lieferservice. Und wie in den meisten Firmen gibt es auch in unserer einen zentralen „Einkauf“ für Bürobedarf. Meistens wird per Mail abgefragt, ob wer etwas braucht und dann kommt es zur Sammelbestellung.

„Ja“, teile ich der Kollegin mündlich mit. „Ich brauche eine Schachtel Bleistifte. 2B bitte.“ Sie notiert meinen Namen sowie Bleistift 2B.
Klingt jetzt einigermaßen einfach, oder?

Und warum Bleistift?
Ich schreibe – weil Linkshänder – am liebsten mit Bleistiften. Da schmiert nichts, wie bei Tinte; die Kugel des Kugelschreibers wird nicht blockiert (Linkshänder schieben den Stift mit Druck auf der Kugel), alles bestens. Außerdem haben Bleistifte einen unschätzbaren Vorteil. So lange es sie gibt, schreiben sie. Wenn sie nicht mehr schreiben, dann gibt es sie auch nicht mehr. Anders als Filzstifte oder Kulis. Die trocknen irgendwann aus oder leeren sich wie durch Geisterhand. Vor allem verweigern sie immer genau dann ihre Arbeit, wenn man sie dringend braucht. Man telefoniert, will schnell was notieren: Der verdammte Stift aber, wenn man ihn endlich gefunden hat, liefert nichts Lesbares. Ein halber Buchstabe und der Rest sind Riefen im Papier.
Das perfekte – und ein wenig antiquierte – Werkzeug ist nun mal ein spitzer Bleistift.
Nicht nur zum Schreiben. Auch für kleine Skizzen oder Krakeleien, die während eines Meetings entstehen, ist ein Bleistift einfach besser zu gebrauchen. 2B ist perfekt. Nicht zu hart und nicht zu weich. Schmiersicher und trotzdem nicht stahlhart.
Zur Not kann man übrigens mit Bleistifen auch einen anderen Menschen vom Leben zum Tode befördern. In bester MacGyver-Manier – nur in Notwehr natürlich. Nur in Notwehr…

Also bestelle ich, wenn die Stifte zu Ende gehen, Neue. Wie gesagt:

„Ich brauchte eine Schachtel Bleistifte. 2B bitte.“

Die gibt’s von Faber und anderen Herstellern in 5er und 10er Packs. Eine Schachtel reicht recht lange, also kommen solche Bestellungen höchstens einmal im Jahr vor. Also erwarte ich sehnsüchtig eine Schachtel, der letzte der alten Stifte hat die 5-Zentimeter-Hürde mittlerweile unterboten.
Was ich aber dann auf meinen Schreibtisch gelegt bekomme, ist dieses nette Tütchen hier:

bleistift

Frisch aus dem Lieferkarton. Bleistifte. Zwei. Immerhin 2B.

So putzig.

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4 Antworten

  1. Alex sagt:

    Vielleicht meinte sie 2 Bleistifte B?

  2. Eure Firma wird nie pleite gehen, weil die Einkäuferin so sparsam ist ;-)

  1. 10. Mai 2013

    […] jetzt wieder. Mein Beitrag Ich habe bestellt – es gibt Bleistifte wird ihm wohl die Tränen des Mitleids in die Augen gedrückt haben. Vielleicht auch nicht. […]

  2. 12. Februar 2015

    […] … das meine ich ernst. Ich bin bewaffnet. Vor vielen Jahren las ich in einem Krimi von Nino Filasto, von einem Mord, der mit einem Bleistift ausgeführt wurde. Ein Bleistift ist immer eine wunderbare Waffe. Darum bevorzuge ich dieses Schreibinstrument zumindest dann, wenn ich mit Hand schreibe. Das erwähnte ich n meinem Blog ja schon einmal: Ich habe bestellt… […]

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