Ach Alma…

Die Alma mater ist die nährende Mutter. So haben wir es in der Schule lernen können – zumindest diejenigen, die das eher zweifelhafte Vergnügen hatten, sich mit der lateinischen Sprache beschäftigen zu müssen. Alma mater wird heute unter exentrischen und um Bildungsbeflissenheit ringende Akademikern die Universität genannt – also nicht nur das schnöde Grundstück nebst Bebauung, das ist der Campus. Der gesamte unviersitäre Bildungsbetrieb, der die Studierendenschaft* mit Wissen nur so vollstopft, ernährt und am Leben erhält: Das ist die näherende Mutter, die alma mater. Eine schöne Fiktion.

Alma Kelly hingegen ist alles andere als eine näherende Mutti. Sie ist eher die nervende Nutti. Zumindest vermute ich das. Dabei weiß ich nicht mal, ob es diese Person de facto (noch so ’ne Lateinphrase) überhaupt gibt. Aber Alma Kelly schreibt mir eine E-Mail, die nachlässigerweise mein Spamfilter durchlässt. Also wird sie schon existieren. Und so erfahre ich von der Absenderin aus dem Iran mit einem ganz und gar nicht iranisch klingenden Namen, was sie mir andient: A good f@ck…
Dass sie dabei an mich denkt, amüsiert mich fast ein wenig. Ich frage mich, ob Alma vielleicht ein verarmter Seitenzweig der ebenfalls wieder auf Normalmaß zurückgefallenen Kelly-Family ist, die jetzt auf diesem Weg versucht, zu ein paar Euro zu kommen. Denn dass mich beim Anklicken schnell eine saftige Kostenfalle erwartet, ist mir auch klar. Dabei ist es doch die Alma, die die Nährende ist… und nicht umgekehrt.

alma

Schätzelken, schön, dass Du mich süß findest. Männer mögen ja Komplimente, aber „süß“ gehört nicht gerade dazu. Trotzdem war deine Mail vergebene Liebesmüh. Antworten werde ich Dir, liebe nährende Alma Kelly natürlich ebensowenig wie ich auf den in der Mail enthaltenden Link klicken werde. Geschweige denn, dass Du mal schnell rüber kommen kannst für einen heißen BJ. Und schon gar nicht ins Büro.
So notgeil kann ja wohl niemand sein. Aber immerhin nett, dass Du, wenn Du gerne hooked up with couple of young guys“ sein möchtest, an mich gedacht hast. Das lässt hoffen, dass meine Rentnerparanoia gänzlich unbegründet ist.
Trotzdem wird nichts draus.
Aber eine Frage hätte ich doch noch: Two girls one boy… wer käme dann noch dazu?
Ich werde es wohl nie erfahren. So ist das nun mal im Leben. Viele Fragen bleiben unbeantwortet.

Tags drauf versucht Debra Gray ihr Glück, ebenso ungeschickt wie erfolglos.

debra

Was ist nur mit den Weiberleut los? Drehen die jetzt alle durch?
Was waren das noch für Zeiten, als im nahe gelegenen Hohenlinden Frau Anita die Kundschaft noch persönlich bedient hat… aber das ist eine andere Geschichte, die leider viel zu selten erzählt wurde.

—–

* Wenigtens einmal wollte ich in diesem Blog versuchen, mit zumindest einem Wort in geschlechtsneutraler Sprache meinen Text zu verhunzen. Ich habe dieses Sprachungetüm verwendet, dass sich genauso sperrig schreibt wie es sich spricht. Der Kontext schien mir hier am besten geeignet. Die Finger sind mir nicht abgefallen, der Magen hat sich nicht umgestülpt, soweit so beruhigend. Trotzdem lass ich das jetzt wieder. Für dieses Blog hat sich das erledigt. Alma Kelly legt da sowieso keinen Wert drauf, Debra Gray und Anita auch nicht. Und unser Blog-Hofmarschall Renate schon gleich zweimal nicht.

1 Kommentar


  1. Lieber Lutz,
    da ist ja ganz schön was los in deiner Mailkiste.
    Ein amüsiertes Schmunzeln!
    Und es gibt sie, die die auf den Link klicken. Davon bin ich überzeugt.
    Eigentlich will ich nur danke sagen, dass du meiner Lauferei folgst. Ich folge gerne dem Zwetschgenmann.
    Liebe Grüsse aus der Schweiz
    Erika

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