24.03.2025: Fastenkalender (20) – Superfood
Wir müssen über das Essen reden, genauer gesagt über Superfood. Es kann ja nicht sein, dass in einem Fastenkalender Essen gar keine Rolle spielt.
Lange war ich nicht mehr so einig mit der KI wie mit deren Einstellung zu diesm Thema: „Superfood ist ein Marketingbegriff für Lebensmittel, die als besonders gesund gelten, weil sie eine hohe Nährstoffdichte haben. Dazu gehören oft Lebensmittel mit vielen Vitaminen, Mineralstoffen, Antioxidantien oder gesunden Fettsäuren“, bestätigt mich Chat GPT und weiter: „Wissenschaftlich ist der Begriff nicht genau definiert, und viele der beworbenen Lebensmittel sind nicht zwingend besser als andere gesunde Nahrungsmittel wie regionales Obst und Gemüse. Es ist oft eher ein Marketing-Trick.“
Das ändert nichts daran, dass mal dieses mal jenes Lebensmittel als Superfood angepriesen wird, es sei ja so furchtbar gesund, in ihm sammle sich jahrhunderte altes Ernährungswissen der Inka, Maja, Polynesier, Tibetaner… was weiß denn ich.
So schnell wie der Hype um Superfood kommt, übeall angepriesen wird, so schnell ist er auch wieder verschwunden. Dann war es wohl doch nicht so ganz das jahrhundertealte Wissen um Quinoa, Amaranth, Avocados, Chiasamen oder Goji-Beeren. Denn gesunde Ernährung ist ganz sicher nicht darauf angelegt, dass man jede Saison ein anderes Superfood in sich hineinstopft als sei das aus dem Vorjahr plötzlich doch nicht mehr so super.
Vermutlich ist es das immer noch, nur nicht mehr so hip, so angesagt, so livestyle-Produkt, dass man es stolz im Müslibecher vor sich her tragend zur Schau stellen kann. Also doch nur ein Marketing-Trick um irgendwelche Produkte gewinnbringend zu verhökern, völlig ungeachtet der Frage, wie die Ökobilanz ist, was zum Beispiel bei Avocados mit ihrem enorm hohen Wasserverbrauch höchst kritisch ist.
Der neueste geile Shice ist gar keiner, eigentlich ein sehr traditionelles Lebensmittel, fast schon ein wenig im Verruf eher Spießer- als Superfood zu sein. Denn jetzt kommen die daher:
Sie sind voller Vitamine und Mineralien, aber kalorienarm: Eine gute Quelle für Vitamin K, das für die Knochengesundheit und Blutgerinnung wichtig ist und für Vitamin C, welches das Immunsystem stärkt; dazu in geringeren Mengen Vitamin A, das für die Sehkraft und die Hautgesundheit relevant ist. Hergestellt mit Lactobacillus-Bakterien, die Zucker in Milchsäure umwandeln, dann in unserem Darmtrakt und helfen, eine gesunde Verdauung und ein starkes Immunsystem zu fördern. Die Rede ist von der guten alten Essiggurke.
Von wem auch sonst?
Das Superfood hilft Muskelkrämpfen vorzubeugen, da sie reich an Elektrolyten wie Natrium und Kalium sind. Elektrolyte sind wichtig für eine Vielzahl von Körperfunktionen, einschließlich der Muskelkontraktion und -entspannung. Die Gürkchen enthalten eine beträchtliche Menge an Antioxidantien, die dazu beitragen können, die Zellen vor Schäden durch freie Radikale zu schützen, die Krebs und andere Erkrankungen verursachen können. Antioxidantien können dazu beitragen, den Alterungsprozess zu verlangsamen und Falten vorzubeugen.
Klingt alles genial, oder?
Und das beste: Essiggurken gibt es in jedem Supermarkt in rauen Mengen zu ganz normalen Preisen, verpackt im Glas statt in Plastik und sie sind ein lokales
Produkt, das nicht um den halben Globus herangekarrt werden muss.
Nur eines sind sie eben nicht: Hipster-Food.
Man kann sie statt Süßkram einfach so im Vorbeigehen wegsnacken, wenn man denn ein Glas im Kühlschrank stehen hat. Wie gesagt: Kalorienarm sind sie auch.
Die gute alte Essiggurke… wer hätte das gedacht.
Her damit. Die Gürkchen sind die perfekte Fastenspeise. Und wehe, Ihr verkauft die jetzt für den doppelten Preis, weil sie das perfekte Superfood sind.
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