Magenta sucks – aber so richtig!

Magenta schreibt uns. Allerdings hat die Zustellung des Briefes mehr als eine Woche gedauert, will man dem eingedruckten Versanddatum glauben, der letztens in unserem Briefkasten landete. Von Bonn nach Bayern ist es ja auch ein weiter Weg, es muss ja schließlich nicht nur der Rhein und später die Donau überquert werden. Auch der Weißwurstäquator liegt dazwischen und da kann es schon mal eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen, bis der berittene Bote der postkaiserlichen Reichspost seinen Weg zu unserem Briefkasten gefunden hat.

Umso freudestrahlender nahmen wir zur Kenntnis: In Kürze schaltet die Telekom ihr Festnetz auf das Netz der Zukunft (fett gedruckt!), was bedeutet, dass wir in Kürze im besten Telekom Netz eine noch schnellere Datenübertragung, attraktive Fernsehprogramme in HD-Qualität, intelligente SmartHome Anwendungen und einen integrierten Cloud Speicher für alle Bilder und Dokumente genießen können.

Magenta schreibt Briefe

Klingt soweit nicht schlecht, oder?

Nun ist das mit dem attraktiven Fernsehprogramm eine Sache, denn meinem laienhaften Sachverstand nach bemisst sich die Attraktivität in erster Linie an den Inhalten der Sender. Seit wir eine Satellitenschüssel auf dem Dach haben ist so viel geboten, dass es keiner weiteren Angebote bedarf. 90% der Sender, die wir schon jetzt sehen könnten, sind sowieso Murks und auf der Senderliste soweit hinten platziert, dass die Wahrscheinlichkeit, diese aus Versehen doch mal einzuschalten gegen Null geht. Versäumt haben wir dabei bisher noch nichts. Soweit zumindest mein Eindruck.

Zudem habe ich ein gesundes Misstrauen, was das Abspeichern meiner Daten in einer Cloud angeht. Seit ich 2013 Post von Vodfafone bekam, dass mit rund 2 Mio anderen Kunden auch meine Daten geklaut wurden, denke ich etwas anders über die Hinterlegung wirklich wichtiger Dokumente in einer Cloud. Selbst, wenn die nicht gestohlen werden: Wer kann mir zusagen, dass dort hochgeladene Textskripten, Vortragsfolien, Bilderarchive o.ä. nicht irgendwann plötzlich verschwunden oder mein eigener Zugang aus welchen Gründen auch immer gesperrt ist?
Sehen Sie, da trägt doch so eine Terrabyte-Platte im Schrank einiges mehr zu meinem Wohlbefinden und Komfort bei.

Aber soweit kommt es ja vorerst gar nicht. Zwar ist das 1998 geprägte Bayern-Bild von Laptop und Lederhose mittlerweile etwas in die Jahre gekommen, aber trotzdem: Wer in Bayern auf dem Land wohnt, weiß wovon ich rede: Funklöcher im Mobilfunk, Datenübertragung im Schneckentempo und viele weitere Hemmnisse für die Bevölkerung und die Gewerbe in diesen Regionen.
Nicht erst seit Forschungsministerin Anja Karliczek feststellte, dass nicht „jede Milchkanne“ 5 G brauche ist mein Vertrauen in dieses digitale Neuland bzw. den Sachverstand der zuständigen Politiker zu diesem Thema nachhaltig gestört.

Nun aber war der Jubel riesig, endlich schnellere Datenübertragungen zu bekommen. Die Zukunft erreicht auch uns im Hinterland. Yippie-ya-yeah. Danke Magenta.

Magenta schreibt Briefe

Am besten, so rät die Telekom, solle man das gleich ausprobieren. Unter www.telekom.de/netzumschaltung könne man Details abrufen. Sogar den genauen Tag, wann das passiert, könne man erfahren.

Gesagt, getan. Noch am gleichen Tag. Das Ergebnis allerdings ist kolossal ernüchternd.

Aber Magenta bekommt es nicht auf die Reihe

Hallo Neuland, hallo Magenta, wenn das so ist, dann steckt Euch Eure mit 0,70 € frankierte Briefpost doch einfach sonstwohin. Das Geld hättet Ihr Euch auch sparen können…


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1 Antwort

  1. Peter sagt:

    Sei doch froh über die Galgenfrist. Die Umstellung auf IP-Telefonie KANN reibungsslos funktionieren – oder auch nicht! Mir droht diese Umstellung auch Ende des Jahres…..und ich feue mich NICHT darauf!

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