Buxenparade (Teil 5): Think global and pep your swim

Florenz ist ein absolutes Muss für alle Toskana-Urlauber. Nicht nur der wunderbaren Baudenkmäler wegen, die die ganze Innenstadt einnehmen. Kunst und Kultur strahlen einen einfach aus jeder Ecke an. Dazu ein italienisches Dolce Vita, man muss nicht am Trevi-Brunnen in Rom stehen, um diese spezielle Lebensart Italiens zu genießen.
In Florenz geht das genauso. Und es ist genauso voll. Auch  – oder vor allem – wegen der Touristen.
Nackt stehen viele steinerne Florentiner in der Gegend herum – dem einen oder anderen täte eine elegante Badebuxe vielleicht gut. Der David-Replik von Michelangelo natürlich nicht, der Nackerte ist weltberühmt – eine stilbildende Ikone in der Kunst und in der Kitschvermarktung.
Aber das ist ein anderes Thema…
Was aber im Gegensatz zur Modemetropole Milano in Firenze auffällt: Die Stadtbild am Arno ist geprägt von Menschen (Touristen ausgenommen), die schräg, wenn auch nicht wenig gestylt herumlaufen. Mode wird dort großgeschrieben – gutes Aussehen auch. Italien eben,
Das ist natürlich für mich ein Grund, in der Stadt, in der Ferragamo sein eigenes Museum besitzt, auch in ein Sportgeschäft am Dom zu gehen und zu schauen, was denn die italienische Bademode so zu bieten hat. Immerhin ist Italien Home Base von Arena, Aqua Sphere und anderen Marken, die unter Schwimmern äußerst beliebt sind. Vielleicht entdecke ich ja ein Modell, das mir zusagt und sich in meine ständig wachsende Kollektion harmonisch einfügen lässt.
Die Auswahl, das muss ich aber einigermaßen enttäuscht feststellen, beschränkt sich auf die gleichen gesetzten Farben und Muster wie daheim. Viel Arena, viel Adidas – wenig Extravaganza. Keine Jammer. Ein paar Trunks, ausgefallenes nur in weiß oder Adidas-brasilien-gelb. No grazie. Da lockt weder das eine noch das andere zum Kauf.
Immerhin – an der Ausfallstraße nach Scandicci zur Autobahn steht ein großes Schild, dass auf die Sportmarktkette Decathlon hinweist. Auf dem Weg von Florenz zur Küste machen wir in Lastra a Signa Stop – und ich mache Beute.
Ganz global. Was heißt: Ein Deutscher kauft in Italien bei einer französischen Sportmarktkette eine Badehose, die in Tunesien gefertigt wurde , einen vietnamesischen Namen hat und den Schriftzug Australia und dem Umriss eines Känguruhs trägt. Die Badehose Wasserball B-Strong Australia von Nabaiji.
Später lese ich im deutschen Webshop von Decathlon, dass es eine „robuste Badehose in Slipform mit hoher Chlorresistenz und Innenfutter“ ist. „Beinausschnitt ideal für das Wasserballtraining“ A ha.
Und noch mehr über das Produkt ist auf der Seite zu erfahren: „Unsere Ingenieure haben ein Material auf Polyesterbasis entwickelt und die Elasthanfaser durch eine PBT-Faser (Polybutylentereftalat) mit Stretcheigenschaften ersetzt, um Komfort und vor allem Chlorresistenz zu bieten. Diese PBT-Faser hat folgende Vorteile: Sie trocknet schnell, verliert nur 3 – 4% ihrer Elastizität im Laufe eines Produktlebens und ist UV-beständig,d. h. selbst leuchtende Farben bleiben länger schön.
Chlorresistenz interessiert mich im Moment wenig, ich gehe damit gleich am nächsten Tag ins Meer. Sonst hätte ich die Buxe ja auch daheim online bestellen können. Der Preis ist eh der Gleiche.

Es ist die erste Wasserballerhose, die ich gekauft habe, ich bin auch nicht sicher, ob ich das noch mal machen werde. Zwar passt sie sehr gut und auch alle angepriesenen Produktvorteile (maximale Beinfreiheit!) kann ich bestätigen. Aber sie ist, das entnehme ich der Bewertung eines Kunden auf der Internetseite, zu dick gefüttert. Da ist was dran. Ein Schwimmer rät mir, das Innenfutter einfach herauszuschneiden – möglich, dass ich das noch machen werde.
Weitere Interneterkenntnisse: Nabaiji ist wohl eine Eigenmarke von Decathlon. Nabaiji mit Sitz in Hendaye im französischen Baskenland hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Welt des Schwimmens neu zu erfinden. Mit ihrer starken und farbenfrohen Identität strebt die Marke in der Produktkonzeption nach herausragenden Ergebnissen. Dabei stützt sie sich auf die besten Partner, z. B. auf die französisch Rekordschwimmer Fabien Gilot  lese ich auf dem Company-Profil von Decathlon. Der Werbeclaim lautet: Pep your swim.
Das gefällt mir.
Und genau dazu habe ich sie gekauft – auf Werbung spring ich eben an. Also peppe ich jetzt mein Swim.
Da ich trotz bunter Hose nicht annähernd mit der Skulptur Michelangelos mithalten kann, aber wiederholt aufgefordert wurde, die Badehoses auch mal am Mann zu zeigen, lasse ich mir eine geeignete Pose einfallen:

Das hat Pep genug. Mehr geht nicht. Den Rest machen David und Photoshop:

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Alle Beiträge der Buxenparade:
Teil 01: Heute blau… morgen blau
Teil 02: Just looking good
Teil 03: Das schwarze Menetekel
Teil 04: Der Quotenbringer
Teil 05: Think global and pep your swim
Teil 06: Drei Streifen rot
Teil 07: Das letzte Mal in der Pussie-Bux
Teil 08: Jammern bis der Arzt kommt
Teil 09: Auch damit kann man schwimmen
Teil 10: Die Frustkauf-Beute
Teil 11: Das Schnäppchen in hawaiian ocean
Teil 12: Colour faking
Teil 13: Zähne zeigen
Teil 14: Die hat wohl jeder hier
Teil 15: Drei Streifen blau
Teil 16: Grinsend über beide Backen
Teil 17: Schadensabwehrzauber
Special: Ein Speedo-Gastbeitrag von meinem guten Freund Alex


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4 Antworten

  1. Carrie Shawl sagt:

    Haha, sehr gut!
    Und danke für den Link! Die haben auch sehr schicke Badeanzüge zu moderaten Preisen. Von den bekannten Marken kosten die gut und gerne 50 Euro und mehr und hier schon ab 5,99 Euro (im Sale) bzw. ab 24,95 € zum Normalpreis. Da kann ich meine Schwimmer-Welt auch mal etwas bunter werden lassen :)

  2. Frau Smilla sagt:

    ich bewundere ja Deine gepflegten Füsse

  3. Daumen hoch für die Sexy-PO-se …. wobei ich die Hose natürlich lieber mit weiss-blauen Rauten und einem Wolpertinger-Umriss hätte …

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