Writer’s Life – Darf ich jubeln?

Weiter geht’s mit Writer’s Life…
„Heureka!“ – so könnte ich jubeln, wüsste ich nicht, dass Heureka auf deutsch „Ich habe es gefunden “ heißt, auf Archimedes zurückgeht, der sicherlich bedeutendere Gründe zum Jubeln hatte. „Es ist vollbracht!“ wäre vom Wortlaut der wohl angemessenere Jubelruf, ist aber nach Joh19,13 eher ein Todesseufzer – und das hat mit Jubeln nun mal gar nichts zu tun.
Womit ich eigentlich nur eines sagen will: Mein neues Buch ist endlich auf dem Markt. Es ist geschafft.

Es wird also Zeit, noch einmal ein wenig aus Writer’s Life zu erzählen.

Writer’s Life ist…

  • wenn Dein Verleger den Veröffentlichungstermin Deines Buches in Absprache genau auf das Wochenende legt, wenn Du auf einer Tagung bist und dort für das Buch kräftig Werbung machen kannst;
  • wenn Du am Freitagabend bei Deinem Verleger eingeladen, herzlich willkommen bisr und wunderbar bewirtet wirst, und sich die Freundin des Verlegers es sich nicht nehmen lässt, eine kleine, dekorative Extraüberraschung bereit zu halten und beide gespannt darauf warten, wann es der Autor endlich entdeckt (es hat lange gedauert)
  • Wenn Dein Verleger das erste gedruckte Exemplar Deines Buches vor Dich auf den Tisch legt.
  • Wenn Dein Verleger Dir erlaubt, mit einem Buch ein Foto für einen albernen Facebook-Post im Gehege seiner Tiere zu machen, weil Du vor lauter Stolz und Glückshormonen nur noch Unsinn im Kopf hast.
  • Wenn Du es dann auch tust.
  • Wenn Du zu Deinem Vortrag von der Veranstalterin anmoderiert wirst und sie den fatalen Fehler begeht, zu fragen, wie man darauf gekommen ist, ein Buch zu schreiben, ich solle doch mal erzählen. Tipp: Sagen Sie niemals einem Autor „Erzähl doch mal…“, wenn Sie nicht wollten dass der Zeitplan explodiert…
  • Wenn Du in Deinem Vortrag kräftig Werbung für das Buch machst und hoffst, dass es nicht zu penetrant ist.
  • Wenn Du auf einer Tagung am Stand Deines Verlages mit Deinen Büchern posierst und auch sonst keine Gelegenheit auslässt, Deine Bücher in jede Kamera zu halten.
    Writer's Life

    Foto: Anika Suski

  • Wenn Du am Stand Deines Verlages aus etwas Distanz beobachtest, wie die Leute vorbeischlendern, Deine Bücher in die Hand nehmen, darin blättern, sich darüber unterhalten und Du lauschst, was sie über das bisher Erschienene zu erzählen haben.
  • Wenn Du zigmal gebeten wirst, Dein Buch zu signieren.
  • Wenn Du vor lauter Aufregung beim Signieren aus einer Traudl eine Traudel machst, obwohl Du Dich vorher erkundigt hast, wie man den Namen schreibt, damit eben genau das nicht passiert.
  • Wenn Du es nicht lassen kannst, am Montag mal bei Amazon zu schauen, ob das Buch mittlerweile verfügbar ist und welchen Bestseller-Rang Du erreicht hast, Du bei Nr. 37.142 einsteigst und keine Ahnung hast, ob das gut oder schlecht ist.
  • Wenn Du auf die ersten Amazon-Bewertungen wartest und Schiss hast, dass Dir da wer einen reindrückt, weil er Dich oder Dein Buch doof findet – oder beides.
  • Wenn Du Dir einredest, dass es Dir egal sein sollte, es Dir aber im tiefsten Herzen nicht egal ist.
  • Wenn Du in den sozialen Medien liest, dass die Erwartungshaltung gegenüber dem Buch sehr groß sind und Du nicht sicher bist, diese auch erfüllt zu haben.

Und wenn Du schon wieder unterwegs zu einer Veranstaltung bist…


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