Die Weihnachtsrunde

Natürlich ist ein weihnachtlicher Sparziergang durch hohen Schnee schön. Es knirscht unter den Schuhen, es glitzert silbrig in der Luft, wenn der pulvrige Schnee langsam von den Zweigen herunterrieselt und von den Sonnenstrahlen getroffen wird. Der tiefblaue Himmel gibt einen wunderbaren Kontrast – dazu dunkle Tannen, fast schwarze Äste kahler Laubbäume. Winter eben.
Irgendwo.

Dahinten vielleicht, wo die Berge sind. Aber hier nicht. Egal.
Also drehen wir eine wunderbare Spazierrunde durch fast frühlinghafte Temperaturen. Ist auch nicht weiter schlimm – Hauptsache raus, Hauptsache frische Luft. Schwimmen gehen kann ich die Woche immer noch, heute lieber mal das schöne Wetter ausnutzen, bevor die nächste Regenfront über Bayern zieht.
Der Himmel ist blau, die Sonne strahlt, nachdem sie den morgendlichen Nebel vertrieben hat.

„Ihr könntet den Hund mitnehmen, der braucht auch Bewegung“, klingt es in meinen Ohren, obwohl wir gar keinen Hund haben, nie einen hatten und wohl auch nie einen bekommen werden. Und ich käme auch nicht auf die Idee, mir einen zum Gassi gehen auszuleihen oder mich Gassi gehenden Freunden anzuschließen.

Sätze wie diesen kenne ich nur aus dem Fernsehen aus Filmen, in denen Hundebesitzer ihre Kinder auffordern, den Familien-Vierbeiner mit an die frische Luft zu nehmen. Da ist die „gute“ Stimmung gleich vorprogrammiert. Sowas brauche ich nicht – brauchte ich nie!
Aber eine Runde mit dem Pferd, das hat was.

Also hängen wir uns unserer Tochter an, die ihrem Pferd einen Besuch abstattet und mit Marlyn eine Runde spazieren gehen will. Die Gelegenheit lassen wir uns nicht entgehen. Es ist mal was anderes, als die übliche Runde durchs Dorf, am Sportplatz vorbei und durch den Wald zurück. Stattdessen geht es zwischen den Feldern in der wärmenden Mittagssonne hindurch. Und immer das Pferd mittendrin.

Anders als ein gassigeführtwerdender Hund bleibt Marlyn nicht an jedem Baum oder Verkehrsschild stehen, um die Hinterlassenschaften seiner Artgenossen ausgiebig zu beschnuppern bevor er selbst sein Bein hebt und seinerseits irgendwelche Nachrichten an irgendeiner Pin(kel)wand hinterlässt.

Was heißt: Eine Runde mit Pferd nötigt einen nicht, dauernd stehen zu bleiben – es sei denn natürlich, man macht innerhalb von einer Stunde knapp 90 Fotos. Dann kann es schon mal dauern und man trottet gemächlich den anderen hinterher.
Wer weiß, vielleicht habe ich einen falschen Blick, immerhin lese ich bei anderen Bloggern von vielen vergnüglichen Hunderunden, -wanderungen und -spaziergängen. Die Kraulquappe zum Beispiel, einst ein Schwimmblog, hat sich mittlerweile thematisch überwiegend ihren Dackelrunden durch München oder die oberbayerischen Berge verschrieben.

Auch Blogger Anwolf berichtet unterwegs mit Hund ausführlich über die Freuden der Hundehalter. Schöne Geschichten sind das. Für den, der es mag und der sich der Verantwortung, einen Hund zu halten und dessen Ansprüchen nachzukommen, stellen mag.
Und damit bin ich persönlich raus aus dem Thema. Mir genügt es, davon in deren Blogs zu lesen. Nee, nee – ich führe mal ein paar Meter das Pferd meiner Tochter, dann reicht es schon wieder.
Übrigens: Vielleicht wäre diese Runde im Schnee noch vergnüglicher. Zumindest aber der aktuellen Jahreszeit angemessener gewesen. Man kann eben nicht alles haben…
Auch nicht an Weihnachten.


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