Ein kleiner Ausflug in den Zauberwald

Flucht in einen Zauberwald

Alles könnte so friedlich sein, so harmonisch, so idyllisch. Ist es aber nicht. Und doch erlaubt ein kleiner Spaziergang durch einen „Zauberwald“ zumindest eine kurze Zeit des Schnaufens, Krafttankens und zur Ruhekommens. Klimakrise, Corona, Krieg – das alles zehrt an den Nerven, und als sei das noch nicht ausreichend, drehen die Spinner hierzulande nun wieder vollkommen am Rad, hamstern und horten Klopapier und Mehl, füllen Sonnenblumenöl in ihre Dieseltanks, protestieren mit einem Autokorso gegen die Spritpreise, was in zahlreichen Auffahrunfällen endet und feiern, dass sie in wenigen Tagen maskenlos durch alle Supermärkte stapfen können. Querdeppen drohen sogar denen, die die Masken trotzdem tragen wollen, ihnen diese vom Gesicht zu reißen. Die Verrohung und Verblödung kennt kaum noch Grenzen.
Nun ja: Manches davon wird mittelbar für leerere Straßen sorgen: Kaputte Motoren, verbeulte Karosserien oder häusliche Covid-Quarantäne.

Da mir das alles nur noch aufs Gemüt zu schlagen droht, lege ich mein Handy in die Ecke und verschwinde im Wald. Stammleserinnen und -leser wissen, dass ich den gleich hinterm Haus habe: Das Privileg der Landbevölkerung. Und ich mache reichlich Gebrauch davon.
Der frischen Luft wegen, der vielen Fotomotive, die ich immer wieder entdecke, selbst wenn ich die Wege zum hundertsten Mal ablaufe und allen voran zur Stabilisierung meines Gemüts. Denn dem Wald ist Covid egal und nichts ist so weit weg wie der Irre im Kreml und seine Kumpane. Zumindest ein oder zwei Stunden lang.

Flucht in einen Zauberwald

Mit etwas Glück bin ich allein mit meiner Kamera, meinen Gedanken und meinem Schatten auf den Wegen – und selbst wenn nicht: Wer durch den Wald läuft, spaziert oder radelt, der postet in der Zeit zumindest keinen Unfug im Netz. Es ist zu spüren: Der Wald tut uns allen gut. Wir nicken einander zu, grüßen, lächeln und gehen unserer Wege.

Flucht in einen Zauberwald

Mit noch etwas mehr Glück, kann ich ein Ent Thing entdecken, auch wenn ich natürlich nichts von dem verstehe, was die Ents, die Baumwesen, zu bereden haben.

Flucht in einen Zauberwald

Es braucht nicht viel, um selbst einen bewirtschafteten Wald mit breiten Forstwegen in meiner Phantasie in einen Zauberwald umzudeuten. Eigentlich nur eine Kamera und ein (motiv)suchendes Auge. Und vieleicht einen Schmetterling, einen mossbewachsenen Baumstumpf oder Spinnweben in den vertrockneten Disteln vom Vorjahr.

Flucht in einen Zauberwald

Mein Ziel ist einmal mehr der kleine Weiher – dort könnte es wirklich wie im Zauberwald sein, würde nicht die nahe Autobahn mit ihrem permanenten Rauschen die Idylle empfindlich stören.

Aber auf den Fotos hört man davon natürlich nichts. Also bilden Sie sich bitte ein, Sie säßen mit mir auf einer Bank am Ufer des Weihers. In einem Zauberwald, der doch eigentlich nur ein Forst ist. Wir schauen auf das Wasser, in dem sich die noch kahlen Bäume spiegeln. Alles ist so friedlich, so harmonisch, so idyllisch.

Flucht in einen Zauberwald

„Frieden findet man nur in den Wäldern.“ Ein Satz, der dem genialen Künstler Michelangelo (1475-1564) zugeschrieben wird. Da ist etwas Wahres dran.


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2 Antworten

  1. Linsenfutter sagt:

    Der beste Satz … der Wald tut allen gut.
    Das merke ich täglich.

  2. Naya sagt:

    Ich kann das soooo gut nachvollziehen!
    Wald und Felder hab ich auch hinterm Haus, und da allein durchzustreifen, das tut gut.
    Gestern dabei neben den üblichen Tieren wie Gänsen, Singvögeln und Schmetterlingen noch 7x Rehe entdeckt, teils erstaunlich nahe – ich hab nur, wenn ich Laufe, keine Kamera mit und muß all das in meinem Gedächtnis speichern. Da ich aber so langsam laufe, wie manche spazierengehen, hab ich trotzdem genug Zeit zum Natur genießen dabei ;)

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