31.03.2025: Fastenkalender (27) – Silberreiher und Störche
Kindlich ist meine Freude über jeden Storch, den ich sehe. Das hat nicht etwa etwas mit der aufgeladenen Symbolik der Tiere zu tun, Störche bringen keine Kinder, das ist hinlänglich bekannt, auch wenn der abergläubige Volksmund gern das Gegenteil behauptet.
Wäre dem so, der katholischer Pfarrer der Filialkirche St. Martin im nahe gelegenen Sonnendorf müsste sich Gedanken machen, haben doch seit Jahren ein Storchenpaar auf dem Kirchturm ihr Nest.
Und das ist nur eines von mehreren hier in der Gegend zwischen Forstinning, Poing und Langengeisling. Von mir aus könnten es noch viel mehr sein, das Schwabener Moos, das Sempt- und das Schwillachtal: Feuchtgebiete überall, alte Moorlandschaften mit Moos, Wiesen und Weiden – für Störche ist das ideal. Und seit einigen Jahren fliegen viele der Vögel im Winter auch nicht mehr in den Süden, der Klimawandel hält sie hier, es gibt auch in der einstmals kalten Jahreszeit genug zu fressen für sie, so dass sie auf die strapazierende Reise verzichten.
Anders die Silberreiher, die als Wintergäste herkommen, in großer Zahl überall auf den abgeernteten Feldern stehen und auf Beute aus sind. Die kommen extra hierher, meist aus Ungarn und dem Osten Österreichs, warum auch immer, denn so sehr unterscheiden sich die Wetterverhältnisse nun auch nicht.
Störche und Silberreiher verbinde ich seit Kindertagen vor allem mit einem: Urlaub am Neusiedler See in Österreich. Beide Vogelarten gab und gibt es dort in großer Zahl, daheim aber damals im Westfälischen war das nicht so. Keine Silberreiher und keine Störche. Das stimmt nur „bedingt“, wie ich es immer wieder im Linsenfutter Blog zu sehen bekomme. Jürgen Thier, der Blogger, lebt in Hamm, also nicht allzu weit weg von meiner damaligen Heimat, auch an der Ruhr gelegen und auf deren Wiesen findet er reichlich Störche.
Aber damals?
Da war weder von dem einen noch von dem anderen Vogel irgendetwas zu sehen – und im großstädtischen Milieu sowieso nicht. Also: Störche und Silberreiher waren untrennbar verknüpft mit Urlauben am Neusiedler See. Das gehörte einfach zusammen. Was heißt: Wenn ich wo wohne, wo sowohl Weißstörche als auch Silberreiher zumindest zeitweilig anzutreffen sind, dann wohne ich doch im Prinzip an (m)einem Urlaubsort.
Vielleicht freue ich mich deshalb jedes Mal aufs Neue, sie zu sehen. Wie ein Kind.
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