Blick nach unten

Die einen tun es aus einer Grundhaltung heraus. Sie senken den Blick, starren auf die Schuhspitzen, um ja nicht dem Gegenüber in die Augen schauen zu müssen:Eine Körperhaltung, die von einer wie auch immer entstandenen grundsätzlichen Unterwürfigkeit gegenüber allem und jedem zeugt. Die anderen haben da eher praktische Gründe: Wer beim Gehen seinen Blick nach unten richtet, will genau sehen, wohin er tritt bzw. wohin nicht. Gerade das letztere ist ja angesichts des Hundedrecks auf Gehwegen, Parkwiesen, Grünstreifen am Straßenrand u.ä. ein berechtigtes Ansinnen.
Aber auch Stolperfallen wie Bordsteinkanten, Türschwellen, Steine oder Schlaglöcher wollen fest in den Blick genommen werden, will man den Kontakt zwischen Kinn, Knie und/oder Ellenbogen und dem Straßenbelag vermeiden. Stolperwütige Menschen – ich gehöre dazu – wissen, was gemeint ist und können nicht nur mit festem Schuhwerk sondern auch mit aufmerksamen Blick so manche Bänderdehnung oder gar einen Abriss am Fußgelenk vermeiden. Aber es gibt noch mehr Gründe, öfter mal nach unten zu blicken.

Einen solchen entdeckte ich heute mittag auf dem kurzen Weg vom Büro zum Essen in einem nahegelegenem kleinen Restaurant.
Unbedeutend, klein, ungesehen am Wegesrand hat sich ein Stück Wald entwickelt. Mitten auf dem Betriebsgelände eines nicht unbedeutenden Unternehmens der Unterhaltungsindustrie wächst und blüht es unter den wenigen Bäumen, die den Freibereich der angrenzenden Kantine einsäumen und Schatten spenden sollen. Und die Bäume verfehlen ihre Wirkung nicht.

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Das hat mir gefallen…

Bitte sagen Sie nicht, ich hätte ein Faible für das Kleinteilige oder ich sei detailversessen, wenn ich mich dafür begeistern kann. Das ist es nicht, jedenfalls nicht ausschließlich. Ich finde nur, manchmal lohnt es sich, stehen zu bleiben etwas näher hinzuschauen. Und was auf den ersten Blick so alltäglich, banal und wenig interessant erscheint, kann beim zweiten Blick ganz eigene Reize und eine ganz eigene Schönheit entwickeln. Man muss es nur entdecken können und unter Umständen mal auf „Augenhöhe“ in die Knie gehen. Auch dafür lohnt sich oft der Blick nach unten…

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