Auf Trampelpfaden um den Notzinger Weiher herum

Dazu auch: Überall Haarflieger, sonst niemand – im Notzinger Weiher

 

Ein Trampelpfad zwischen ein paar Bäumen und Sträuchern genügt. Und ich bin weg. Kleine Fluchten und viel Phantasie entfernen mich schnell von dem Ort, an dem ich wirklich bin in eine ganz andere, urtümlichere Landschaft, einen Auenwald zum Beispiel. Dazu die Neugier, den Trampelpfaden zu folgen und zu schauen, wo man herauskommt.
So ist es auch nach dem Schwimmen im Notzinger Weiher. Ich habe Zeit, Neugier, meine Kamera dabei und es gibt einen solchen Weg, der in die Terra incognita führt, zumindest für mich unentdecktes Land. Ich liebe diese „Miniatur-Weltreisen“, kleinen Fluchten, Abstecher vom Alltag. Und sei es, dass sie kaum länger als eine halbe Stunde dauern. Das ist Zeit für mich – nur für mich, Zeit, die nicht unbedingt spektakulär aber doch auf sehr schöne Weise gefüllt ist:

Auf Trampelpfaden um den Notzinger WeiherWo führt der Weg hin, den so viele vor mir genutzt haben, dass kein Gras mehr auf dem Pfad wächst? Natürlich sagt der Kopf in diesem speziellen Fall – zunächst nach Süden hinaus aus dem „Dickicht“ und dann weiter nach Moosinning. Rechts, keine 70 Meter hinter den Bäumen sind die freien Felder von Notzing. Links von mir liegt der Notzinger Weiher, in dem ich gerade erst geschwommen bin. Alles ist überschaubar. Schaue ich mir diese ein Terrain vorher oder nachher bei Google Maps an und folge noch einmal virtuell den begangenen Trampelpfaden, weiß ich, dass nichts hier wirklich abenteuerlich ist. Der Wald ist gar keiner und das unbekannte Land ist auch alles andere als unentdeckt.

Auenwald? An den Trampelpfaden am Weiher

Denn westlich des Weihers befindet sich ein schmaler, nur 60 bis 70 Meter breiter „Natur“streifen, auf der Ostseite sind es sogar nur 25 Meter – oder anders gesagt: Zwei Reihen hochgewachsener Bäume, dahinter Wiesen und Felder. Beim Schwimmen vom Wasser aus sieht aber sieht es aus, als läge der Weiher vollständig im Wald, zumindest in wilder Natur. Selbst beim Spaziergang nach dem Schwimmen täuscht der Blick zum gegenüberliegenden Ufer. Das ist nicht Natur pur, sondern nur ein schmaler Baumstreifen. Aber gerade das, was fehlt, ersetzt dann meine Phantasie. Natürlich träume ich mich weder in wilde, urtümliche Landschaften noch Phantasiewelten von Mittelerde. Aber es reicht, sich aus dem Alltag für eine kurze Zeit hinauszukatapultieren.

Natur? Zumindest schaut es so aus

Die Birkeninsem im Weiher

Und es gibt immer etwas zu entdecken. An diesem Weiher sind es einige Holzskulpturen, die direkt in Baumstümpfe geschnitzt wurden. Sie zieren den „Wald“ direkt am Parkplatz. Einem geschnitzten Eichhörnchen wurde ein rotes Stoffband umgebunden. Jetzt hat es mehr mit dem Lindt-Schokoosterhasen gemein als mit einem Oachkatzerl. Schaut es nicht herzallerliebst aus=

Geschnitztes Eichhörnchen

Ein Stück weiter folge ich den Trampelpfaden zum Bären und der Schlange. Ich mag sowas, weniger gefallen mir die vielen Taschentücher auf dem Boden, untrügliche Zeichen, dass hier einige Spaziergänger den Wald als Freilufttoilette benutzen und mal schnell im Gebüsch verschwinden. Wie lange dauert es noch mal, bis so ein Taschentuch verrottet ist?

Geschnitzer Bär Geschnitzte Schlange an den Trampelpfaden

Am Faszinierendsten finde ich die Eule. Sie habe ich als allererste und das eher zufällig entdeckt. Sie hat mich auf die Spur zu den anderen Schnitzereien geführt. Ich mag so etwas.

Geschnitzte Eule

Nachdem ich den Weg am Westufer gefolgt bin, erreiche ich am Südende des Weihers die Halbinsel, die etwa 50 Meter weit in den Weiher hereinreicht. Vom Wasser aus habe ich sie natürlich schon gesehen. Vom Land aus offenbart sie eine ganz eigene, urtümliche Schönheit, nicht zuletzt wegen der kreuz und quer wachsenden Bäume. Das hat was. Das könnte doch auch sonstwo sein, oder?
Wer oder was könnte durch diesen „Tor“Bogen eines Baumes hindurchschreiten und auf der Bildfläche erscheinen?

auf Trampelpfaden unterwegs

Skurrile Bäume

Zurück geht es am Ostufer, ich folge den Trampelpfaden durch das hohe Gras, immer wieder biege ich ab und versuche, mich zwischen dem Buschwerk zum Wasser durchzuquetschen.
Auf Trampelpfaden über die Wiese.
Umgestürtzte Bäume - Trampelpfaden
Mein Ziel sind die umgestürzten Bäume, die meisten aber sind nicht oder kaum zu erreichen, aber wo es geht, finden sich ein paar recht spannende Perspektiven und wie ich finde lohnenswerte Bildmotive.Baumleichen im Wasser - TrampelpfadenTotholz im Wasser, es spiegelt sich darin

Und wieder war es keine große Herausforderung, um andere Spaziergänger drum herum zu fotografieren. Bis auf zwei Frauen, die sich eine Idee zu laut über ihre Ferienpläne im Sommer unterhalten, ist einfach wieder mal niemand da.
Mensch, was habe ich ein Glück. Und das an einem Samstag.
Im Outback. In der Terra incognita.


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