Alle Köstlichkeiten Arabiens

Alle Köstlichkeiten Arabiens sind mir gestern ins Haus geflattert. Pünktlich zu Aschermittwoch, pünktlich zu Beginn der Fastenzeit.
Nicht, dass ich ein streng gläubiger, die Fastenregeln einhaltender Mensch wäre. Aber keine Süßigkeiten und kein Alkohol, das ziehe ich schon durch. 40 Tage lang, so soll es sein, so will ich das haben, und so ziehe ich das durch. Und das seit Jahren. Und dann das hier:
Meine Regel lässt allerlei Spielraum für Rabulistik zu – denn der Begriff Süßigkeiten ist dehnbar, oder einschränkbar. Da ist genug Platz für Spitzfindigkeiten und Wortklaubereien.
Fallweise gehören ja für meine Mitmenschen Nutella (NIE!!!, das ist ein Grundnahrungsmittel) und Kakao dazu, für andere Chips und Popcorn, für Dritte Kuchen und Petit Fours. Oder eben nicht. Sind Hustenbonbons Süßigkeiten? Fishermen’s Friend zum Beispiel ist ja wohl alles andere als süß. TicTac Minze nein, TicTac Banane ja? Alles Auslegungssache.
Nun also, um zurück zum eigentlichen Thema zu kommen, flatterte gestern eine Packung Petit Fours ins Haus. Wobei wir schon wieder darüber diskutieren könnten, ob man nur das französische Feingebäck so nennen darf oder auch das arabische. Denn Absender ist die Frankfurter Patisserie de’l Arabie.
Wäre ich nicht „vorgewarnt“ gewesen, ich hätte vermutlich die Zusammenhänge gar nicht erkannt, aber Petra S. schrieb mir Anfang der Woche: „Sollte in der nächsten Zeit ein Päckchen mit unbekanntem Absender aus Frankfurt bei Dir eintreffen, musst Du nicht von einer Briefbombe ausgehen. Es ist da noch eine Überraschung vom letzten Jahr offen.“

Und dabei geht es um was?

Richtig. Genau heute vor einem Jahr habe ich in meinem Blog den Beitrag Fahrraddiebe und andere Nervbratzen veröffentlicht. Es ging, falls Sie nicht nachlesen wollen, um ein geklautes Rennrad eines syrischen Flüchtlings und um die Vorfinanzierung eines neuen Rades, an dem ich mich finanziell beteiligt hatte. Längst hatte ich das Thema längst ad acta gelegt, denn pünktlich und zuverlässig kamen Monat für Monat die Raten zurück.
Und auf den Tag genau – ein Jahr später – stehen bei mir die arabischen Petit Fours auf dem Tisch. Als Dankeschön dafür, dass ich da mitgemacht und geholfen habe.

Ich hab es gern getan – und würde es wieder tun. Schon aus Prinzip. Und ganz ohne darauf zu schielen, dass mir wieder jemand etwas Köstliches nach Hause schickt, ob nun die Köstlichkeiten Arabiens, Frankreichs oder sonstwo her. Hilfsbereitschaftund Menschlichkeit wärmen das Herz und bringen und weiter –  nicht Hass, Verachtung und Rassismus.
Fast möchte ich mir selbst zurufen: „Alles richtig gemacht!“Petit Fours Arabiens
Geht aber nicht. Weil ich das erste Törtchen gerade vernasche. Das mit den Pistazien drauf. Fastenzeit hin oder her.
Und mit vollem Mund spricht man sowieso nicht.
Jemand ein Törtchen?


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1 Antwort

  1. Ich kann nur bestätigen … alles Richtig gemacht.

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