Gastbeitrag: Renate und die Leberstücke

Esther Laue, Stammleserin mit einem ausgeprägten Gespür dafür, Renate und Harald im Real Life zu entdecken und ihre Beobachtungen in Worte zu fassen, stellt mir wieder einen Gastbeitrag zur Verfügung. Wir erinnern uns kurz: Renate war ihr damals gehörig in der Dresdner Straßenbahn auf den Senkel gegangen, ihre  Mittagtägliche Begegnung mit Renate im vergangenen Sommer findet heute ihre Fortsetzung.
Ein wenig stolz nehme ich erneut zur Kenntnis, dass „Renate“ mittlerweile für einige Menschen ein Etikett für eine ganz bestimmte Kategorie Mitmenschen geworden ist, die man einfach überall trifft…

Von Esther Laue

Es ist wie vor einem Jahr: Ich bin ja nicht so das Hausfrauchen, welches einen halben Morgen am Herd steht, um für mich ein Mittagsmahl zu bereiten. Gern gehe ich einfach runter zu einem Koch in einer Blockhütte, die er ganz sicher mal vom Dresdner Striezelmarkt abgestaubt hat.

Das freche Würstchen:
Das freche Würstchen

Heute gab es Leber, ein MUSS, beim frechen Würstchen essen zu gehen…
Und ich fasse es nicht, Renate und Harald setzen sich erneut an den Tisch, Renate gleichfalls mit einer Portion Leber, Harald (Poloshirt gestreift und im Hosenbund verstaut, freie Waden und braune Sandalen mit dunklen Socken, allein das Bild ist übelst) hat wieder eine Fischsemmel in seinen Patschhänden. Und er möchte sofort los nuckeln. Doch Renate wäre nicht Renate, würde sie das einfach schweigend genehmigen. Sie beginnt den armen Harald zu maßregeln.Nun setz dich erst mal gerade hin und rutsche den Stuhl an den Tisch!“
arald gehorcht. Beide Hände mit Fischsemmel wollen zum Mund, doch erneut gebietet Renate Einhalt. Sie zieht zwei große karierte Herrentaschentücher aus der Handtasche. Eines breitet sie auf dem Tisch aus und achtet darauf, dass es auf Haralds Beine fällt. Das zweite Tuch steckt sie in den Kragen des Poloshirts.

Verdammt! Warum gehe ich immer ohne meine Kamera zum Mittag? Das ist ein Bild für die Götter.
Renate ermahnt Harald, über dem Tisch zu essen, und alle erfahren, dass sie dann noch einkaufen wollen, aber gefälligst ohne Flecke auf Kleidung. Harald isst nun hingebungsvoll seine Fischsemmel und man sollte meinen Renate hat ausreichend mit ihrer Portion Leber zu tun.Ich muss langsamer essen, denn ich will das Schauspiel bis zum Schluss erleben. Renate isst, aber nicht ohne ein Auge auf Harald zu behalten. Er hat Saft am Kinn und prompt kommt die Ermahnung, sich zu reinigen.
Warum um alles in der Welt klatscht Harald ihr nicht die Semmel ins Gesicht? Ich spüre es, er führt einen innerlichen Kampf und … und isst still weiter.
Ich bin schon versucht aufzustehen, es ist doch eher ein Trauerspiel. Doch oh Gott des Schabernacks, Renate fällt ein Stück Leber mit Kartoffelbrei auf den Busen, kullert runter auf den Schoß und weiter auf die Steinplatten. In welche Richtung kann ich nur schauen, damit meine unverhohlene Schadensfreude nicht so klar sichtbar ist?
Renate verliert ihre Fassung. Nein sie kann unmöglich so tun als sei nichts passiert, sie vergisst sogar Harald zu erziehen.Ich frage laut meinen Koch ob er nicht rein zufällig ne Tüte Popcorn hat, es ist gerade großes Kino.
Das wars, keiner der Anwesenden kann ernst bleiben. Nun bin ich zuversichtlich, dass es auch einmal eine 3. Folge geben wird.


Text und Bild: Esther Laue. Vielen Dank für die Genehmigung, beides veröffentlichen zu dürfen.

 


Vielen Dank fürs Lesen.
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