Blogparade ‚Urlaubsziele 2016‘: Auf zu den Zitronen

„Willst du immer weiter schweifen?
Sieh, das Gute liegt so nah.
Lerne nur das Glück ergreifen,
Denn das Glück ist immer da.“

Johann Wolfgang von Goethe

… sagt einer, der nach seiner Italienischen Reise aus dem Schwärmen für das Land der Zitronen gar nicht mehr herauskam.

Als Anfang Januar Iron Blogger Florian Westermann in seinem Phototravellers-Blog zu der Blogparade Urlaubsziele 2016 aufgerufen hat, hab ich spontan mein Fingerchen gehoben und gesagt: Da mache ich mit – so wie bei der Blogparade Stadt oder Land, von der gestern hier zu lesen war.
Etwas naiv war das, denn Urlaubsziele für 2016 zu benennen fällt nicht leicht – schließlich haben wir aktuell noch gar nichts gebucht und wissen nur grob, dass wir nach Italien fahren wollen:

Natürlich in die Toskana. Nicht zum kreativen, sich selbstverwirklichendem Töpfern, nicht zur Wein- und Olivenernte, nicht auf den Spuren der Twilight-Gemeinde nach San Giminagno oder Volterra – sondern einfach nur so.
Vielleicht, weil wir bisher auf dem Weg nach Sardinien oder Korsika nur durch die Toskana hindurch gefahren sind und außer in Pisa nirgends Halt gemacht haben. Pisa aber, das gebe ich zu, ist nicht nur unerträglich bustouristisch überlaufen: Pisa bietet dem Beobachter besonders absurde Touristen-Schauspiele, über die ich bereits geschrieben habe: Was macht der Mensch da eigentlich. Da macht Zuschauen echt Spaß.
Pisa Toskana

Nun habe ich es nicht so mit Menschenmassen, also planen wir, uns zwar mittendrin und doch fernab der großen Urlauberströme in die Toskana zurückzuziehen und haben dazu bereits diverse Destinationen, wie es Reiseverkehrskaufleute heute nennen, ins Auge gefasst. Jetzt wird es also Zeit, den Urlaub endlich auch zu buchen, Reiseführer zu studieren, Goethes Italienische Reise zu lesen und sich bei Herpetologenfreunden zu erkundigen, wo man denn in der Toskana Reptilien finden kann – und welche.

Denn ein Urlaub ist nur dann ein Urlaub, wenn er die vier großen S bedienen kann – als da wären (in alphabetischer Reihenfolge):

Schauen
S
childkröten
Schlemmen
Schwimmen

Schauen gehört unabdingbar dazu: Kunst, Kultur, Landschaft, Märkte, Strände, Berge. Aber ein Urlaub ist nur dann ein richtiger Urlaub, wenn ich morgens durch die Macchia krieche und Reptilien suche (am liebsten dort vorkommende, wildlebende Schildkröten). Dafür fahre ich schließlich in die Mittelmeerländer und bin froh, dass mir meine Frau diese Freiheit einräumt und mich bisweilen sogar bei der Suche nach Viechern begleitet:

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Aber mal ehrlich: Nach Kroatien zu reisen und keinen Scheltopusik gefunden und fotogtafiert zu haben wäre für mich ungefähr so unerträglich wie für andere, nach London zu fahren ohne am Picadilly-Circus gestanden zu sein.
Das geht gar nicht. Das verstehen Sie doch, oder? ODER?11415600_10203281997765516_4600665123091768452_o
Na also.
Für die Toskana gilt Nämliches: Zur Not kann ich auf den nackterten Zipfe‘ vom David von Michelangelo verzichten, auf die Geschlechtertürme, die Etruskerstadt und auch auf den schiefen Turm – so lange der Kameraspeicherchip am Ende gesteckt voll ist mit Bildern diverser Kriechtiere inmitten ihrer Habitate…

Aber dann gibt es ja noch das Schlemmen. Geradezu zwangsläufig sorgt die regionale Küche dafür, dass sich die Anzeige der Waage nach oben bewegt. Viel Schwimmen muss sein, damit selbige Anzeige wieder zu seinem Ausgangpunkt zurück kehrt.
Die vier S schränken die Auswahl der Auswahl der Urlaubsorte erheblich ein. Hinzu kommt, dass wir noch weit davon entfernt sind, nur mit dem Köfferchen in ein Flugzeug zu steigen und uns irgendwohin bringen zu lassen. Voll ist der Kofferraum unseres Autos auf dem Hinweg – noch voller auf der Rückfahrt. Allein die schweren und festen Schuhe mit dem Flieger mitzunehmen wäre ein Ding der Unmöglichkeit. Und diese Schuhe brauchen wir: Wer außer Renate und ein paar anderer Verrückter marschiert schließlich in Trekking-Sandalen durch das Velebit-Gebirge oder in Flip-Flops  durch die Gola Goruppu? Auch solche bisweilen nicht ungefährliche Absurditäten habe ich nämlich schon erlebt…
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Aus diesen rein praktischen Erwägungen heraus liegt unser Urlaubsziel in akzeptabel anfahrbarer Nähe. Dieses Mal eben die Toskana: Italien hat viel zu bieten. Das wusste nicht nur Goethe, das kenne ich schon von zahlreichen anderen Reisen, die mich von Lago di Santa Croce bis Rom, von Olbia bis zum Gardasee, von Trieste bis in die Dolomiten, vom Friaul bis ins Veneto und wenigstens für einen Tag auch nach Messina, Bellagio, St. Daniele, Bergamo, Genova, Grado, Vigevano, Verona oder Milano geführt haben. Und am Tagliamento machen wir ohnehin immer Halt, wenn wir dort vorbeikommen und spazieren durch die Riserva Naturale Regionale del Lago di Cornino und das Flussbett…

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Den bisher letzten Italienurlaub verbrachten wir am Comer See – zugegeben: Mit Schwimmen war da im Okober nichts zu machen und Schildkröten findet man soweit im Norden auch nicht. Alles andere hat gepasst – bis hin zu Landschaftsarrangements, die Ausstatter von Fantasyfilmen ebenso inspirieren könnten wie Bühnenbildner am Theater:

Es wird also Zeit, nach Bella Italia zurückzukehren, selbst wenn es mit dem Schwimmen im Landesinneren nicht allzu viel werden sollte. Vielleicht ist der Lago Trasimeno ja nicht allzu weit entfernt, so dass wir mal nach Umbrien fahren und ich zumindest dort mal einen Fuß ins Wasser stellen kann. Man wird sehen.

Falls nicht, macht das auch nichts – das kann ich zur Not den ganzen Sommer über auch daheim in den vielen Seen und Weihern rings um München oder im nahen Chiemgau. Die Pläne dazu sind jedenfalls gemacht. Der Sommer kann kommen…

Morgen lesen Sie in meinem anderen Blog zum Thema Urlaubsziele 2016 einen weiteren Beitrag. Dann geht es um Kleine Fluchten daheim – so wie diese hier:

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