Auf Werbung hereinfallen? – Kann ich. Teil 2

„Es gibt zwei Arten von Menschen. Die einen haben einen machen Werbung. Und die anderen fallen darauf herein…“

Auf Werbung hereinfallen?
Kann ich…

Manchmal. Davon war bereits an anderer Stelle in diesem Blog die Rede. Auf diese Werbung, die ich in einem Drogeriemarkt der Kette DM entdeckt habe, falle ich aber nun ganz und gar nicht rein.

werbung
Obowohl: Es käme auf den Versuch an.

Hier ist der Deal, den Gillette anbietet:

…Daher lautet unser Versprechen an Dich „Nicht geküsst? Geld zurück!“. Wenn Du bis zum 31.07.2013 einen an unserer Aktion teilnehmenden Rasierer** gekauft hast und wider Erwarten „nicht geküsst“ worden bist und somit nicht zufrieden sein solltest, mache Gebrauch von unserer Geld-zurück-Garantie. Einfach den gekauften Rasierer, innerhalb der ersten 30 Tage nach Kaufdatum, mit Originalkassenbeleg unter Angabe Deiner Bankverbindung und Anschrift an die unten genannte Adresse schicken. Wir überweisen Dir den Rasierer- Kaufbetrag und das Porto eines Maxibriefs innerhalb von 6 Wochen.–

So steht es auf der Seite von Gillette näher beschrieben.

Das wäre mein Vorschlag:
Ich könnte mir Wangen, Kinn und Hals (ok. Auch den Bereich zwischen Oberlippe und Nase – aber wie heißt der eigentlich?) mit dem angepriesensen Gillette-Rasierer blank und glatt hobeln wie einen Kinderpopo. Dann stelle ich mich einen Tag lang vor einen DM und warte, ob ich spontan geküsst werde. Natürlich werde ich niemandem sagen, wann und vor welchem Markt ich darauf warte, geküsst zu werden. Kommt niemand, der mir einen Schmatzer ins Gesicht drückt, bin ich fein raus. Ich bekomme mein Geld zurück.

rasurDoch Halt! Stopp…
Das macht je nach Modell zwischen 12 und 20 Euro, die ich von Gillette überweisen bekomme. Also ein „Stundensatz“ von ein bis zwei Euro, wenn ich denn die üblichen Ladenöffnungszeiten berücksichtige.
Das lohnt sich nicht. Dafür auf der Straße oder in einem Einkaufszentrum rumlungern und warten, von irgendwem geküsst zu werden, was für ein Unfug. Und wenn wir mal ehrlich sind: Setzen Sie sich mal nur eine halbe Stunde in eine Einaufspassage oder ein Shoppingcenter auf eine Bank und schauen Sie die Leute an. Von den allermeisten möchten Sie ganz sicher nicht geküsst werden. Sie ahnen es. Ich würde sowieso die Falschen anlocken.

Und jetzt kommt erst der eigentliche Haken: Ich muss den Rasierer ja vorher gekauft haben. Also mache ich gar keinen Gewinn. Außer einem Kuss und der Arbeit mit der ganzen Kaufrückabwicklung bringt das gar nichts. Kein Geschäftsmodell. So schade.

Was für eine bescheuerte Aktion. Das lass ich lieber. Da kann ich mich auch gleich zu Hause küssen lassen. Mit viiiieeel mehr Gewinn.

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