Frag doch mal die anderen (Teil 28): Silke Schäfer

„Hallo, ich bin Silke, 54 Jahre alt, und wohne in Erftstadt, in der Nähe von Köln“, stellt Silke sich vor. „Schwimmen begleitet mich schon mein ganzes Leben lang, wenn auch mit großen Unterbrechungen. So richtig intensiv zurück zum Schwimmsport bin ich erst wieder gekommen, als meine Kinder schwimmen lernten. Trainer werden ja immer gesucht und das Warten auf die „Pänz“ (Kölsch für Kinder) war meist kalt und langweilig und so habe ich meine Mitarbeit angeboten. Aus dem gereichten kleinen Finger wurden ruckzuck beide Hände und ich steckte mittendrin im Vereinsleben. Ich habe dann mehrere Jahre lang die Schwimmabteilung geleitet, Kinderschwimmen sowie Aquafitness und Wassergymnastik unterrich-tet, Ferienkurse und das jährliche 24h-Schwimmen organsiert, „Erftstadt schwimmt…“ aus der Taufe gehoben und vieles mehr. Irgendwann, meine Kinder waren dem Schwimmen längst entwachsen – ich aber steckte immer noch voll drin, bemerkte ich immer schmerzlicher, dass ich vor lauter „Kümmern“ selbst gar nicht mehr ins Wasser kam. Der jährlich eintrudelnde Rentenbescheid hat dann mit zur Wende beigetragen – meine neuer Focus lag jetzt auf „zurück in den Beruf“ und „Schwimmen wieder als privates Hobby“, nur für mich. Beides hat geklappt und so engagiere ich mich jetzt in wesentlich kleinerem Rahmen weiter ehrenamtlich, jedoch für andere Projekte.“
01. Ich schwimme, weil…
ich das am besten kann, weil es gesund ist, weil ich dank Training mehr essen darf und weil ich nur beim Schwimmen in diesen fast schon tranceartigen Zustand gerate aus Bewegung und Atmung.
 02. Wo und wie hast Du schwimmen gelernt? Wie alt warst Du damals?
Ich habe mit 6 Jahren beim SC Delphin in Ingolstadt schwimmen gelernt und habe dort als Kind an Wettkämpfen teilgenommen bis ich 12 Jahre alt wurde. Dann rückten andere Dinge in den Focus und meine „Schwimmkarriere“ fand ein abruptes Ende. Leistungsschwimmerin war ich also nie aber zum Glück vergisst man die einmal gründlich erlernte Technik nicht, sodass ich immer wieder an das einmal Erlernte anknüpfen konnte.
03. Am liebsten schwimme ich
im See, weil ich hier mit der Natur eins sein kann und den unterschiedlichen Wetterkapriolen ausgesetzt bin. Am Liebsten natürlich bei Sonnenschein, wenn die Lichtstrahlen sich im Wasser brechen und alles so schön grün und warm ist.
04. Wo findet man Dich im Sommer im Wasser?
Im Sommer findet man mich täglich im Liblarer See, direkt vor meiner Haustür. Als Mitglied im dortigen Kanupolo-Verein habe ich jederzeit Zutritt auf ein schönes Vereinsgelände mit Umkleide und anderen Annehmlichkeiten. Morgens ist es am Schönsten, wenn der See unberührt vor einem liegt und man ganz alleine ist. Aber selbst an den heißen Tagen, wenn wirklich alle Erfrischung suchen, ist man nach einigen Metern außerhalb der Massen und ich kann in Ruhe meine Runde drehen oder mit dem Surfbrett rauspaddeln und sonnen.
05. Bist Du Vereins-/Leistungs-/Wettkampf-/Freizeitschwimmer?
Ich bin absoluter Freizeitschwimmer, obwohl ich zwei Sportvereinen angehöre. Die Teilnahme an Freiwasser-Wettkämpfen gehört erst seit einigen Jahren dazu, nachdem mich meine Freundin Sabine zur Teilnahme am Glücksburger Fördecrossing überredet hat. Seitdem nehmen wir uns mit unserer stetig wachsenden Gruppe „Die Bojenschwimmer“ stets 2-3 gemeinsame Schwimmevents im Jahr vor. Sie sind das Salz in der Suppe und der Antrieb, auch mal länger als üblich zu schwimmen.
06. Was ist Deine Lieblingsschwimmtechnik und welche magst Du gar nicht?
Wenn es um Strecke oder Training geht, kraule ich. Damit im Sommer der Spaß und die Bräune ;) nicht zu kurz kommen, plansche ich auch gerne schon mal in Brust- und Rückenlage – dann aber immer seehhr gemütlich. Delfin nur, wenn mich der Hafer sticht und um überschüssige Energie abzubauen.
07. Was war das aufregendste, schönste, spannendste, dramatischste Schwimmerlebnis, das Du bisher hattest?
Schöne Momente gibt es viele, allein oder mit der Mannschaft. Spannend wird es, wenn wir uns bei Wind den See mit den Seglern teilen und dramatisch war unser Wettschwimmen mit einem unbemerkt herangerückten Gewitter. Am Traurigsten war, dass ich 2016 einen Ertrunkenen aus dem See geholt habe. Zum Glück haben wir ihn in Ufernähe entdeckt und sind nicht mitten im See in ihn hinein geschwommen. Das ist ein Bild, das ich wohl nie vergessen werde, auch wenn es seinen Schrecken zum Glück verloren hat und mich nicht davon abhält, weiter in den See zu gehen.
08. Der schönste Moment beim Schwimmen ist…
wenn ich auf einmal „aufwache“ und feststelle, dass ich schon viel weiter auf meiner Runde bin als ich dachte und die letzten Bojen unbemerkt passiert habe, völlig in Gedanken oder vielmehr völlig frei im Kopf, komplett abgeschaltet. Das passiert nicht sooo oft, da ich meist auch auf meine Mitschwimmer, auf Segelboote oder den Kurs achten muss, aber wenn ich alleine schwimme, kommt es öfter vor.
 09. Gibt es Sportarten, die genauso schön sind wie Schwimmen? Oder sogar noch schöner?
Absolut nichts kann die Schwerelosigkeit und gewollte Einsamkeit in meinem See ersetzen. Laufen ist auch ganz nett, aber am Liebsten in Verbindung mit meiner zweitliebsten Sportart, dem SwimRun. Diese neue Sportart habe ich erst im letzten Jahr kennengelernt, direkt an einem Wettkampf teilgenommen und war total begeistert. Das werde ich dieses Jahr auf jeden Fall noch ausbauen.
10. Hast Du irgendeinen Schwimm auf der Liste der Dinge, die Du unbedingt noch tun/schwimmen/erleben möchtest?
2019 ist es auf jeden Fall das Chiemsee-Schwimmen, zu dem ich bereits angemeldet bin. Ansonsten lass ich mich gerne durch die vielen Berichte hier auf Facebook verleiten, Neues auszuprobieren und einen Wettkampf in einem „warmen Meer“ würde ich auch gerne mal machen. Winterschwimmen habe ich ausprobiert, bin aber noch nicht 100% überzeugt davon. Es hat durchaus seinen Reiz aber unter 8 Grad ist es für mich doch eher ein „Sich-Beweisen-Müssen“ als „Boah-macht-das-Spaß“. Vielleicht gehe ich es nächsten Winter nochmal an.
11. Mit wem würdest Du gern einmal eine Runde schwimmen gehen?
Abgesehen von Delfinen, mit denen wahrscheinlich jeder gern schwimmen gehen würde, freue ich mich darauf, den ein oder anderen aus den FB-Schwimmgruppen bei diversen Wettkämpfen persönlich kennen zu lernen. Ansonsten möchte ich noch möglichst viele spannende und vielleicht ungewöhnliche Orte kennenlernen, an denen man sich im Wasser tummeln kann.


All die anderen:
Kirsten Barnekow / Axel van Bergen / Martin Boettcher  / Johanna Degmayr / Susanne Düsenberg / Günther Eckert  / Çilem Flad / Anna Fischer / Timm Jahns / Jochen Kieserling / Alena Kolb / Boris Lobowsky / Daniel Loos / Petra Martin / Florian Müller /  Volker Osieka  / Jörn Perschbacher / Yasmine Pliessnig /  Conny Prasser / Dagmar RegerSilke Schäfer / Mirjam Schall / Chrissy Schaller / Jürgen Schenke  / Yvonne Simon / Bettina Trueb / Martin Tschepe / Andrea Wilfert /

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