Was hinter geschlossenen Türen passiert…

Es gibt Dinge, die will man nicht wissen. zum Beispiel, was hinter verschlossenen Türen passiert.
Oder besser: Die sollte man nicht wissen wollen, denn es gibt natürlich immer Leute, die genau das wissen wollen, was sie eigentlich einen feuchten Kehricht angeht. Zum Beispiel, was hinter stundenlang verschlossenen Klotüren passiert.
Und damit wäre das Blog wieder einmal hart an der Grenze zur Geschmacklosig- oder Schlüpfrigkeit. Das ist natürlich beabsichtigt, schließlich bringt einen das in der Suchmaschine weit nach vorne.
Nun gibt es zahlreiche Beschäftigungen von Menschen, Toiletten dauerhaft zu blockieren. Die Verrichtung einer Notdurft nebst anschließender Reinigung betroffener Körperregionen ist dabei vergleichsweise schnell erledigt.
Viele Klobeschäftigungen sind hinlänglich bekannt und bedürfen daher weder einer erneuten ausführlichen Erklärung noch Erörterung. Zu den harmloseren Dingen, sofern man harmlos als Abwesenheit einer Gefahr einer von außen zugefügten, tiefen, seelischen (seltener auch körperlichen) Verletzung, Schmerz, Leid oder Schaden definiert, gehört sicherlich die Lektüre. Zeitung, Zeitschriften, Comics, Bücher… was wurde nicht alles schon auf dem Locus gelesen, bedacht, reflektiert und rezipiert?
Mag sein, dass die Lektüre von Printprodukten ein wenig aus der Mode gekommen ist, die Lektüre der Nachrichten und des aktuellen Status in den sozialen Netzwerken mag hier eine verdrängend wirken, vielleicht auch die damit verbundene Kommunikation, die jetzt nicht mehr von Kabine zu Kabine über Trennwände und Türen hinweg erfolgt, sondern per Messenger. Nicht umsonst bitten auf dem Oktoberfest Hinweisschilder vor den Toiletten darum, diese nur als solche zu benutzen und dann zügig (und sauber) wieder zu verlassen – mit Rücksicht auf Wartende. Weiß man doch, dass ein WhatsApp-Gruppenchat Stunden dauern kann. Wer in der Warteschlange könnte schon nach ein paar Mass Bier so lange einhalten?

Und dann wäre da noch die intensive, meist vergnügliche Beschäftigung mit sich selbst oder anderen – über die in diesem jugendfreien Blog nicht weiter gesprochen werden muss. Wir alle wissen, was gemeint ist. Harmlos per definitionem auch das, denn auch hier gibt es keine von außen zugefügte, tiefe, seelische oder körperliche Verletzung – jedenfalls nicht in den (wie es im Fußballdeutsch heißt) Standardsituationen. Allenfalls ein zum Abspielgerät einschlägiger inspirierender Video-Clips umfunktioniertes Mobiltelefon könnte einem bei unbedachter Handhabung aus der Hand fallen und am Boden zerschellen oder in der Kloschüssel landen.

Womit wir mit einer kühnen Überleitung bei Fidget Spinnern sind. Die leiten das natürliche Bewegungsbedürfnis von Händen, an und mit irgendetwas herumzufummeln, endlich in zwar letztlich sinnlose, aber doch weniger tabureiche Themen. Wer am Spinner spielt, spielt nicht am… lassen wir das.
So wie ein Apfel anstatt ungewollte Schwangerschaften verhüten kann, kann eben der lustige Kreisel vielleicht dazu führen, dass die Toiletten vielleicht schneller geräumt werden. Fidget spinning auf dem Locus ist ganz sicher kein Highlight. Denke ich mir so.
Kommen wir zu den wirklichen Herausforderungen, den anspruchsvollen Dingen.

Wer weder der Lektüre, noch der digital-sozialen Interaktion frönen will, wer weder an sich selbst noch an etwaigen Zellengenossen oder -nachbarn herumspielen will und auch nicht das Verlangen danach verspürt, bei diesen Tätigkeiten durch heftiges Gepolter gegen die Türen aus dem Lese- oder sonstigem Fluss gerissen und von geistigen oder sonstigen Ergüssen abgehalten zu werden, der starrt vermutlich dumpf brütend auf den Fußboden. Selten bieten heutzutage Toiletten was fürs Auge – Twitter hat das Gekritzel anarchischer, lustiger und origineller Klosprüche längst abgelöst. Und wer interessiert sich schon für Liebesschwüre oder flüchtig hingeschmierte Telefonnummern?
Also Blick nach unten. Denn der Fliesenboden kann immens anregend sein.Hinter verschlossenen Türen - Fliesen auf dem Toilettenboden
Marmorierte Fliesen bieten dabei den Vorteil, in selbigen Strukturen oder Muster zu suchen. Blanke Fliesen laden zum Zählen und Rechnen ein. Es gibt Menschen, die können gar nicht anders, als die Fliesenreihen zu zählen und zu multiplizieren.
Bodenfliesen, Wandfliesen, alles wird erfasst, gezählt, ausgerechnet.
Nur Schwimmbadfliesen scheint – entgegen der Behauptung, Schwimmer seien stupide Kachelzähler – nicht wirklich jemand gezählt zu haben. Jedenfalls kenne ich niemanden, der sich daran gewagt hätte.

Vollends kompliziert wird es mit den Toilettenbodenfliesen übrigens, wenn einige im Anschnitt verwendet wurden. Zählt man die mit oder nicht, wenn ja: Als Ganze oder als halbe?
Nicht einfacher wird es, wenn die WC-Schüssel auf dem Boden steht und nicht frei hängend an der rückwärtigen Wand angebracht ist. Sind Fliesen darunter oder nicht? Wenn ja: Einfach, wenn nein: Dumm gelaufen. Wie viele muss man dann abziehen?
Da kann man schon mal ins Grübeln kommen oder auf allen Vieren um die Schüssel herumkriechen, um seine Überschlagsrechnung zu verifizieren. Was wiederum von außen betrachtet für erhebliche Irritationen sorgen kann.
Übrigens – es sind exakt 660 kleine Fliesen in der Kabine bei uns im Büro. Simple Sache, das herauszufinden. 33 Längs- mal 20 Querreihen, das ist schnell gerechnet. Anschnitt gibt es nicht und die Toilettenschüssel hängt an der Rückwand.
Und wie viele Fliesen sind es bei Ihnen?
Und sagen Sie jetzt ja nicht, sie hätten das noch nie ausgerechnet, sonst mach ich mir Gedanken, was Sie sonst so stundenlang auf dem Klo treiben. Und das will ich gar nicht wissen.

Blümchenwiese – Blümchenwiese – Blümchenwiese – Blümchenwiese – Blümchenwiese – Blümchenwiese

 


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