Fakten, Fakten, Fakten – Teil 2 der unaufgefordert abgelieferten Selbstauskünfte

Teil 1 hier

Sie ließen mir keine Ruhe – meine Twitter-Follower. Sie wollten Fakten. Und ich gebe zu, ich fühlte mich etwas geehrt. Bei 53 dachte ich: Fertig, no more Facts.
Das war ein Irrtum.
Immer, wenn ich vermutete, dass kein Like mehr kommt, klickten wieder Follower meines  Twitter-Accounts auf den Ursprungstweet. Und so ging es weiter mit der sanften Nötigung, Fakten über mich rauszuhauen.Für jedes Like ein Bekenntnis oder ein Fakt. Es wurden am Ende doch nur 74. Und damit mehr als genug.

Hier also der zweite Teil.

Als da wären:

38.) Ein paar Leute sind mir gerade entfolgt. Vielleicht wegen dieser Aktion. Es ist nicht so, dass ich das nicht merke. Aber es kümmert mich nicht.

39.) „Wenn Du nicht lernst und bessere Noten heim bringst, kannst Du ja auch zur Müllabfuhr gehen.“ Oft gehörter Satz meiner Kindheit.

40.) Ich lese meine Tweets zu selten auf Fehler durch, bevor ich sie sende.

41.) Ich wollte es wissen und habe die Bibel von vorne bis hinten einmal durchgelesen.
Die Rückfrage eines Followers, ob es meinen Glauben verändert habe, beantworte ich mit: „Nein. Aber mein Wissen“.

42.) Auch wenn D. Adams behauptet, es war ein Witz. Ich bin überzeugt, dass 42 die Antwort auf die letzte große Frage ist – und bleibt.

43.) Ich habe kein Tattoo. Ich habe genug auffällige Narben am Körper.

44.) Soeben ein Eis verdrückt. Das Produkt meines Vertrauens. Seit Jahrzehnten.Capri Eis - auch Fakten

45.) Ich kann auch anders. Ich will aber nicht.

46.) Ich bin noch vollkommen analog hergestellt worden. Und damit fehlerhaft.

47.) Meine Herkunft? 1/4 Dortmund, 1/4 München, 2/4 Breslau. Also ein gemischter Pickel.

48.) Ich brauche keine Ordnung. Ich brauche erkennbare Strukturen. Das ist etwas anderes.

49.) Die Mandeln sind raus – der Blinddarm nicht. Ich war auch so oft genug im Krankenhaus. Jedes Mal ein Drama.

50.) Ich habe blaue Augen – und ich weiß die zu benutzen.

51.) Wenn ich damit durch bin, hack ich alle Fakten in mein Blog. Weil ich es kann. Und weil ich es will.

52.) Nachdem ich einen iPod geschrottet habe, habe ich nie wieder ein Produkt von Apple gekauft. Und dabei soll’s bleiben.

53.) Ich habe verweigert. Nicht, weil ich Pazifist bin. Ich wollte mir nicht vorschreiben lassen, wie ich mein Bett machen muss.

54.) Ich habe einen großen Bruder, der besser nicht sein könnte.

55.) Mittlerweile weiß jeder hinter der Backwarentheke im Ort, dass ich nur bestimmte Semmeln esse. Und reserviert mir am Wochenende diese.

56.) Ich habe endlos viele Zugunglücke fabriziert. Das einzige, was ich an der elektrischen Eisenbahn spannend fand.

57.) Ich habe ein Vielfaches an Geld für zu schnelles Fahren bezahlt – im Vergleich zum Falschparken.

58.) Harry Potter finde ich beknackt. Als Buch, als Film, als Legopüppchen.

59.) In Bochum zu studieren war auch eher ein Akt der Bequemlichkeit. Ich hatte schon alles für Bonn klar gemacht.

60.) Berlin und ich werden nie Freunde. Ich bin ein Landei. Ich komme in der Großstadt nicht gut zurecht.

61.) Kniffeln, Kegeln, Scrabble… nix für mich.

62.) Ich bin Wassermann. Also glaube ich nicht an Horoskope.

63.) Aprikosen esse ich nicht, Himbeeren und Pfirsiche auch nicht. Nicht aus geschmacklichen Gründen. Ich kann das Pelzige im Mund nicht ab.

64.) Während des Studiums habe ich in so mancher Kneipe Gläser geklaut. Einige habe ich immer noch. Die Pints aus London zum Beispiel.

65.) Ich habe ein Faible für die Kunst des 20. Jahrhunderts. Und bemühe mich, sie zu verstehen.

66.) Meine Mutter war ein ausgesprochener Fan von Udo Jürgens. Ich fand ihn (vielleicht schon deshalb) furchtbar.

67.) Dass ich noch nichts übers Rauchen enthüllt habe, liegt daran, dass ich es nicht tue. Also rauchen.

68.) Als Kind habe ich mir eine Schallplatte von Amanda Lear gekauft. Meine Eltern waren zutiefst beunruhigt.

69.) Ich wüsste keinen Grund, darüber zu reden – also über 69.

70.) Ich kann weit über die Schwelle hinaus, selbst Schaden zu nehmen, unerträglich konsequent (andere nennen es stur) sein.

71.) „Ansichten eines Clowns“ (Böll) und „Homo Faber“ (Frisch) waren und sind die beiden wichtigsten Bücher meines Lebens.

72.) Vier Fünfen auf dem Halbjahreszeugnis bis zum Sommer wegzubekommen war machbar. Nur um zu beweisen, dass ich nicht sitzenbleiben werde.

73.) Die Bonde von Abba fand ich doof – viel zu barbiehaft. Die Rothaarige fand ich cooler. Schon aus Prinzip, weil alle die Blonde mochten.

74.) Löw zum Trotz habe ich ein DfB-Trikot mit Reus-Beflockung. Stimmt nicht so ganz: In Wahrheit war es ein Geschenk meiner Frau.

Und so, wie es begonnen hatte, endete auch schlagartig die Abfrage der Fakten. Mehr wollten sie nicht wissen – meine Follower. Vielleicht ist das auch besser so. Wer weiß, was ich sonst noch rausgehauen hätte…

 


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