Habe Halle fertig… zumindest in Erding

Nein, eigentlich hätte es den heutigen Hallenbad nicht gebraucht. Es gab keinen einzigen Grund dafür, heute in die Halle zu gehen. Zum einen war ich in den letzten Tagen so oft schwimmen, dass eine kleine Pause mir gut getan hätte. Meine aktuelle Jahresleistung steht bei 214 Kilometern. Das sind 44,58% vom Jahressoll – und es ist erst April. Berechnet auf die Kilometer, die ich bis heute geschafft haben muss, hab ich einen Vorsprung von 44 Tagen.
Selbst, wenn ich die von Schwimmmeister Frank mir mit schöner Hartnäckigkeit empfohlenen 600km stemmen will, bin ich immer noch tief im grünen Bereich. Wozu also heute in die Halle?
Noch mal Halle - Schwimmbad Erding
Zum anderen hätte ich, wenn ich heute schwimmen will, trotzdem nicht ins Hallenbad gehen müssen. Bei 26°Luft- und zärtlichen 18° Wassertemperatur locken die Weiher im Landkreis;  so wie gestern. Trotzdem.
Heute ist ein besonderer Tag.

„Ah, auch noch mal den letzte Tag ausnutzen“, begrüßt mich die Kassiererin.
„Ja“, antworte ich. „Es ist mir eine Ehre.. Am letzten Tag, da muss man einfach noch mal kommen.“
Sie nickt zustimmend und anerkenend.

Einmal noch ein paar Bahnen schwimmen. Es ist gähnend leer… Fast so leer, wie am Freitag, als ich die ersten Fotos für diesen Beitrag gemacht habe. Da war nämlich einfach mal zeitweilig niemand im Becken.


Dann heißt es für fünf Monate Pause – eine ganz besondere Form der Ästivation, also den Sommer sinnvoll und den Bedürfnissen der Art entpsrechend zu überdauern… Was nicht weiter schwer fällt. Nach und nach öffnen die Freibäder – und die Freiwassersaison hat ja auch bereits begonnen. An Gelegenheiten, schwimmen zu gehen, wird es nicht mangeln.
Ein letztes Mal also 140 mal hin und her, dann heißt es vorerst, auf Wiedersehen zu sagen. Auch wenn ich viel lieber draußen in Seen und Weihern unterwegs bin, beschleicht mich ein leicht melancholisches Gefühl. Hilft nur nichts, Also Abschied nehmen:

Von der Halle und den Bahnen, auf denen ich am liebsten schwimme…

Von meinem Stammschrank 157, der mir gemeinsam mit der geheim gehaltenen Ersatzlösung (Spind XXX) treu und fürsorglich meine Sachen verwahrt hat…

Von meiner Stammliege, auf der ich nach dem Schwimmen und zwischen den Dampfbadgängen herumgelungert habe, meine After-Swimm-Playlist abgehört und so manchem Blog-Beitrag ausgedacht und vorformuliert habe; und immer wieder meinen Knien beim kreativen Nichtstun zugeschaut habe…
Und es heißt Abschied zu nehmen von dem einen oder anderen Stammgast, vor allem denen, die immer kommen, die man kennt und mag. Die Schwimmer tauschen sich aus, wann wo welche Freibäder aufmachen und wer am liebsten in welchem Weiher seine Runden geht. Die Dampfbader wünschen sich einen schönen Sommer und freuen sich schon jetzt auf die Wiedereröffnung Ende September.
Von Hinrichs, der es sich nicht nehmen lässt, heute auch noch mal seine Aufwartung zu machen und wie ein wildgewordener Berseker im Dampfbad wedelt, als gäbe es kein Morgen, verabschiede ich mich schon aus Prinzip nicht. Den muss ich (obwohl es sich vermutlich kaum vermeiden lässt), nicht unbedingt wiedertreffen.
Ein „Auf Wiedersehen“ wäre glatt gelogen. Und sowas tut man nicht.
Feierabend – das war’s. 208,7 Hallenkilometer, die meisten in Erding, stehen auf der Uhr. Der Sommer kann loslegen.

Der Kassiererin rufe ich beim Gehen ein „Servus – bis in vierzehn Tagen“ zu.
Sie lacht. Sie kennt halt ihre Pappenheimer, die, die immer kommen. Drinnen oder draußen.
Und dieses Mal muss ich ja nicht unbedingt am Öffnungstag des Freibads der Allererste sein, der ins Wasser springt. Das hatten wir ja schon.


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