Frag doch mal die anderen (Teil 33): Sonja H. Gieseking

„Ich heiße Sonja und bin jetzt schon fast 47 Jahre alt,“ erzählt Sonja Giesking, die diesen Monat meinen Fragebogen ausgefüllt hat. „Gelernt habe ich Rechtsanwaltsgehilfin, studiert dann Biologie. Mit meinem Mann lebe ich nach dem Ausprobieren einiger Regionen in Deutschland (Konstanz und Tübingen im Süden, Bielefeld in der Mitte und Aachen im Westen) jetzt wieder in meiner Geburtsstadt Berlin. Von Konstanz fehlt mir der See, von Aachen die Mentalität der Leute, aber ist schon ok hier.“

1. Ich schwimme, weil
es mir vorrangig viel Ruhe gibt. Unter Wasser muss ich nichts mehr hören. Es ist der einzige Ort, an dem ich wirklich abschalten kann. Die Gedanken kommen und gehen einfach so und irgendwie bin ich danach immer ein bisschen glücklicher als davor. Außerdem kann ich meinen Körper gut leiden, wenn ich ihn regelmäßig im Wasser bewege. Damit meine ich jetzt nicht dick/dünn oder so, sondern einfach das Gefühl, genügend Luft und Kraft zu haben.

02. Wo und wie hast Du schwimmen gelernt? Wie alt warst Du damals?
Mit meinem Vater und meiner Schwester schon als Kind vor der Schule, also bevor ich fünf war. Dann in der Schule in der dritten oder vierten Klasse.
So richtig trainierte habe ich dann erst während meines Promotionsstudiums in Konstanz, von 2008-2011 (36-40 Jahre) im Rahmen des Unisports. Da habe ich dann auch erst Kraulen und Rückenschwimmen gelernt.

03. Am liebsten schwimme ich im Freibad
Freibäder haben meistens 50 m Bahnen – das ist schon mal großartig. Außerdem ist die Verbindung „frische Luft + Wasser“ gut. Ein wenig schwer fällt mir allerdings das Rückenschwimmen, wenn sich über mir die Wolken bewegen…

04. Wo findet man Dich im Sommer im Wasser, wo im Winter?
Führer im Schwaketenbad in Konstanz (leider abgebrannt), dann in der Ulla-Klinger-Halle in Aachen. Jetzt (Berlin) im Sommer in meinem Lieblingsfreibad im Insulaner. Entweder morgens um 07:00 Uhr oder abends um 18:30 Uhr.
Im Winter bin ich sehr flexibel in Berlin. Von zu Hause mal im 50 m Becken der Finckensteinallee, mal auch im „Spiel- und Spaßbad“ in der Leonorenstraße. Von der Arbeit aus auch mal in Mitte (Fischerinsel) auf einer 25 m Bahn. Am Wochenende habe ich mir irgendwie ein kleines Bad in Zehlendorf (Hüttenweg) in Kombination mit einer Laufrunde angewöhnt.

05. Bist Du Freizeitschwimmer?
Mein Niveau ist Freizeit. Für einen Kilometer brauche ich – wenn alles gut läuft – 20 Minuten. Ab 22 Minuten werde ich ein wenig maulig und suche nach Verbesserungsmöglichkeiten.

06. Was ist Deine Lieblingsschwimmtechnik und welche magst Du gar nicht?
Delphin kann ich nicht, mit Brust verbindet mich eine Hassliebe und Rücken bzw. Kraul finde ich gleichwertig gut.

07. Was war das aufregendste, schönste, spannendste, dramatischste Schwimmerlebnis, das Du bisher hattest?
Als ich mit fast 22 an Epilepsie erkrankte, sollte ich erstmal nicht mehr Schwimmen. Das war blöd, denn in der Zeit war ich schon 4-5 Mal die Woche hobbymäßig brustschwimmend im Wasser. Trotzdem habe ich mich daran sehr lange gehalten – bis ich 36 war. Dann zog ich mit meinem Mann nach Konstanz und wir sind die ersten Male wieder gemeinsam schwimmen gegangen. Der Geruch schon in der Dusche – dieses Chlorwasser und dann das Stehen am Rand kurz vor dem Startsprung. Das war super. Ist es heute noch – jedes Mal. Weiß nicht, ob das jemand nachvollziehen kann. Aber selbst wenn ich hundemüde oder schlecht gelaunt bin. Immer gut.

08. Welche Gründe gibt es für Dich, das Wasser zu verlassen statt weiterzuschwimmen?
Ich merke meine Anfälle zum Glück vorher. Also: wenn sich irgendwie die Dimensionen vor meinen Augen verschieben heißt das sowas von schnell aus dem Wasser…

09. Der schönste Moment beim Schwimmen ist…
Freue mich immer an Anfang, es überhaupt zu machen, aber das Schönste kommt mal auf den ersten Bahnen, mal erst nach 1000 Metern. Weiß ich nicht so genau. Hinterher ist es auf jeden Fall immer gut.

10. Gibt es Sportarten, die genauso schön sind wie Schwimmen? Oder sogar noch schöner?
Nein, besser ist nichts. Radfahren kommt dem nah und Laufen kann auch sehr gut sein.

11. Hast Du irgendeinen Schwimm auf der Liste der Dinge, die Du unbedingt noch tun/schwimmen/erleben möchtest?
Wettkampfambitionen habe ich gar nicht – in keiner Sportart und noch nie gehabt. Irgendetwas reizt mich an der Volksveranstaltung „Gnadenseeschwimmen“, aber wahrscheinlich nur als Anlass, mal wieder nach Konstanz zu fahren.

12. Mit wem würdest Du gern einmal eine Runde schwimmen gehen?
Sun Yang. Seinen 1500 Meter Weltrekord 2012 fand ich großartig. Der sah völlig entspannt aus und wie er erst auf den letzten 150-200 Metern die Beine „dazu geschaltet“ hat – super.
(Hinweis: Egal ob Mensch oder Tiere wie Delphine, Meeresschildkröten ob Fantasie-/Romanfigur wie kleiner Wassermann, kleine Meerjungfrau, Undine, Nereiden… oder reale Personen, ob bekannte Schwimmer oder nicht…)

 

 


All die anderen:

Oliver AuchterKirsten Barnekow / Axel van Bergen / Martin Boettcher  / Johanna Degmayr / Susanne Düsenberg / Günther Eckert  / Çilem Flad / Anna Fischer / Sonja H. Gieseking / Timm Jahns / Tina JöhnkJochen Kieserling / Alena Kolb / Boris Lobowsky / Daniel Loos / Petra Martin / Florian Müller /  Volker Osieka  / Jörn Perschbacher / Yasmine Pliessnig /  Conny Prasser / Anke RubienDagmar RegerSilke Schäfer / Mirjam Schall / Chrissy Schaller / Jürgen Schenke  / Yvonne Simon / Maria Stelzer / Bettina Trueb / Martin Tschepe / Andrea Wilfert /

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