Wie geht das zusammen?

Die Frage ist nicht neu – ich habe sie mir schon öfter gestellt. Und nicht nur ich.
Trotzdem stelle ich sie noch mal. Wie geht das zusammen?

Der wunderbare Automatismus der auf dieser Seite hinterlegten Blog-Software generiert einen automatischen Tweet und einen automatischen Facebook-Beitrag, sobald ein neuer Blogbeitrag erschienen ist. WordPress macht das, weil ich das so eingestellt habe, völlig selbstständig. Und ich gebe zu: Ich finde das praktisch. Oft genug nämlich vergesse ich sonst, meine eigenen Texte in meine sozialen Netzwerke zu pumpen. Und ich weiß doch, dass sowohl meine Twitter-Follower als auch meine Facebook-Freunde nichts sehnlicher erwarten als neue Beiträge über die Absurditäten in meinem Alltag – Renate inklusive.

Nun habe ich zum ersten Mal sonntags morgens einen Beitrag hier gepostet. Das geschah aus zwei Gründen:

  1. es hatte einen aktuellen Bezug zu einem Sonntagmorgen-Frühstücks-Thema
  2. Ich wollte einfach mal wissen, wie um diese Zeit Traffic und Performance auf dem Blog sind

Also stöbere ich ein wenig in der Statistik herum und schaue dabei auch mal auf die Referrer, also die Seiten, wo Links platziert sind, von denen jemand mein Blog besucht – dazu gehören u.a. eben auch Facebook, Twitter und der WordPress-Reader.

Zunächst mein Auto-Tweet:

zusammen1

Beim „Anlauftext“, den ich händisch eingebe, dachte ich, dass eigentlich klar ist, dass da ein Blogbeitrag hinterlegt ist, den man lesen sollte. Und nicht nur ein Semmel-Foto das Thema ist. Falsch gedacht.
Denn eine Viertelstunde nach Erscheinen stelle ich fest: Zehn Follower mögen den Beitrag, zumindest haben zehn Leute auf „Gefällt mir“ geklickt. Das freut mich. Das ist um diese Uhrzeit und bei diesen Auto-Tweets gar nicht mal so wenig.
Jetzt mal in die Referrer-Liste des Blogs geschaut.

zusammen2
Von diesen zehn Leuten, die meinen Tweet gefavt haben, hat immerhin einer auf den Link geklickt – wenn es nicht sogar jemand war, der gar kein <3 gesetzt hat.
Andersherum bedeutet das: Neun Leute haben einen Tweet mit einem Leselink gefavt, ohne sich darum zu kümmern, was für ein Text eigentlich hinter dem Link verborgen ist.
Noch skurriler finde ich, dass zwei Leute einen Beitrag zum Lesen weiterempfohlen (retweetet) haben, von denen zumindest einer den Blogpost gar nicht kennt…

Wenn ich jetzt noch herausfinden könnte, wer denn dieser eine Leser war, der sofort auf den Link geklickt hat und sich damit wohltuend von den anderen abhebt. Natürlich mag ich deren Likes und Retweets auch – danke dafür. Aber ich wundere mich dennoch ein wenig.

Wie gesagt: Ich darf die Frage noch mal stellen, auch wenn sie nicht neu ist. Diese Erfahrung werden wohl die meisten Blogger und Twitterer machen. Das ist so ähnlich wie die Kommentare bei Facebook, bei denen sofort deutlich wird, dass derjenige, der sich geäußert hat, den Beitrag auch nicht gelesen hat.

Trotzdem verwundert es mich immer wieder:

Wie geht das zusammen?

Eines der letzten ungelösten Geheimnisse im Web 2.0.

Ein paar Minuten später ist ein weiterer Klick hinzugekommen:

zusammen3
Noch besteht also Hoffnung…

_________________________________________

214-10Vielen Dank fürs Lesen.
Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, dann freue ich mich, wenn Sie ihn Ihren Freunden weiterempfehlen – z.B. über Facebook, Twitter, in Internetforen, Facebookgruppen o.ä.
Gern dürfen Sie den Artikel auch verlinken.
Haben Sie Fragen oder Anmerkungen zu diesem Beitrag? Dann nutzen Sie bitte das Kommentarfeld.

4 Kommentare


  1. Ab und an hatte ich ja den Verdacht, dass mein Account völlig autark irgendwelchen Unsinn treibt, inclusive beherzen ungelesener Blogbeiträge. Aber bei näherem Hingucken war es dann doch wieder nur der #HerrFrosch ….🙄

    Ich lerne daraus: Ich muss halt besser auf den kleinen Chaoten aufpassen! 😉

    Antworten

  2. yepp, noch so ein Phänomen der schnelllebigen Welt. Wozu noch lesen, lach.
    Wenn diejenigen das immer so machen, könntest du ihnen auch eine Lkw-Ladung Waschmaschinen verkaufen 😉

    Antworten

  3. Manchmal klickt man einfach zu schnell auf „Like“ ohne den Beitrag als solchen zu lesen in der Hoffnung, dass dies User auf das Profil des „Likenden“ lenkt. Das stelle ich auch bei meinen privaten Blog fest. Das ist schade, da der Sinn des Geschriebenen verloren geht. Ich gebe zu, bei kurzen Bildeinträgen mit nur eins, zwei Sätzen klickt man aus Bequemlichkeit direkt vom WordPressReader auf „Gefällt mir“. Gibt sich ein Autor, eine Autorin allerdings große Mühe einen längeren bebilderten oder unbebilderten Eintrag zu schreiben, dann sollte man die Mühe durch das Lesen wenigstens „belohnen“

    Antworten

  4. Manchmal nerven mich die Schnellklicker, die unmittelbar nach der Veröffentlichung eines 800-Zeichen-Textes ein Like setzen, ihn also unmöglich gelesen haben können. Heisst das, dass sie sich einfach freuen, dass ich überhaupt was schreibe? Oder wollen sie gerne zurück geliked werden?

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.