Von Blättern und Blüten

Blätter und Blüten fotografieren?
Warum nicht auch das?
Ich glaube, ich bin noch nie so oft mit der Kamera im heimischen Wald unterwegs gewesen wie in den vergangenen Wochen. Dieses Mal mit dem Tele mit 80 bis 200mm Brennweite.
Viel war davon hier bereits zu lesen, und viel auch zu sehen. So mancher Blogbeitrag entstand nach solchen Spaziergängen, nicht selten war auch zwischen den Zeilen eine gewisse Corona-Genervtheit zu lesen.
Und selbige nimmt zu, nicht nur bei mir. Das ist überall in den sozialen Netzwerken zu lesen, auch in vielen Blogs. Allein: Es hilft nichts, es ändert nichts an der Lage und auch nicht an den Beschränkungen des Alltagslebens. Es ist eben vor allem eine Frage, wie wir damit umgehen, was aber hier nicht diskutiert werden soll. Nicht schon wieder – nicht überall.

Furchen im Gras auf dem Acker

Einstweilen begnüge ich mich mit Spaziergängen und Wanderungen, mit Naturbeobachtungen und -fotografie.
Hier hat sich ein neues Feld aufgetan. Nicht, dass ich nicht vorher schon enorm viele Fotos gemacht hätte, aber langsam wird es exzessiv. Die Nachbarn, die mich nahezu jeden Abend mit der Kamera in der Hand aufbrechen sehen, witzeln schon und fragen sich und mich, was man denn Tag für Tag Neues entdecken könne, wenn man doch eigentlich immer die gleichen Wege abläuft.
Die Frage ist nicht unbegründet, ich habe sie mir auch schon gestellt. Der Blick ist auf Motivsuche, mehr und mehr. An einem Abend zum Beispiel nehme ich mir vor, ausschließlich mit Brennweite 200 zu fotografieren, das 80/200er Tele maximal auszufahren und den Blick nur aufs Detail zu richten. Ausschnitte statt Panoramabilder.

Blüten der Knoblauchsrauke

Blüten der Knoblauchsrauke

Heute mal eine kleine Auswahl an Bildern von Blättern und Blüten – allesamt genauso, wie man sie momentan im Wald, am Feldrand oder im eigenen Garten finden kann. Der Vorteil gegenüber Fröschen, Hummeln, Bienen, Reihern, Krähen: Da fliegt oder hüpft nichts weg. Da flüchtet nichts. Blätter und Blüten lassen sich bereitwillig fotografieren, ob nun Buche oder Ahorn, Apfel, Taubnessel, Knoblauchsrauke, Bergflockenblume oder Akelei.
Alles bleibt schön artig an seinem Platz. Sie zu pflücken um sie für ein Foto zu arrangieren wäre der falsche Weg – also bleibt mir oft nichts anderes übrig, als ins Gehölz zu stapfen, denn mit 200er Brennweite muss ich natürlich einen Mindestabstand zum Motiv halten, sonst funktioniert das nicht. Dafür löst sich aber der Bildhintergrund in eine geheimnisvolle Unschärfe auf. Details werden sichtbar, die man sonst kaum wahrnimmt: Blätter, die fransig behaart sind zum Beispiel.

Frische Buchenblätter

Frische Buchenblätter

Ahornblätter im Gegenlicht

Ahornblätter im Gegenlicht

Blüten an einer Taubnessel

Blüten an einer Taubnessel

So ganz einfach ist auch dieses Unterfangen nicht: Viele Bilder geraten nicht so, wie ich sie gerne hätte. Nicht immer ist genau das scharf, was ich auch auf dem Bild hinterher scharf haben will. Es ist eben alles Übungssache, aber das ist Fotografie ohnehin immer – zumindest, wenn man sich etwas aus der weit verbreiteten Handy-Schnappschüssigkeit abheben will. Die hat natürlich auch ihr Recht, und wer wäre ich, nicht zuzugeben, dass ich auch oft viele Bilder mit dem Handy mache. Schnappschüsse ebenso wie wohl überlegte. Man hat eben nicht immer seine Spiegelreflexkamera dabei. Also ich zumindest nicht…

Blühender Apfelbaum

Blüten am Birnbaum

Eine weitere Herausforderung: Will ich nicht blitzen (wer will das schon?) bin ich auf den Stand der Sonne angewiesen und damit auf den Lichteinfall, die natürlichen Schatten

Blüten der Bergflockenblume

Blüten der Bergflockenblume

Tiefblaue Blüten der Akelei

Tiefblaue Blüten der Akelei

Blätter und Blüten zu fotografieren hat nebenbei bemerkt auch etwas Kontemplatives. Zumindest zeitweilig.


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1 Antwort

  1. Linsenfutter sagt:

    Blüten und Blätter sind immer schön. Im Frühjahr wenn die ersten Blüten kommen, genau so wie die bunten Blätter im Herbst.

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