Spazieren statt Schwimmen gehen (#14): Isar abwärts – Im Naturschutzgebiet bei Moosburg

Hinweis: Naturschutzgebiet an der Isar

Ein verwegener Fluss ist sie ja schon, die Isar; zumindest dort, wo man sie lässt. Dort, wo sie einigermaßen naturbelassen geblieben ist oder aufwendig renaturiert wurde, zeigt sich die Isar unbänding. Und das ist schön. Natürlich ist das nicht im Stadtgebiet Münchens so. Aber vor den Toren der Stadt, bzw. dahinter, dort, wo man den Fluss in Ruhe (wieder) Fluss sein lässt, offenbart er kraftvoll, zu was er im Stande ist.

Während sich südlich der Landeshauptstadt Kajakfahrer, Kanuten, Partyfloßanbieter und Schlauchbootkapitäne einen heftigen Streit mit dem Landratsamt liefern, weil die Behörden der Isar mehr Ruhe und mehr Natur gönnen wollen, was nun weder die Sportler noch die Partypeople einsehen mögen, wenn sie den Fluss herunterschippern, ist es nördlich Münchens bedächtig – ruhig und friedlich. Es gibt auch keinen Massenansturm wie in der Stadt am Flaucher in München, keine Berge von Müll, Glasscherben und Einmalgrills im Kies, keine fäkalen Hinterlassenschaften im Strauchwerk.
Hier, isarabwärts, trifft man nur ein paar Angler, Jogger, Spaziergänger, einige Radler, Kajakfahrer und picknickende Familien.

Wenn hinter Garching die Isar nach Nordosten schwenkt und Freising passiert hat, erreicht sie noch vor Moosburg ein kleines, wunderschönes Naturschutzgebiet: Die Isarauen zwischen Hangenham und Moosburg. Etwa 10 Kilometer erstreckt es sich links und rechts des Flusses, an den schmalsten Stellen ist es kaum 500 Meter breit, an den breitesten kaum mehr als 700 Meter.
Viele Wege führen nicht durch die Auen – und das gibt der Natur eine wunderbare Ruhe, wenn man mal großzügig vom Lärm der A92 absieht, die einen knappen Kilometer südlich parallel zur Isar verläuft – und vom Gedröhn der Flieger, die vom Münchner Airport aufsteigen und dann direkt über den Auen in eine steile Nordkurve einschwenken.
Aber auch unten ist es alles andere als ruhig an einem sonnigen Frühlingstag, als wir ein paar Kilometer am Nordufer entlang spazieren gehen.

Die Isar südlich von Moosburg

Schnell fließt sie dahin, die Isar

Es zwitschert und zirpt über uns, raschelt im Laub und im Geäst, es huscht, kreucht und fleucht um uns her. Auf dem Wasser schnattern ein paar Stockenten, viele Gänsesäger sind zu sehen – an der Isar befindet sich eines der wenigen Brutgebiete dieser an sich viel weiter im Norden beheimateten Entenvögel.

Ein Gänsesäger im Fluss

Unterhalb des Weges führen Pfade direkt am Fluss über die Kiesbänke. Hier zeigt die Isar ihre ganze Kraft. Von Wasser und Sonne gebleichte Baumleichen liegen im Wasser und am Ufer. Unterspült, gefällt, angeschwemmt. Nicht ein Stamm, nicht zwei – Dutzende.

Kiesbänke und Baumleichen an der Isar

Hin und wieder huscht eine Eidechse von ihrem Sonnenplatz empört unter das trockene Gras, auch eine Ringelnatter sucht das Weite – wieder einmal bedauere ich, nicht mit schwerem Kameragerät und einem Teleobjektiv, das einen erschlagen könnte, hergekommen zu sein. Fette Frösche hocken gut getarnt im angeschwemmten Geäst am Ufer. Auch sie zeigen sich empört und gestört als ich mich nähere und springen in den Fluss.

Frösche sonnen sich

Noch ist der Wald licht – ein erster Duft vom Bärlauch zwischen den Bäumen weht herüber, an anderen Stellen ist der Wald bedeckt von Brenn- und Taubnesseln und Giersch.

Bärlauch im lichten Wald

Taubnesseln

Vieles wäre als Futter für die Schildkröten daheim bestens geeignet, denke ich. Aber es ist unnötig zu erwähnen, dass man im Naturschutzgebiet keine Pflanzen ausrupft.

Bäume am Flussufer, angenagt vom Biber

Auf den Kiesbänken grünt es üppig, weitere umgestürzte Bäume liegen im Wasser oder auf dem Kies. An einigen Bäumen kann man sehen, das Biber ganze Arbeit geleistet haben.
Alles erinnert ein wenig an des mächtige Tal des Tagliamento in Norditalien – nur eben viel, viel kleiner.

Kiesbänke an der Isar

Umgestürzter Baum

Baumstumpf un neue Triebe

Es ist ein traumhafter Spaziergang, den wir, wie so oft, zuvor im Netz ausgewählt haben.
Längst sind Seiten wie Outdooractive.com oder Blogs wie Ulrich Strelzings Auf-den-Berg.de wichtige Hinweisgeber für Spaziergänge und Wanderungen in unserer Region. Wir suchen gezielt nach Wegen durch solche kleinen Oasen. Denn um Landschaft und Natur zu bewundern bedarf es ja nicht immer einer Fernreise.

Auf den Kiesbänken an der Isar


Eine Liste aller Beiträge der Serie Spazieren statt schwimmen gehen samt Verlinkung finden Sie auf der Unterseite Die Serien dieser Seite im Überblick


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